Rätselhafte Scherben

15. Dezember 2013

 Fensterchen 16

Scherben bringen Glück?

Als ich gestern meinen Christbaumschmuck sortiert habe, ist mir ein Malheur passiert: Ich habe gleich drei von meinen schönen alten Glaskugeln zerschlagen. Als ich das später einer Freundin am Telefon erzählt habe, sagte sie tröstend: „Mach dir nix draus, du weißt ja, Scherben bringen Glück“. Natürlich kenne ich dieses Sprichwort, aber ich habe schon als Kind immer, wenn es jemand verwendet hat, an seinem Wahrheitsgehalt gezweifelt. Wie soll es wohl Glück bringen, wenn man etwas kaputt macht? Und wie passt das mit einem anderen Ausspruch zusammen, nämlich, dass jemand, der einen Spiegel zerschlägt, sieben Jahre Pech hat? Da gibt’s ja auch Scherben! Nun heute, einige Jahrzehnte später und ein bisschen gescheiter (hoffentlich!) stehe ich natürlich über diesen abergläubischen „Weisheiten“. Aber es hat mich doch interessiert, wie es zu dem Ausspruch „Scherben bringen Glück“ gekommen ist. Und „Professor“ Google hat mir gleich mehrere Erklärungen angeboten:

Scherben bringen Glück

© Fiona Wördehoff  / pixelio.de

Zum einen war die Bezeichnung „Scherbe“ ehemals die Bezeichnung für allgemeines Töpfergut (also unversehrtes, nicht zerschlagenes!). Wenn man nun die diese Bezeichnung wörtlich überträgt, besagt dieses Sprichwort lediglich, dass Tongefäße Glück bringen. Natürlich macht dies nur dann Sinn, wenn diese auch gefüllt sind, am besten mit vielen Goldstücken oder zumindest mit einem anhhaften Essen oder einem guten Getränk.

Nach einer anderen Meinung leitet sich der Satz anscheinend von der Sitte ab, dass bei jüdischen Hochzeiten ein Glas vom Bräutigam zertreten wird, was die Zerstörung des Tempels zu Jerusalem symbolisiert. Um dieses Unglück abzuwenden und Glück herbeizurufen, wird von den Hochzeitsgästen laut „Massel Tov“ (Viel Glück!) gerufen.

Noch eine andere Deutung ist, dass Glas früher sehr teuer war, und es als Unglück oder böses Omen betrachtet wurde, wenn Glas zerbrach. (Glück und Glas – wie leicht bricht das!) Um das Unglück ins Gegenteil zu verkehren, wurde dann „Scherben bringen Glück!“ gerufen oder gesagt.

Die andere Erklärung ist die, dass das Geräusch von zerbrechendem Ton die bösen Geister vertreiben soll. Dies wurde schon in uralten Ritualen durchgeführt, in denen am Ende die Opfergaben in Form von Tonschalen zerschlagen wurden. Auch heute noch wird beispielsweise bei Schiffstaufen Glas zerbrochen, traditionell in Form einer Champagnerflasche.

Allerdings gilt das alles – wie schon angedeutet – nicht für Spiegelscherben, denn es heißt, wer einen Spiegel zerbricht, der hat sieben Jahre Pech. Dies rührt daher, dass ein Spiegel die Seele des Hineinschauenden beherbergen soll. Wird ein Spiegel zerbrochen, so zerbricht die Seele. Da eine Seele im Allgemeinen sieben Jahre brauchen soll, um zu heilen, soll der unglückliche Spiegelzerbrecher die folgenden sieben Jahre Pech haben. Da ein Spiegel ebenfalls im Aberglauben ein Tor zu bösen Geistern, Dämonen und anderen finsteren Kreaturen sein soll, werden diese durch die Zerstörung eines Spiegels ebenfalls freigesetzt und können ihr Unheil treiben. Abhilfe soll Salz schaffen, das man über die Scherben streut, oder man vergräbt die Scherben im dunkelsten Teil des Gartens und zwar genau um Mitternacht.

Es soll übrigens auch großes Unglück bringen, wenn der Rahmen eines Spiegels eine Lücke aufweist, da durch diese Lücke die gefangenen Geister ebenfalls hinaus können. Manche Menschen verhängen nachts ihre Spiegel. Nicht wenige tun dies ebenfalls, nachdem eine Person aus dem Haushalt gestorben ist. Es soll verhindert werden, dass die Seele des Verstorbenen in den Spiegel gebannt wird und nicht zur Ruhe finden kann.

Tja, was so ein paar zerbrochene Christbaumkugeln doch für einen „Bildungsschub“ hervorgerufen haben! Da hab ich ja doch Glück gehabt!

(Quelle) (Quelle)

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Etwas zum Raten

Adventzeit ist Backzeit! Da ich heute nicht unbedingt wieder ein Keksrezept hier posten will, lasse ich dich zur Abwechslung einmal raten: Welche Süßigkeiten verstecken sich hinter diesen eher kryptischen Begriffen und Umschreibungen?

1. Überseeischer Ausländer
2. Kopfschmuck einer Stadt an der Oder
3. Ein Lateiner, der spekuliert
4. Abwehrreaktion eines Insektes
5. Thema Nr. 1 mit Knochen
6. Gebäck aus sehr wertvollem, harten Gestein
7. Unterirdische Gänge
8. Harter, altmodischer Straßenbelag
9. Gebäck mit Kinderspielzeug gemacht
10. Zähe, runde Masse, die betrunken macht
11. Sehr holziges Gebäck
12. Körperteil von dem, der seine Schuldigkeit getan hat
13. Gebäck aus unnützem Zeug
14. Stirb-nicht-Gebäck
15. Backwaren aus scharfem Teig
16. Langsames Kriechtier mit dicker Masse
17. Hartes Klötzchen für ein Spiel
18. Zärtlichkeiten eines Afrikaners
19. Säckchen mit leichter Luftbewegung
20. Obsthaltige Wasserbewegung
21. Kleine Sitzgelegenheit
22. Süßer brauner Schubkasten
23. Sehr süße Erdäpfel
24. Kommt aus einem flachen Topf
25. Haarteil eines literaturbegabten Deutschen
26. Wasserbewegung eines blauen Flusses
27. Höriges Organ eines dicken Tieres
28. Kommt aus einem sehr dunklen Wald

(Quelle)

Viel Spaß beim Raten ! Auflösung gibt’s morgen!

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Weihnachten bei Hoppenstedts

Kennt ihr die Hoppenstedts? Nicht? Nun, ich habe sie auch erst jetzt „kennengelernt“, in Deutschland waren sie schon den in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Kult. Sie haben natürlich nicht wirklich existiert, sondern entspringen der unerschöpflichen Phantasie des 2011 verstorbenen Humoristen, Karikaturisten, Regisseurs, Schauspielers, Bühnen- und Kostümbildners und Professors der Theaterkunst Bernhard-Viktor (Vicco) von Bülow alias „Loriot“.

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Mir gefällt nicht alles von Loriot, aber den Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“ mit Evelyn Hamann und Loriot (als Großvater, köstlich) schaue ich mir gern an. Vielleicht gefällt er dir auch …

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