Nachdenkliches und Lustiges

18. Dezember 2013

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O Tannenbaum …

Die „treuen Blätter“ des Tannenbaums, der auch im Winter „grünt“, wie es in dem populären Lied von 1819/1824 heißt, waren schon Jahrhunderte früher zur Weihnachtszeit beliebt. Der Salzburger Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg hielt 1525 zum Schutz des Waldes sogar ein Verbot für notwendig „betr. das Abhacken des Weihnachtsgrüns“.

Frühe Hinweise auf geschmückte Bäume stammen jedoch aus anderen Gegenden. In Straßburg war es mindestens seit Anfang des 17. Jahrhunderts üblich, „in den Stuben“ Tannenbäume aufzustellen, behängt mit Papierrosen, Äpfeln, Oblaten und Zuckerwerk. Nach anderen Berichten schmückte man am Hof in Hannover um 1660 Buchsbäumchen mit Kerzen und legte darunter Geschenke für die Kinder. Goethe lernte den Weihnachtsbaum um 1767 in Leipzig kennen, Schiller war von Kindheit an damit vertraut.

Seit dem Wiener Kongress hielt der Tannenbaum, vermittelt durch deutsche Protestanten, auch in österreichische Adels- und Bürgerhäuser Einzug. Wiens frühestes Christbaumfest „nach Berliner Sitte“ ist 1814 bezeugt. 1816 führte Henriette von Nassau-Weilburg, Gattin Erzherzog Karls, den Christbaum am habsburgischen Hof ein.
Trotz Deutungsversuchen als Paradiesbaum, Kreuzstamm und Lebensbaum lehnten katholische Kirchenvertreter jener Zeit den „protestantischen“ Christbaum weiterhin ab. Indem die weltliche Bescherung zu Hause in den Mittelpunkt rücke, drohe eine Abkehr von Krippe und Christmette, vom eigentlichen Anlass des Weihnachtsfests. Ein Kirchenblatt empfahl deshalb 1886 den Gläubigen, sich am Weihnachtsabend lieber um die Beichtstühle statt um den Christbaum zu versammeln. Doch solche Bedenken verhallten, der Tannenbaum wurde der Krippe hinzugefügt und gegen 1900 sogar als weihnachtlicher Schmuck in die katholischen Kirchen geholt.

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Der Christbaum der Biedermeierzeit (bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts) stand auf einem Tisch, geschmückt mit vergoldeten Äpfeln und Nüssen, Gebäck und Zuckerwerk, letzteres auch in Form von hartem Tragant. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der bisher großteils zu Hause hergestellte und essbare Christbaumschmuck zunehmend durch käuflichen Schmuck aus Glas, Glasseide, Watte, Stanniol und anderen Materialien abgelöst. Glasbläser in Lauscha (Thüringen) entwickelten ab 1867 die ersten dünnwandigen und verspiegelten Christbaumkugeln. Weitere wichtige, teilweise auf Heimarbeit angelegte Produktionszentren für Christbaumschmuck waren Sebnitz (sächsische Schweiz) und Gablonz (Böhmen). Klemmkerzenhalter wurden 1870 erfunden, elektrische Kerzen 1882 in den USA.
Künstliche Christbäume kamen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf und wurden in den beiden Weltkriegen an die Front verschickt, um die Truppenmoral zu stärken. Nationale Propaganda prägte den Christbaumbehang. Die Nationalsozialisten versuchten, christliches Gedankengut zu verdrängen und mit der Bezeichnung „Jultanne“ die angeblich rein germanischen Wurzeln des Weihnachtsfests zu zeigen. Auf der anderen Seite erinnerte der Christbaum an Frieden und Familie, wenn jüdische Kinder im KZ Theresienstadt zu Weihnachten einen Tannenbaum mit Kerzen und Kugeln zeichneten.

(Quelle)

Christian Morgenstern: Das Weihnachtsbäumlein


Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn’n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm –
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

 

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Etwas zum Nachdenken:

Märchen vom Auszug aller „Ausländer“ –  von Helmut Wöllenstein

 

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer die Worte „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“. Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

„Los kommt, wir gehen.“ „Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?“ „Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: ´Ausländer raus´!“

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, unser Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht´s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen … Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asien.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! – Aber die VW´s und BMW´s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

(Quelle)

Anmerkung von mir: Das Märchen spielt in Deutschland, könnte aber auch ebenso in Österreich zu Hause sein.

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Etwas zum Lachen

 Die weltbesten Dichter, Sänger und Poeten wurden eine Woche lang von einer internationalen Jury bewertet, um einen Sieger zu ermitteln. Im Finale stehen schließlich ein jüdischer Rabbi und ein australischer Schafhirte. Die letzte Aufgabe für die beiden Finalisten ist es, einen Vierzeiler vorzutragen, in dem „Timbuktu“ vorkommt.
Der Rabbi beginnt spontan:

I´ve been a rabbi all my life,
had no children, had no wife.
I read the bible through and through
on my way to Timbuktu.

Große Begeisterung auf den Rängen, eine kaum zu überbietende Vorstellung. Alle sind gespannt, womit der Schafhirte aufwarten würde. Und der legt los, ebenso spontan:

When Tim and I to Melbourne went
we met three women in a tent.
As they were three and we were two
I booked one and Tim booked two.

Vier katholische Mütter beim Kaffeekränzchen. Die erste Mutter gibt vollmundig an:
Mein Sohn ist Priester. Wenn er irgendwo ankommt stehen alle auf und sagen: „Guten Tag, Herr Pfarrer!“
Die zweite Mutter muss natürlich einen drauf setzen und sagt: Mein Sohn ist Bischof. Wenn er den Raum betritt, mit allen seinen Ornamenten, stehen alle auf und schauen ihn ehrfürchtig an und sagen: „Gebt uns Euern Segen, Herr Bischof!“
Die dritte Mutter bleibt ruhig und ergänzt: Tja, mein Sohn ist Kardinal. Wenn er den Raum betritt, küssen die Menschen seinen Ring und sagen: „Gebt mir Euern Segen, Eminenz!“
Die vierte Mutter sagt gar nichts. Um sie zu provozieren fragt die Kardinalmutter: Na, ist dein Sohn nicht religiös?
Die vierte Mutter antwortet: Mein Sohn ist 1,90m, braungebrannt, hat grüne Augen und schöne Muskeln. Wenn er einen Raum betritt, sehen ihn alle Menschen an und sagen: MEEEIIINNN GOOTTT !!!!

Drei Kirchen einer amerikanischen Kleinstadt wurden von Streifenhörnchen heimgesucht. Die Besucher der ersten Kirche sahen darin Gottes Willen und ließen die kleinen Nager gewähren. Die Gemeindemitglieder der zweiten Kirche fingen die Tiere ein und setzten sie draußen im Wald vor der Stadt aus. Doch bald waren alle wieder da. Die Kirchengemeinde des dritten Gotteshauses hatte die beste Strategie. Sie taufte die Hörnchen und nahm sie in die Gemeinde auf. Jetzt bekommen sie die Tiere meistens nur noch zu Weihnachten und Ostern zu Gesicht.

Ein Kätzchen wird überfahren und kommt in den Himmel. Petrus öffnet das Tor und sagt zum Kätzchen „HALLO Du; jedes Tier das in den Himmel kommt, darf sich etwas wünschen. Kätzchen was ist Dein Wunsch?“
Das Kätzchen antwortet „Wenn ich im Gras gelegen bin habe ich mir immer die Wolken angesehen und mir vorgestellt, dass die ganz weich und kuschelig sind, ich wünsche mir eine weiche, kuschelige Wolke.“
Gesagt getan, das Kätzchen bekommt eine Wolke wie gewünscht.
2 Wochen später kommen mehrere 100 Mäuse, die vergiftet wurden, in den Himmel. Petrus öffnet das Tor und sagt zum Mäuseanführer „HALLO Du; jedes Tier das in den Himmel kommt, darf sich etwas wünschen. Mäuse, was ist Euer Wunsch?“
Ihr Chef antwortet „Uns haben auf der Erde immer die Menschen gefallen, die auf Rollschuhen unterwegs war, ich wünsch mir für alle Mäuse Rollschuhe.“Und wie gewünscht bekamen alle Mäuse Rollschuhe.
Zwei Wochen später macht Petrus eine Runde durch den Himmel und kommt an der Wolke mit dem Kätzchen vorbei und fragt:
„Wie geht es Dir denn?“
Da antwortet die kleine Katze: „Es war vom ersten Tag an sehr schön – aber dass es seit 2 Wochen Essen auf Rädern gibt, ist der absolute Hammer.“

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