Heute schon baden gegangen?

19. Dezember 2013

Fensterchen 20

Nußknacker

von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Nußknacker, du machst ein grimmig Gesicht-
Ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
Drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen
Gar hübsch die harten Nüsse packen
Und weißt sie vortrefflich aufzuknacken:
Nußknacker, drum bitt ich dich, bitt ich dich,
Hast bessere Zähn als ich, Zähn als ich.
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
Die Kerne verzehren.
O knacke nur, knack knack knack! immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!

Trennlinie Eule

Das Kind mit dem Bad ausschütten und andere Redensarten rund ums Bad

Schon die alten Griechen und erst recht die Römer hatten ein besonderes Verhältnis zum Baden. Anfangs standen neben der Hygiene die Körperertüchtigung und Abhärtung im Vordergrund und warmes Wasser galt dementsprechend als verweichlichend (außer bei Alten und Kranken). Doch im Laufe der Zeit entwickelte sich eine ausgeprägte Badekultur, die wohl zu den großen kulturellen Leistungen des Römischen Reiches gerechnet werden kann und die u.a. in technischen Meisterleistungen (Wasserbeschaffung über Aquädukte, Fußbodenheizung usw.) und prachtvollen Bauten (Badeanlagen, Thermen genannt) zum Ausdruck kam.

Ein vornehmer Römer konnte den halben Tag in den Badeanlagen (Thermen) verbringen, dabei seine Kontakte pflegen und seinen Geschäften nachgehen. Und natürlich auch seinen Körper verwöhnen (lassen). Auch der einfache Bürger sah es geradezu als Teil seiner Identität als Römer an, Zutritt zu Badeanlagen zu haben. Nicht nur kostenloses Getreide und Unterhaltung im Circus („Brot und Spiele“) hatten ihm nach der Zeitenwende die Kaiser zu ermöglichen, sondern auch Bademöglichkeiten. Die Kaiser trugen dem mit Thermen von unvorstellbarer Größe und ebensolcher Ausstattung Rechnung. Ein Beispiel dafür sind die berühmten Caracalla-Thermen, erbaut zu Beginn des dritten Jahrhunderts unter Kaiser Caracalla, nahmen sie einschließlich Gärten, Sporträumen usw. eine Fläche von über 100.000 Quadratmetern ein. Zum Vergleich: Eine herkömmliche moderne Schwimmhalle mit 25-Meter-Bahn dürfte kaum mehr als 2.000 Quadratmeter vereinnahmen. Weiterer Vorzug der Caracalla-Thermen: Der Eintritt war frei.

Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches gerieten die technischen und kulturellen Errungenschaften der römischen Bäder in Vergessenheit, so dass im frühen Mittelalter die Araber nach Kontakt mit den Kreuzrittern festhielten, dass es nichts Schmutzigeres gäbe als die Recken aus den christlichen Ländern. Man badete im Europa dieser Zeit wenn überhaupt, nur gelegentlich, obwohl Schwimmen eine der anerkannten ritterlichen Tugenden war. Und das unritterliche, einfache Volk erst …

Die Badekultur musste also erst durch den Kontakt mit den Mauren wiederbelebt werden, was für die Kirche allerdings Grund genug war, Baden erst recht als unchristlichen Luxus, als Teufelszeug geradezu, abzulehnen. Trotzdem setzte sich das Baden in öffentlichen Badehäusern allmählich wieder durch – nicht zuletzt wegen des Unterhaltungswertes und der „Geselligkeit“. Damit war es aber vorbei, als sich im 16. Jahrhundert Geschlechtskrankheiten wie die Syphilis ausbreiteten. Die Badehäuser gerieten in Verruf (nicht ganz zu Unrecht), die Meinung schlug gegen die Nützlichkeit des Badens um und die Badeanstalten wurden nicht zuletzt wegen der Ansteckungsgefahr nach und nach geschlossen. Erst im 19. Jahrhundert rückten die Vorzüge von Badeanstalten in Sachen Hygiene, Gesundheit und Körperertüchtigung wieder in den Vordergrund.

Schon dieser mehr als lückenhafte Abriss zur Geschichte der Badekultur lässt hoffentlich klar werden, dass und wieso im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Redensarten/Redewendungen zum Baden gebildet wurden – hier werden lediglich einige der bekanntesten und noch gebräuchlichen genannt.

Baden gehen z.B. kann man nicht nur in der Schwimmhalle, im Meer oder sonst wo, sondern auch – und weitaus unangenehmer – im übertragenen Sinne, wenn man mit etwas scheitert, vielleicht gar noch in aller Öffentlichkeit. So erging es dem berühmten Till Eulenspiegel, mit dem diese Redensart/Redewendung in Verbindung gebracht wird. Dieser ausgesprochene Lausbube hatte schon in jungen Jahren nur Unfug im Kopf. Statt, wie von der Mutter gewünscht, ein Handwerk zu erlernen, übte er sich lieber in allerlei Kunststückchen wie dem Seiltanz. Als er den einigermaßen beherrschte, spannte er ein Seil vom Haus seiner Mutter über die Saale zu einem Haus auf der anderen Seite des Flusses und begann, darauf zu balancieren. Das rief natürlich eine ganze Menge Schaulustige auf den Plan. Seine Mutter hingegen wollte nicht schauen, fand solcherlei Vorführung auch nicht lustig und schnitt kurzerhand das Seil durch. Eulenspiegel fiel gewissermaßen aus allen Wolken und „ging“ unter Hohn und Spott der Umstehenden in der Saale baden. Seine Rache ließ nicht lange auf sich warten. Aber das ist eine andere Geschichte…

Alternativ soll mit baden gehen ursprünglich gemeint gewesen sein, dass man bei einer Unternehmung im Freien von einem satten Regenguss überrascht wurde.

Auch etwas ausbaden müssen war schon immer weit davon entfernt, Gutes zu bedeuten… In öffentlichen Badestuben war es früher üblich, dass mehrere Personen nacheinander dasselbe Wasser zum Baden verwendeten. Der letzte in der Reihe hatte nicht nur Wasser von fragwürdiger Qualität und Temperatur, sondern musste auch noch das schmutzige Wasser ausgießen und den Zuber bzw. die Wanne reinigen. Pech gehabt, gell?

Du hast offensichtlich nicht zu heiß gebadet und bist auch als Kind nicht zu heiß gebadet worden. Sonst wärst du dem Volksmund nach kaum in der Lage, diesen Ausführungen zu folgen. Wenn du schon einmal deinen Lieblingspulli deutlich zu heiß gewaschen hast und der hinterher nur noch als Puppenwäsche taugte, weißt du, welche Anspielung sich hinter dem zu heißen Bade verbirgt: Dass das Gehirn eingelaufen ist und an Kapazität verloren hat.

Kind mit dem Bad ausschütten

Aus: Doktor Murners Narrenbeschwerung (1512)

Apropos Kind: Das Kind mit dem Bade ausschütten bedeutet, dass man in blindem Eifer (mindestens) genauso viel Schaden anrichtet, wie man Nutzen bringt. Wer sich diese schon seit dem frühen 16. Jahrhundert bezeugte Redensart wörtlich bzw. bildlich vorstellt, liegt richtig. Wer nach dem Baden eines Kleinkindes nicht nur das Wasser aus dem Bottich gießt, sondern das Kind gleich mit, hat zwar ein sauberes, aber vermutlich auch verletztes Kind. Dann doch lieber dreckig und gesund.

Und ein Bad in der Menge nehmen besonders gern Politiker, die ihre angebliche Volkstümlichkeit unter Beweis stellen und so ihre Beliebtheit steigern wollen – die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Dass ab und an vom Volk Eier und Farbbeutel als „Badezusatz“ spendiert werden, gehört vermutlich zum Berufsrisiko. Natürlich können auch andere Personen des öffentlichen Lebens in der Menge baden – Sportler, Künstler …

(Quelle)

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Was hat ein Pelzmantel mit einem USB-Stick zu tun?

Anfrage einer Anwenderin: Wenn ich einen Film auf meinen USB-Stick speichern möchte, kommt die Meldung, dass auf dem USB-Stick nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist. Dann versuche ich es mit _Verknüpfung speichern_ und dann ist genug Platz und mein Film ist auf dem USB-Stick. Das Problem ist aber, wenn ich diesen Film auf dem USB-Stick auf einem anderen PC anschauen möchte. Da kommt die Meldung: „nicht gefunden“. Aber auf meinem PC funktioniert es. Was kann das sein?

Antwort IT-Hotline:

Sehr geehrte Anwenderin, in Ihre Handtasche passt Ihr Pelzmantel einfach nicht rein. Ein Zettel mit dem Vermerk, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt, passt in Ihre Handtasche rein.
Also solange Sie diesen Zettel daheim lesen, finden Sie Ihren Pelzmantel im Schrank.
Schwieriger wird es, wenn Sie Ihre Freundin besuchen und dort Ihren Zettel lesen und erfahren, dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt.
In dem Schrank von Ihrer Freundin können Sie suchen, so lange Sie wollen, Ihren Pelzmantel finden Sie dort bestimmt nicht…

Noch eine Hilfe:

Handtasche = USB-Stick
Pelzmantel = Film
Zettel = Verknüpfung
Schrank = PC

Anmerkung von mir: Der Mantel ist natürlich aus Webpelz!

Trennlinie Eule

Giotto Anbetung der Hirten

Dietrich Fischer-Dieskau singt „Weihnachtslied der Hirten“
von Christian Friedrich Daniel Schubart

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