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Die Weihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas 2, 1-20

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und also bald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Manschen ein Wohlgefallen!

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

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Und dieses Buch passt dazu:

Hildegund Keul: Weihnachten – Das Wagnis der Verwundbarkeit

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Woher kommt die faszinierende Kraft der Weihnachtsgeschichte? Hat sie vielleicht damit zu tun, dass sich darin alles um ein neu geborenes Kind dreht, winzig, schutzbedürftig und – verwundbar? Doch nicht nur der neugeborene Jesus ist verletzlich, auch die Menschen in seinem Umfeld zeigen sich als verwundbar und schutzbedürftig: Maria und Josef zum Beispiel, die bei der Herbergssuche abgewiesen wurden. Anhand dieser Beobachtung ermöglicht Hildegund Keul einen ganz neuen Zugang zur Weihnachtserzählung. Was in dieser Geschichte sichtbar wird, begreift sie als einen Wesenszug, der alle Menschen verbindet: Wir sind alle verletzlich und brauchen Menschen in unserer Nähe, die uns nahe sind und Schutz gewähren. Ein nachdenkliches Buch für die stille Zeit.

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Der Adventkalender von Eulinda schließt heute. Ich hoffe, das eine oder andere hat dir gefallen. Über ein Feedback (als Kommentar) würde ich mich freuen.

Eulinda macht nun Ferien bis zum 6. Jänner 2014. Dann wird wieder fleißig gebloggt.

fensterchen 23

GG-Berlin  / pixelio.de

Der „Stall“ von Bethlehem

Der Überlieferung nach wurde Jesus in einem Stall bei Bethlehem geboren. Im Lukasevangelium wird jedoch von keinem Stall berichtet, sondern lediglich geschrieben, Jesus sei in eine Krippe gelegt worden. Daraus wurde dann gedeutet, dass eine Krippe in einem Stall steht und Jesus folglich in einem Stall geboren wurde.
Zu Zeit von Jesu Geburt hatten die Hirten jedoch keine Ställe in herkömmlichem Sinne auf den Feldern, sondern sie schlugen als Unterstände für ihre Tiere Grotten in die Felsen. Es heißt ja auch, Jesus sei in einer „Grotte“ zur Welt gekommen. Im frühen Christentum ließ Kaiser Konstantin um 333 über der vermuteten Geburtsgrotte eine Kirche bauen. Am gleichen Platz ließ der römische Kaiser Justitian I. im frühen 6. Jahrhundert die heutige Kirche erbauen, die trotz der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen fast unverändert erhalten ist. Sogar einige antike Bodenmosaiken sind noch vorhanden. Die Geburtskirche ist einer der heiligsten Orte der Christenheit.

Geburtskirche 2     Geburtskirche Grotte

Die armenischen, die griechisch-orthodoxen sowie die lateinischen (katholischen) Christen teilen sich laut einem Abkommen die Nutzung der Geburtskirche. Die griechisch-orthodoxen Christen feiern am 6. u. 7. Januar, die armenischen Christen am 19. Januar ihre Weihnachtsmessen direkt in der Geburtskirche, während der lateinische Patriarch von Jerusalem die Weihnachtsmesse am 24. Dezember nicht in der Geburtskirche zelebrieren darf, sondern auf die unmittelbar angrenzende Katharinenkirche ausweichen muss.

(Quelle)

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Ray Charles: Ein blinder Musiker wird zur Legende

Ray Charles wurde am 23. September 1930 in der Stadt Albany (US-Bundesstaat Georgia, USA) geboren und wuchs in armseligen Verhältnissen auf. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten hatten die Menschen hart zu kämpfen, um irgendwie über die Runden zu kommen. So gab es in der baufälligen Unterkunft, wo Ray Charles aufwuchs, auch kein fließendes Wasser. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte er einen schweren Schicksalsschlag zu überwinden, als er hilflos mitansehen musste, wie sein kleiner Bruder in einer Wäschewanne ertrank. Nur wenige Monate später folgte die nächste Schreckensnachricht, als Ray Charles an einem Glaukom (Grüner Star) erkrankte. Da man sich keine ärztliche Behandlung leisten konnte, erblindete er im Alter von sieben Jahren vollständig. Ray Charles musste sich nun plötzlich in einer für ihn finsteren Welt zurechtfinden, welche noch dazu von einer problematischen Rassentrennung beherrscht wurde. Schwarze wurden unterdrückt und in vielen Lebensbereichen ausgegrenzt, für den dunkelhäutigen Ray Charles waren dies keine guten Zukunftsaussichten.

Die Mutter tat alles für ihren Sohn, um ihn so selbstständig wie möglich zu erziehen. Ray Charles musste im Haushalt mithelfen und durfte sich auch außerhalb des Hauses frei bewegen, damit er lernte, mit seiner Behinderung richtig umzugehen. Ray Charles schaffte es bald durch sein feinfühliges Gehör, sich in der Umgebung orientieren zu können. Er hatte eine Vorliebe für Musik und hörte sich in nahegelegenen Kneipen immer wieder Blues-Platten an. Als ihn seine Mutter in eine Blindenschule schickte, konnte er seine musikalischen Fähigkeiten weiterentwickeln. Er lernte Klavier und Klarinette zu spielen, zudem brachte er sich das Spiel mit dem Saxophon selbst bei. Ray Charles sang auch in einem kleinen Gospelchor mit und zeigte trotz seiner Sehbehinderung unglaubliches Talent, die Musik wurde nun zu seinem wichtigsten Lebensinhalt.

Kurz vor seinem 15. Geburtstag starb jedoch unerwartet seine Mutter, welche die wichtigste Bezugsperson in seinem Leben gewesen war. Ray Charles brach daraufhin die Schule ab und versuchte, seinen Lebensunterhalt mit Musik zu verdienen, aber als dunkelhäutiger und noch dazu blinder Musiker hatte er einen schweren Stand. Immer wieder geriet er in Rassenkonflikte, wo er als Schwarzer aber ständig in der weißen Gesellschaft benachteiligt wurde. Ray Charles hatte hart zu kämpfen, er verbesserte aber seine Fähigkeiten am Klavier und auch seine Stimme beständig weiter. Er konnte kleinere Nebenjobs als Sänger ergattern und kam ab und zu bei Musikbands unter. Mit der mickrigen Gage konnte er sich aber kaum über Wasser halten und hatte oft nicht genug Geld, um sich das Essen leisten zu können.

Im Alter von 17 Jahren übersiedelte Ray Charles nach Seattle (Nordwesten USA), um seine Karriere als Musiker voranzutreiben. Bettelarm und ohne Augenlicht musste er sich nun in einer fremden Stadt zurechtfinden, aber er ließ sich dadurch nicht entmutigen. Er wusste, dass es dort Bars gab, welche die ganze Nacht offen hatten und wo er als Sänger und Pianist tätig sein konnte. Er gründete seine erste eigene Band und tourte durch die Nachtclubs, wo er sich durch sein außergewöhnliches Talent schnell einen guten Namen machte. Als die ersten Schallplatten aufgenommen wurden, kamen diese bei den Menschen so gut an, dass sie alle sehr schnell verkauft wurden. Große Plattenfirmen wurden nun auf den blinden Sänger aufmerksam und dies war der Startschuss für eine große Musikkarriere. Ray Charles sang und spielte seine Lieder mit sehr viel Gefühl, aber er war auch Perfektionist, denn es musste jede Kleinigkeit passen, genauso wie die Mitglieder in seinem Ensemble.

Ray Charles begann systematisch, seinen eigenen Musikstil zu entwickeln. Wagemutig kombinierte er Blues, Country, Rhythm & Blues und Gospelelemente wie er es für richtig erachtete und stürmte mit dieser neuen Musikrichtung die Hitparaden im ganzen Land. Er begann überall auf der Welt große Tourneen zu spielen und stieg zu einem echten Superstar in der Musikbranche auf. Zudem setzte er sich gegen die Rassentrennung ein und verlangte bei jedem Konzert, dass alle Menschen durcheinander saßen, egal ob schwarze oder weiße Hautfarbe, ohne jede Bevorzugung. Er wollte seine Musik für jeden Menschen spielen, der sie hören wollte.

Ray Charles revolutionierte mit seiner neuen Stilrichtung die gesamte Musikwelt und galt als Wegbereiter für die Soulmusik. Er schaffte es, als schwarzer Musiker zu der weißen Hörerschicht durchzudringen und ging dadurch als eine Legende in die Musikgeschichte ein.

Ray Charles starb am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren. Er weigerte sich stets, einen Blindenhund oder einen Blindenstock zu benutzen, trotzdem fand er immer den richtigen Weg.

(Quelle)

Ray Charles singt „Merry Christmas Baby“

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RUDOLPH DAS RENTIER

Im Lexikon liest man, dass ein Rentier bis zu 2 Meter lang und 1,30 Meter hoch werden kann. Es gehört zur Familie der Hirsche. Im Gegensatz zu Reh oder Rothirsch tragen hier beide Geschlechter ein Geweih. Noch vor 8000 – 15000 Jahren lebten Rentiere auch in Norddeutschland, wie man anhand von Knochen- und Geweihfunde nachweisen kann. Rentiere schließen sich zu gigantischen Herden zusammen und führen so weite Wanderungen zu neuen Futterplätzen durch. Der Lebensraum der Rentiere erstreckt sich heute über das nördliche Europa und Asien sowie das nördliche Nordamerika und Grönland. In Nordeuropa halten die Samen die Rentiere in Herden.

Rentier

Auch tiefste Temperaturen fügen den Rentieren keinen Schaden zu. Die langen Außenhaare ihres Pelzes sind hohl wie Makkaroni – eine perfekte Wärmedämmung. Die Natur schenkte auch den Weibchen aller 24 Rentier-Unterarten ein mächtiges Geweih, denn damit schaufeln sie ihr Futter aus dem Schnee: Moose, Flechten, Tundragras, manchmal auch einen Pilz. Sie ziehen schwere Schlitten, geben Fleisch und Milch, aus ihrem Fell entstehen Kleidung, Schuhe, Decken und Zelte, und das schon seit mehr als 2000 Jahren.

Ein einziges der genügsamen Tiere wurde weltberühmt: „Rudolph, the rednosed reindeer“, das angeblich rotnäsige Tier, das gemeinsam mit Artgenossen den Schlitten des Weihnachtsmannes zieht. Rudolph und seine Rentiermannschaft wurden in der Phantasie des US-Dichters Clement Clark Moore geboren. Als dessen kleiner Sohn fragte: „Wie schafft es der Weihnachtsmann, in einer Nacht alle Kinder zu beschenken?“ ersann er den netten Rentier-Burschen mit der rotgefrorenen Nase, der dem Weihnachtsmann so fleißig hilft. Als Buch wurde Rudolph in den USA ein Bestseller, als Weihnachtslied ein Welterfolg. Unzählige Kinder in den angelsächsischen Ländern haben Rudolph, das rotnäsige Rentier, ins Herz geschlossen.

Die Sache hat nur einen Haken. Während die Rentierbullen ihr Geweih nach der Brunft im Herbst verlieren, bleibt das Geweih der Kuh noch mehrere Wochen erhalten. So bekommt sie durch diese weise Einrichtung der Natur als trächtiges Weibchen Vorrang an den begehrten Futterplätzen. Wenn nun der Weihnachtsmann im Dezember mit seinen geweihtragenden Rentieren daherkommt, so kann es sich bei den Arbeitstieren nur um Weibchen handeln, denn die Männchen haben ihr Geweih längst abgeworfen. Rudolph ist daher in Wahrheit eine Rudolphine. Dies zeigt wohl, dass zur Weihnachtszeit auch bei den Rentieren die Frauen hart arbeiten.

© 2000 Rudolf Öller, Bregenz

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Der Christbaumständer
Verfasser unbekannt

Beim Aufräumen des Dachbodens – ein paar Wochen vor Weihnachten – entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied „O du fröhliche“ erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu „O du fröhliche“ spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.

Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur „Weihnachtsüberraschung“. Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte.

Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen!

Endlich war Heiligabend. „Den Baum schmücke ich alleine“, tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. „Die werden Augen machen“, sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht. Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen.

Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz. Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. „Und jetzt kommt die große Überraschung“, verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein.

Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze „O du fröhliche“. War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: „Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf.“ Mutter war stumm vor Staunen.

Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss. Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen. Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen.

Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte „O du fröhliche“ sich selbst überholen. Mutter rief mit überschnappender Stimme: „So tu doch etwas!“ Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: „Wenn das Großvater noch erlebt hätte.“

Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah. Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum. Vater gab das Kommando „Alles in Deckung!“ Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.

Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend. Mutter jammerte in den Teppich hinein: „Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!“ Vater war das alles sehr peinlich. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 1914-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein. Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken „Kirschwasser“ und murmelte: „Wenn Großvater das noch erlebt hätte!“ Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord „O du fröhliche“, bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab.

Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der Tür stehend sagte sie: „Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!“

Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: „Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen.“ Andreas meinte: „Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?“

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Ich wünsche einen schönen, friedvollen 4. Adventsonntag!

 

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Vier Kerzen im Advent
© Horst Rehmann

Die erste Kerze brennt für Stille,
für Ruhe und Gemütlichkeit,
für Herzlichkeit und für den Wille,
zu leben in Behaglichkeit.

Die zweite Kerze brennt für Hoffnung,
für die Kraft und für den Glauben,
für Vernunft und für die Achtung,
und für die weißen Friedenstauben.

Die dritte Kerze brennt für Anstand,
für Respekt und auch für Güte,
für Gerechtigkeit und für Verstand,
und für’s eigene Gemüte.

Die vierte Kerze brennt für Liebe,
für das Wichtigste auf dieser Welt,
es gäbe nichts das uns noch bliebe,
wär nicht sie, an Nummer Eins gestellt.

 

 

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Der König und seine 2 Söhne

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, ist eure Sache.“ Die Weisen sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“ Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit,
mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“
Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr
in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“
Der Vater antwortet: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“ Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen.
So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

(Quelle)

 

 

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Auch eine Herbergssuche

 

 

Duhuhu… Papa, in der Schule haben wir heute ein Theaterstück für Weihnachten geprobt. Es heißt die Herbergsuche und ich muss den Wirt spielen.“
„Ja da schau her, mein Sohn ein Schauspieler!“
„Wo ist eigentlich die Mama?“
„Ach, die ist oben, wir wollen doch das Zimmer vermieten und da ist vorhin ein junges Pärchen gekommen, um es sich anzusehen.“
„Und, bekommen die das Zimmer?“
„Auf gar keinen Fall!“
„Weshalb denn nicht, Papa?“
„Weil es Türken sind!“
„Na und…?“
„Weil…, Türken sind…, Türken haben eben…, Türken können eben nicht…, na ja, ich mag halt einfach keine Türken unter meinem Dach haben! Aber wir wollten nicht ganz so unhöflich sein und haben ihnen das Zimmer einfach nur mal gezeigt, damit die mal sehen, wie schön und sauber man hierzulande wohnt! Aber erzähl lieber von euerem Theaterspiel, was musst denn da sagen?“
„Ich muss ganz laut durch die Tür zu Maria und Josef rufen: Los, zieht weiter, ihr könnt hier nicht wohnen!“
„Da musst du aber schön laut und deutlich sprechen, damit dich die Zuhörer auch alle gut verstehen können!“
„Du, Papa, weshalb haben die Wirtsleute damals Maria und Josef eigentlich nicht aufgenommen?“
„Na ja, wie war das eigentlich damals…? Maria und Josef waren halt ganz einfache Leute…, fremd, kamen aus einem anderen Land…, arm und bisschen abgerissen, haben anders geredet…, na ja…, die waren eben einfach ganz anders als die anderen alle!“
Der Junge schaute den Vater mit ganz großen Augen fragend an: „Waren denn Maria und Josef auch Türken?“ …..
…und verzog sich daraufhin schweigend in sein Zimmer.

 

 

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Auch ein Brief ans Christkind

 

 

 

H&H Inkasso
Weinbergstrasse 34
1160 Wien

 

An
Der Liebe Gott
Himmel (?)
1??? Himmel
z.H.: Das Christkind

 

Wien, 6.12.2013

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 Leider müssen wir Sie darauf aufmerksam machen, dass die Rechnung vom 26.12.2012 für von Ihnen getätigte Einkäufe in der Höhe von 18 363 676 524 209,02 (achtzehnbillionendreihundertdreiundsechzigmilliardensechshundertsechsundsiebzigmillionen-fünfhundertvierundzwanzigtausendzweihundertneunkommazwei) Euro noch nicht beglichen wurde.
 Um etwaige anfallende Mehrkosten für Sie zu vermeiden und mit dem Hinweis, dass wir angesichts der Höhe der Summe auf eine baldige Bezahlung des Rechnungsbetrages bestehen müssen, senden wir Ihnen hiermit dieses Mahnschreiben zu und hoffen, damit größere Schwierigkeiten abgewendet zu haben. Die anfallende Mahn- und Bearbeitungsgebühr beläuft sich auf 132 (einhundert-zweiunddreißig) Euro.

Dieser Betrag wäre gemeinsam mit der oben genannten Summe bis spätestens 31.12.2013 einzuzahlen, ansonsten sehen wir uns gezwungen, rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten.

 Mit freundlichen Grüßen, Robert H.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

Das ganze Jahr Weihnachten?

20. Dezember 2013

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© sabine koriath  / pixelio.de

 


Der Schneemann

Seht,  da steht er,  unser Schneemann!
Das ist ein Geselle!
Stehet fest und unverzagt,
Weicht nicht von der Stelle.

Schaut ihm in die schwarzen Augen!
Wird euch denn nicht bange?
In der linken Hand da hat er
Eine lange Stange.

Einen großen Säbel hält er
Fest in seiner Rechten.
Kommt heran! Er wird sich wehren,
Wird mit Allen fechten.

Über ihn kann nur der Frühling
Einen Sieg gewinnen:
Blickt ihn der nur an von ferne,
Wird er gleich zerrinnen.

Aber halt dich tapfer, Schneemann!
Lass dir offenbaren:
Stehst du morgen noch,
so wollen Wir dich Schlitten fahren.

 

Hoffmann von Fallersleben

 

 

 

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Ein Buch, das mich beeindruckt hat: Christy Brown, Mein linker Fuß

 

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Christy Brown wurde am 05. Juni 1932 in Dublin (Irland) als Kind einer armen irischen Arbeiterfamilie geboren. Durch Geburtskomplikationen war er jedoch gelähmt und hatte eine cerebrale Bewegungsstörung. Ohne Hilfe konnte er sich nicht bewegen und er wurde immer wieder von anfallartigen Krämpfen geschüttelt. Zusätzlich konnte Christy Brown sich nur grunzend verständigen, aus diesem Grund galt er auch als geistig behindert und als bildungsunfähig. Nur seinen linken Fuß konnte er selbst steuern, so wie er es wollte. Die Ärzte stempelten ihn als hoffnungslosen Fall ab, dies war auch die Meinung der meisten Leute. Da es schwierige wirtschaftliche Zeiten waren, rieten sie den Eltern, dass sie ihren Sohn in eine Pflegeanstalt weggeben sollten, wo er den Rest seines Lebens dahinvegetieren sollte. Aber sie hatten die Rechnung nicht mit der Liebe der Mutter gemacht, denn trotz der Behinderung ihres Sohnes sah sie ihn als volles Familienmitglied an.

Die Mutter beschäftigte sich so gut es ging mit ihrem Sohn, sie zeigte ihm Bilder und las ihm Geschichten vor. Zwischendurch musste er gewaschen, gefüttert oder getragen werden, aber die Mutter hatte einen starken Willen und tat alles für ihren Sohn. Im Alter von fünf Jahren tat Christy Brown plötzlich etwas Erstaunliches, er nahm mit den Zehen seines linken Fußes eine Kreide auf und kritzelte auf der kleinen Tafel seiner Schwester herum. Die aufmerksame Mutter verstand dies als Zeichen, dass ihr Sohn alles aus der Umgebung wahrnehmen konnte und geistig voll auf der Höhe war. Der eigentlich als schwachsinnig gehaltene Christy Brown lernte nun in jahrelanger Bemühung der Mutter tatsächlich Lesen und Schreiben. Mit unglaublicher Ausdauer schaffte er es mit der Zeit, mit Hilfe seines linken Fußes zu schreiben und zu malen, und konnte sich nun seiner Umwelt mitteilen.

Trotzdem war er immer noch auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Seine Brüder nahmen ihn immer wieder in einem einfachen Karren mit auf die Straße, von wo aus Christy Brown den Kindern beim Spielen zuschauen konnte. Als dieser jedoch kaputt ging, konnte sich die Familie keinen Ersatz leisten, und so musste er von nun an wieder im Haus bleiben. Er wurde deprimiert, denn er wünschte sich nichts sehnlicher, als die Dinge tun zu können, die auch andere Kinder tun konnten. Der Schmerz traf tief in seine Seele, denn egal was er auch probieren konnte, er würde niemals wirklich „normal“ sein können. Für Christy Brown war es eine bitte Erkenntnis, aber diese Erkenntnis war es auch, die ihm große Kraft verleihen sollte. Denn er sagte sich, wenn er niemals wirklich wie andere Menschen sein konnte, dann wollte er wenigstens er selbst sein und das Beste aus ihm herausholen.

Unter seinem verkrüppelten Körper kam eine unfassbare künstlerische Begabung zum Vorschein und er begann, mit seinem linken Fuß Bilder zu malen. Es machte nicht nur ihn glücklich, sondern er konnte mit diesen Bildern auch andere Menschen begeistern und konnte seine Werke für Geld verkaufen. Außerdem schrieb er Bücher, die in verschiedenste Sprachen übersetzt wurden. Mit dem eingenommenen Geld leistete er sich bald eine Schreibmaschine, die er mit dem kleinen Zeh seines linken Fußes bedienen konnte. Mit seiner eigenen Biografie „Mein linker Fuß“ landete er einen unglaublichen Verkaufsschlager. Eines Tages lernte er die Krankenschwester Mary Carr kennen und verliebte sich in sie. Es war die Liebe seines Lebens, und später sollten sie tatsächlich heiraten.

Christy Brown starb am 06. September 1981 an einem Erstickungsanfall. Sein ganzes Leben war geprägt von der Auseinandersetzung mit seiner Behinderung und nach dem Sinn des Lebens. Trotz vieler schwieriger Phasen in seinem Leben schaffte er es zu einem bedeutenden Schriftsteller und Maler, der weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt wurde. Entscheidend war seine innere Einstellung, sich seinem Schicksal zu stellen und einfach das Beste aus seinem Leben zu machen, egal mit welcher Behinderung man zu kämpfen hat. Im Jahr 1989 wurde aus seiner bewegenden Lebensgeschichte ein sehr erfolgreicher Film gemacht.

Christy Brown hatte nur seinen Geist und seinen linken Fuß zur Verfügung, er schaffte es trotzdem, die Menschen auf der Welt zu inspirieren, niemals im Leben aufzugeben.

(Quelle)

 

 

 

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Das ganze Jahr über Weihnachten – nur nicht am 24. und 25. Dezember

 

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«Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei . . .» Der Weihnachts-Countdown hat ausgedient in Pigeon Forge. Denn am Rande der Smoky Mountains in Tennessee, im Herzen des amerikanischen «Bible Belt», muss man nicht mehr auf Santa Claus warten. Im Themenhotel «The Inn at Christmas Place» – im Stil eines überdimensionierten Chalets erbaut – ist rund ums Jahr Weihnachten. Santa Claus ist offensichtlich in Tennessee zu Hause – oder hat zumindest einen zweiten Wohnsitz hier. Wie sonst könnte er den Hotelgästen beinahe täglich zum Frühstück die Hand schütteln? Oder zwei Mal in der Woche Konzerte geben, Gitarre spielen und dazu singen?

Überhaupt ist Santa und alles, was er im Schlepptau hat, omnipräsent in diesem Haus mit 145 Zimmern. Auf allen Stockwerken stehen und wachen kleine oder menschengroße Santa-Claus-Figuren, deren Blicke einen sogar durch die sich schließende Lifttür verfolgen. Girlanden und Tannenkränze schmücken Decken und Wände, Gestecke die Badezimmer. Überall stößt man auf kitschige Rentiere, Schäfchen, Jesusfiguren und die Heiligen Drei Könige.

Die Presidential Suite für 399 Dollar die Nacht ist mit zwei eigenen Weihnachtsbäumen ausgestattet, die günstigeren Zimmer ab 79 Dollar mit reichlich Tannenzeug. Und wem’s gefällt, der kann die gleichen Kränze, Gestecke und Girlanden käuflich erwerben. Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite im «Incredible Christmas Place». In diesem Laden kann alles erstanden werden, was irgendwie nach Zimt, Glühwein und gebrannten Mandeln riecht. Und natürlich auch Weihnachtsbäume aus Kunststoff – sogar in der Version «upside down», mit der Spitze nach unten. Selbstverständlich ist Santa als Figur in allen Varianten, Posen und Größen zu haben. Er tanzt als Mr. Claus mit der ebenfalls rot ummantelten Mrs. Claus, er gibt als «Santa Barbecuing» mit Sandalen und Schürze den Grillmeister ab, fährt Schlitten oder kniet vor dem Jesuskinde.

Auch wenn es im Alten Testament im Buch Kohelet heisst: «Alles hat seine Stunde», erklingt in der Hotellobby sommers und winters «We wish you a merry Christmas». Was da klimpert und noch andere Weihnachtsweisen auf dem Kasten hat, ist der größte Stolz des Hauses: das zweistimmige Glockenspiel. 14 Glocken und eine automatische Orgel läuten jede Stunde mit einem anderen Weihnachtslied ein. Und noch etwas: Im «Inn at Christmas Place» ist diese Rund-um-die-Uhr-Weihnachtsstimmung lukrativ. Seit der Eröffnung im Juni 2007 laufe das Geschäft sehr gut, heißt es in diesem ausgefallenen Etablissement. Schließlich sei Weihnachten Magie!

Bis zum 23. Dezember schüttelt Santa täglich zu Cornflakes und Pancakes kräftig die Hände. Aber dann ist für kurze Zeit Pause: An Christmas Eve haben die Hotelmitarbeiter frei, um zu Hause bei ihren Familien feiern zu können. Erst ab dem 26. Dezember ist wieder Business as usual angesagt.

(Quelle)

Homepage des Hotels

 

 

 

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Ella Fitzgerald singt „The Christmas Song“

Heute schon baden gegangen?

19. Dezember 2013

Fensterchen 20

Nußknacker

von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht-
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken:
Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
Die Kerne verzehren.
O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!

Trennlinie Eule

Das Kind mit dem Bad ausschütten und andere Redensarten rund ums Bad

Schon die alten Griechen und erst recht die Römer hatten ein besonderes Verhältnis zum Baden. Anfangs standen neben der Hygiene die Körperertüchtigung und Abhärtung im Vordergrund und warmes Wasser galt dementsprechend als verweichlichend (außer bei Alten und Kranken). Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich eine ausgeprägte Badekultur, die wohl zu den großen kulturellen Leistungen des Römischen Reiches gerechnet werden kann und die u.a. in technischen Meisterleistungen (Wasserbeschaffung über Aquädukte, Fußbodenheizung usw.) und prachtvollen Bauten (Badeanlagen, Thermen genannt) zum Ausdruck kam.

Ein vornehmer Römer konnte den halben Tag in den Badeanlagen (Thermen) verbringen, dabei seine Kontakte pflegen und seinen Geschäften nachgehen. Und natürlich auch seinen Körper verwöhnen (lassen). Auch der einfache Bürger sah es geradezu als Teil seiner Identität als Römer an, Zutritt zu Badeanlagen zu haben. Nicht nur kostenloses Getreide und Unterhaltung im Circus („Brot und Spiele“) hatten ihm nach der Zeitenwende die Kaiser zu ermöglichen, sondern auch Bademöglichkeiten. Die Kaiser trugen dem mit Thermen von unvorstellbarer Größe und ebensolcher Ausstattung Rechnung. Ein Beispiel dafür sind die berühmten Caracalla-Thermen, erbaut zu Beginn des dritten Jahrhunderts unter Kaiser Caracalla, nahmen sie einschließlich Gärten, Sporträumen usw. eine Fläche von über 100.000 Quadratmetern ein. Zum Vergleich: Eine herkömmliche moderne Schwimmhalle mit 25-Meter-Bahn dürfte kaum mehr als 2.000 Quadratmeter vereinnahmen. Weiterer Vorzug der Caracalla-Thermen: Der Eintritt war frei.

Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches gerieten die technischen und kulturellen Errungenschaften der römischen Bäder in Vergessenheit, so dass im frühen Mittelalter die Araber nach Kontakt mit den Kreuzrittern festhielten, dass es nichts Schmutzigeres gäbe als die Recken aus den christlichen Ländern. Man badete im Europa dieser Zeit wenn überhaupt, nur gelegentlich, obwohl Schwimmen eine der anerkannten ritterlichen Tugenden war. Und das unritterliche, einfache Volk erst …

Die Badekultur musste also erst durch den Kontakt mit den Mauren wiederbelebt werden, was für die Kirche allerdings Grund genug war, Baden erst recht als unchristlichen Luxus, als Teufelszeug geradezu, abzulehnen. Trotzdem setzte sich das Baden in öffentlichen Badehäusern allmählich wieder durch – nicht zuletzt wegen des Unterhaltungswertes und der „Geselligkeit“. Damit war es aber vorbei, als sich im 16. Jahrhundert Geschlechtskrankheiten wie die Syphilis ausbreiteten. Die Badehäuser gerieten in Verruf (nicht ganz zu Unrecht), die Meinung schlug gegen die Nützlichkeit des Badens um und die Badeanstalten wurden nicht zuletzt wegen der Ansteckungsgefahr nach und nach geschlossen. Erst im 19. Jahrhundert rückten die Vorzüge von Badeanstalten in Sachen Hygiene, Gesundheit und Körperertüchtigung wieder in den Vordergrund.

Schon dieser mehr als lückenhafte Abriss zur Geschichte der Badekultur lässt hoffentlich klar werden, dass und wieso im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Redensarten/Redewendungen zum Baden gebildet wurden – hier werden lediglich einige der bekanntesten und noch gebräuchlichen genannt.

Baden gehen z.B. kann man nicht nur in der Schwimmhalle, im Meer oder sonst wo, sondern auch – und weitaus unangenehmer – im übertragenen Sinne, wenn man mit etwas scheitert, vielleicht gar noch in aller Öffentlichkeit. So erging es dem berühmten Till Eulenspiegel, mit dem diese Redensart/Redewendung in Verbindung gebracht wird. Dieser ausgesprochene Lausbube hatte schon in jungen Jahren nur Unfug im Kopf. Statt, wie von der Mutter gewünscht, ein Handwerk zu erlernen, übte er sich lieber in allerlei Kunststückchen wie dem Seiltanz. Als er den einigermaßen beherrschte, spannte er ein Seil vom Haus seiner Mutter über die Saale zu einem Haus auf der anderen Seite des Flusses und begann, darauf zu balancieren. Das rief natürlich eine ganze Menge Schaulustige auf den Plan. Seine Mutter hingegen wollte nicht schauen, fand solcherlei Vorführung auch nicht lustig und schnitt kurzerhand das Seil durch. Eulenspiegel fiel gewissermaßen aus allen Wolken und „ging“ unter Hohn und Spott der Umstehenden in der Saale baden. Seine Rache ließ nicht lange auf sich warten. Aber das ist eine andere Geschichte…

Alternativ soll mit baden gehen ursprünglich gemeint gewesen sein, dass man bei einer Unternehmung im Freien von einem satten Regenguss überrascht wurde.

Auch etwas ausbaden müssen war schon immer weit davon entfernt, Gutes zu bedeuten… In öffentlichen Badestuben war es früher üblich, dass mehrere Personen nacheinander dasselbe Wasser zum Baden verwendeten. Der letzte in der Reihe hatte nicht nur Wasser von fragwürdiger Qualität und Temperatur, sondern musste auch noch das schmutzige Wasser ausgießen und den Zuber bzw. die Wanne reinigen. Pech gehabt, gell?

Du hast offensichtlich nicht zu heiß gebadet und bist auch als Kind nicht zu heiß gebadet worden. Sonst wärst du dem Volksmund nach kaum in der Lage, diesen Ausführungen zu folgen. Wenn du schon einmal deinen Lieblingspulli deutlich zu heiß gewaschen hast und der hinterher nur noch als Puppenwäsche taugte, weißt du, welche Anspielung sich hinter dem zu heißen Bade verbirgt: Dass das Gehirn eingelaufen ist und an Kapazität verloren hat.

Kind mit dem Bad ausschütten

Aus: Doktor Murners Narrenbeschwerung (1512)

Apropos Kind: Das Kind mit dem Bade ausschütten bedeutet, dass man in blindem Eifer (mindestens) genauso viel Schaden anrichtet, wie man Nutzen bringt. Wer sich diese schon seit dem frühen 16. Jahrhundert bezeugte Redensart wörtlich bzw. bildlich vorstellt, liegt richtig. Wer nach dem Baden eines Kleinkindes nicht nur das Wasser aus dem Bottich gießt, sondern das Kind gleich mit, hat zwar ein sauberes, aber vermutlich auch verletztes Kind. Dann doch lieber dreckig und gesund.

Und ein Bad in der Menge nehmen besonders gern Politiker, die ihre angebliche Volkstümlichkeit unter Beweis stellen und so ihre Beliebtheit steigern wollen – die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Dass ab und an vom Volk Eier und Farbbeutel als „Badezusatz“ spendiert werden, gehört vermutlich zum Berufsrisiko. Natürlich können auch andere Personen des öffentlichen Lebens in der Menge baden – Sportler, Künstler …

(Quelle)

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Was hat ein Pelzmantel mit einem USB-Stick zu tun?

Anfrage einer Anwenderin: Wenn ich einen Film auf meinen USB-Stick speichern möchte, kommt die Meldung, dass auf dem USB-Stick nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist. Dann versuche ich es mit _Verknüpfung speichern_ und dann ist genug Platz und mein Film ist auf dem USB-Stick. Das Problem ist aber, wenn ich diesen Film auf dem USB-Stick auf einem anderen PC anschauen möchte. Da kommt die Meldung: „nicht gefunden“. Aber auf meinem PC funktioniert es. Was kann das sein?

Antwort IT-Hotline:

Sehr geehrte Anwenderin, in Ihre Handtasche passt Ihr Pelzmantel einfach nicht rein. Ein Zettel mit dem Vermerk, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt, passt in Ihre Handtasche rein.
Also solange Sie diesen Zettel daheim lesen, finden Sie Ihren Pelzmantel im Schrank.
Schwieriger wird es, wenn Sie Ihre Freundin besuchen und dort Ihren Zettel lesen und erfahren, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt.
In dem Schrank von Ihrer Freundin können Sie suchen, so lange Sie wollen, Ihren Pelzmantel finden Sie dort bestimmt nicht…

Noch eine Hilfe:

Handtasche = USB-Stick
Pelzmantel = Film
Zettel = Verknüpfung
Schrank = PC

Anmerkung von mir: Der Mantel ist natürlich aus Webpelz!

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Giotto Anbetung der Hirten

Dietrich Fischer-Dieskau singt „Weihnachtslied der Hirten“
von Christian Friedrich Daniel Schubart

Nachdenkliches und Lustiges

18. Dezember 2013

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O Tannenbaum …

Die „treuen Blätter“ des Tannenbaums, der auch im Winter „grünt“, wie es in dem populären Lied von 1819/1824 heißt, waren schon Jahrhunderte früher zur Weihnachtszeit beliebt. Der Salzburger Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg hielt 1525 zum Schutz des Waldes sogar ein Verbot für notwendig „betr. das Abhacken des Weihnachtsgrüns“.

Frühe Hinweise auf geschmückte Bäume stammen jedoch aus anderen Gegenden. In Straßburg war es mindestens seit Anfang des 17. Jahrhunderts üblich, „in den Stuben“ Tannenbäume aufzustellen, behängt mit Papierrosen, Äpfeln, Oblaten und Zuckerwerk. Nach anderen Berichten schmückte man am Hof in Hannover um 1660 Buchsbäumchen mit Kerzen und legte darunter Geschenke für die Kinder. Goethe lernte den Weihnachtsbaum um 1767 in Leipzig kennen, Schiller war von Kindheit an damit vertraut.

Seit dem Wiener Kongress hielt der Tannenbaum, vermittelt durch deutsche Protestanten, auch in österreichische Adels- und Bürgerhäuser Einzug. Wiens frühestes Christbaumfest „nach Berliner Sitte“ ist 1814 bezeugt. 1816 führte Henriette von Nassau-Weilburg, Gattin Erzherzog Karls, den Christbaum am habsburgischen Hof ein.
Trotz Deutungsversuchen als Paradiesbaum, Kreuzstamm und Lebensbaum lehnten katholische Kirchenvertreter jener Zeit den „protestantischen“ Christbaum weiterhin ab. Indem die weltliche Bescherung zu Hause in den Mittelpunkt rücke, drohe eine Abkehr von Krippe und Christmette, vom eigentlichen Anlass des Weihnachtsfests. Ein Kirchenblatt empfahl deshalb 1886 den Gläubigen, sich am Weihnachtsabend lieber um die Beichtstühle statt um den Christbaum zu versammeln. Doch solche Bedenken verhallten, der Tannenbaum wurde der Krippe hinzugefügt und gegen 1900 sogar als weihnachtlicher Schmuck in die katholischen Kirchen geholt.

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Der Christbaum der Biedermeierzeit (bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) stand auf einem Tisch, geschmückt mit vergoldeten Äpfeln und Nüssen, Gebäck und Zuckerwerk, letzteres auch in Form von hartem Tragant. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der bisher großteils zu Hause hergestellte und essbare Christbaumschmuck zunehmend durch käuflichen Schmuck aus Glas, Glasseide, Watte, Stanniol und anderen Materialien abgelöst. Glasbläser in Lauscha (Thüringen) entwickelten ab 1867 die ersten dünnwandigen und verspiegelten Christbaumkugeln. Weitere wichtige, teilweise auf Heimarbeit angelegte Produktionszentren für Christbaumschmuck waren Sebnitz (sächsische Schweiz) und Gablonz (Böhmen). Klemmkerzenhalter wurden 1870 erfunden, elektrische Kerzen 1882 in den USA.
Künstliche Christbäume kamen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf und wurden in den beiden Weltkriegen an die Front verschickt, um die Truppenmoral zu stärken. Nationale Propaganda prägte den Christbaumbehang. Die Nationalsozialisten versuchten, christliches Gedankengut zu verdrängen und mit der Bezeichnung „Jultanne“ die angeblich rein germanischen Wurzeln des Weihnachtsfests zu zeigen. Auf der anderen Seite erinnerte der Christbaum an Frieden und Familie, wenn jüdische Kinder im KZ Theresienstadt zu Weihnachten einen Tannenbaum mit Kerzen und Kugeln zeichneten.

(Quelle)

Christian Morgenstern: Das Weihnachtsbäumlein


Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn’n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm –
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

 

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Etwas zum Nachdenken:

Märchen vom Auszug aller „Ausländer“ –  von Helmut Wöllenstein

 

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los kommt, wir gehen.“ „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: ´Ausländer raus´!“

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, unser Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht´s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen … Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asien.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! – Aber die VW´s und BMW´s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

(Quelle)

Anmerkung von mir: Das Märchen spielt in Deutschland, könnte aber auch ebenso in Österreich zu Hause sein.

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Etwas zum Lachen

 Die weltbesten Dichter, Sänger und Poeten wurden eine Woche lang von einer internationalen Jury bewertet, um einen Sieger zu ermitteln. Im Finale stehen schließlich ein jüdischer Rabbi und ein australischer Schafhirte. Die letzte Aufgabe für die beiden Finalisten ist es, einen Vierzeiler vorzutragen, in dem „Timbuktu“ vorkommt.
Der Rabbi beginnt spontan:

I´ve been a rabbi all my life,
had no children, had no wife.
I read the bible through and through
on my way to Timbuktu.

Große Begeisterung auf den Rängen, eine kaum zu überbietende Vorstellung. Alle sind gespannt, womit der Schafhirte aufwarten würde. Und der legt los, ebenso spontan:

When Tim and I to Melbourne went
we met three women in a tent.
As they were three and we were two
I booked one and Tim booked two.

Vier katholische Mütter beim Kaffeekränzchen. Die erste Mutter gibt vollmundig an:
Mein Sohn ist Priester. Wenn er irgendwo ankommt stehen alle auf und sagen: „Guten Tag, Herr Pfarrer!“
Die zweite Mutter muss natürlich einen drauf setzen und sagt: Mein Sohn ist Bischof. Wenn er den Raum betritt, mit allen seinen Ornamenten, stehen alle auf und schauen ihn ehrfürchtig an und sagen: „Gebt uns Euern Segen, Herr Bischof!“
Die dritte Mutter bleibt ruhig und ergänzt: Tja, mein Sohn ist Kardinal. Wenn er den Raum betritt, küssen die Menschen seinen Ring und sagen: „Gebt mir Euern Segen, Eminenz!“
Die vierte Mutter sagt gar nichts. Um sie zu provozieren fragt die Kardinalmutter: Na, ist dein Sohn nicht religiös?
Die vierte Mutter antwortet: Mein Sohn ist 1,90m, braungebrannt, hat grüne Augen und schöne Muskeln. Wenn er einen Raum betritt, sehen ihn alle Menschen an und sagen: MEEEIIINNN GOOTTT !!!!

Drei Kirchen einer amerikanischen Kleinstadt wurden von Streifenhörnchen heimgesucht. Die Besucher der ersten Kirche sahen darin Gottes Willen und ließen die kleinen Nager gewähren. Die Gemeindemitglieder der zweiten Kirche fingen die Tiere ein und setzten sie draußen im Wald vor der Stadt aus. Doch bald waren alle wieder da. Die Kirchengemeinde des dritten Gotteshauses hatte die beste Strategie. Sie taufte die Hörnchen und nahm sie in die Gemeinde auf. Jetzt bekommen sie die Tiere meistens nur noch zu Weihnachten und Ostern zu Gesicht.

Ein Kätzchen wird überfahren und kommt in den Himmel. Petrus öffnet das Tor und sagt zum Kätzchen „HALLO Du; jedes Tier das in den Himmel kommt, darf sich etwas wünschen. Kätzchen was ist Dein Wunsch?“
Das Kätzchen antwortet „Wenn ich im Gras gelegen bin habe ich mir immer die Wolken angesehen und mir vorgestellt, dass die ganz weich und kuschelig sind, ich wünsche mir eine weiche, kuschelige Wolke.“
Gesagt getan, das Kätzchen bekommt eine Wolke wie gewünscht.
2 Wochen später kommen mehrere 100 Mäuse, die vergiftet wurden, in den Himmel. Petrus öffnet das Tor und sagt zum Mäuseanführer „HALLO Du; jedes Tier das in den Himmel kommt, darf sich etwas wünschen. Mäuse, was ist Euer Wunsch?“
Ihr Chef antwortet „Uns haben auf der Erde immer die Menschen gefallen, die auf Rollschuhen unterwegs war, ich wünsch mir für alle Mäuse Rollschuhe.“Und wie gewünscht bekamen alle Mäuse Rollschuhe.
Zwei Wochen später macht Petrus eine Runde durch den Himmel und kommt an der Wolke mit dem Kätzchen vorbei und fragt:
„Wie geht es Dir denn?“
Da antwortet die kleine Katze: „Es war vom ersten Tag an sehr schön – aber dass es seit 2 Wochen Essen auf Rädern gibt, ist der absolute Hammer.“

Von Mäusen und Orangen

17. Dezember 2013

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© ecko  / pixelio.de

 

 

 

Eine ganz besondere Maus

 

Heute habe ich meinen Christbaum gekauft. Naja, eigentlich ein Christbäumchen, etwa 60 cm hoch und beinahe ebenso breit. Aber ich glaube, wenn er erst schön geschmückt ist und die Kerzen sich in den Christbaumkugeln spiegeln, wird er es mit (fast) jedem großen Baum aufnehmen können – zumindest in meinen Augen.

Ich habe also meinen Vorrat an Christbaumschmuck durchgesehen und für größtenteils gut befunden. In meiner Phantasie sehe ich den Baum schon behangen mit roten, goldenen und silbernen kleinen Kugeln, mit Engeln, Sternen und Tannenzapfen aus Stroh und kleinen Holzornamenten.

Hoppla, da fehlt noch was! Ein „richtiger“ Christbaum ohne Süßigkeiten – das geht gar nicht. Also werde ich mich wohl mit Schokoladetalern, Windringerln & Co. eindecken und dem Christbaum damit den „letzten Schliff“ geben. Und das Schönste daran ist: Ich kann die Köstlichkeiten fast alle allein aufessen (oje, so viele Kalorien – aber was soll’s, Weihnachten ist nur einmal im Jahr)! In größeren Familien gibt es häufig Streit um die essbaren Christbaumbehänge und immer wieder verschwinden einfach welche und niemand ist’s gewesen. Oder – ja, natürlich: die Weihnachtsmaus war’s! So eine wie im folgenden Gedicht von James Krüss:

 

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Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

 (Quelle)

 

 

 

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Charles Dickens: Die Apfelsine des Waisenknaben 

 

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam mit neun Jahren in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr ein Gefängnis. Wir mussten vierzehn Stunden am Tage arbeiten – im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Felde. Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag: Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine Apfelsine zum Christfest. Das war alles. Keine Süßigkeiten, kein Spielzeug. Aber auch diese eine Apfelsine bekam nur derjenige, der sich im Laufe des Jahres nichts hatte zuschulden kommen lassen und immer folgsam war. Diese Apfelsine an Weihnachten verkörperte die Sehnsucht eines ganzen Jahres.

So war wieder einmal das Christfest herangekommen. Für mein Knabenherz bedeutete es aber fast das Ende der Welt. Während die anderen Jungen am Waisenhausvater vorbei schritten und jeder seine Apfelsine in Empfang nahm, musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen. Das war meine Strafe dafür, dass ich im Sommer eines Tages hatte aus dem Waisenhaus weglaufen wollen. Als die Geschenksverteilung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hofe spielen. Ich aber musste in den Schlafraum gehen und dort den ganzen Tag über im Bett liegen bleiben. Ich war tief traurig und beschämt. Ich weinte bitterlich und wollte nicht länger leben.

Nach einer Weile hörte ich Schritte im Zimmer. Eine Hand zog die Bettdecke weg, unter die ich mich verkrochen hatte. Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor meinem Bett, hatte eine Apfelsine in der rechten Hand und hielt sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Wo sollte eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass es mit dieser Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben musste.

Auf einmal bemerkte ich, dass die Apfelsine bereits geschält war – und als ich näher hinblickte, wurde mir alles klar. Tränen traten in meine Augen. Als ich die Hand ausstreckte, um die Frucht entgegen zu nehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken musste, damit sie nicht auseinanderfiel.

Was war geschehen? Zehn Knaben hatten sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine Apfelsine haben müsse. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt. Die zehn abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen und runden Apfelsine zusammengesetzt.

Diese Apfelsine war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinem Leben. Sie zeigte mir, wie trostvoll echte Kameradschaft sein kann.

(Quelle)

 

 

 

Ein Buch zum Einschlafen?

 

Einschlafbuch für Hochbegabte. Von Genies für Genies. Von Dieter Bittrich.

 

„Wer originelle Einfälle haben will, muss gut schlafen“, lehrte Pablo Picasso. Er selbst lag oft wach, vor allem während seiner frühen Schaffensphasen. Es dauerte, bis er sein höchstpersönliches hochwirksames Rezept gegen Schlaflosigkeit fand: Zeichnungen alter Meister betrachten. „Das Idyllische beruhigt“. Gewöhnliche Bürger behelfen sich mit Schäfchen zählen, Fernsehen, Lektüre oder Baldrian. Hochbegabte, besonders häufig von Schlaflosigkeit heimgesucht, ersinnen originellere Rezepte:

Im Kreis gehen (Hölderlin), lauwarme Kräuterwickel (Hildegard von Bingen), Bleisoldaten ordnen (Friedrich der Große), Gedichte schmieden (Karl Marx), Perlen aufreihen (Maria Montessori), koreanische Schriftzeichen betrachten (Woody Allen), Mantren summen (DalaiLama). Dietmar Bittrich schildert die wachen Nächte der Genies und ihre genialen Einschlaftricks. Bereits die Lektüre beruhigt und ist wundersam einlullend.

 

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Ich habe dieses Buch gelesen (laut Autor sind wir nämlich alle hochbegabt oder zumindest hochsensibel) und bin dabei nicht eingeschlafen, sondern habe mich gut unterhalten mit den Tricks der zahlreichen Genies, in Morpheus‘ Arme zu fallen.

 

 

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Bitte! Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum!

 

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