Das 21. Fensterchen

20. Dezember 2014

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Fensterchen 21

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Weihnachtsmann versus Christkind

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Das Verhältnis zwischen Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann als Gabenbringer ist komplex und entwickelte sich regional unterschiedlich.

Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag (6. Dezember) oder am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) beschenkt; die Bescherung am Heiligen Abend bzw. am ersten Weihnachtsfeiertag, wie sie heute üblich ist, gab es damals noch nicht. Die Protestanten lehnten jedoch die römisch-katholische Form der Heiligenverehrung – und damit auch die Verehrung des heiligen Nikolaus – ab. Daher ersetzte mit hoher Wahrscheinlichkeit Martin Luther im 16. Jahrhundert den Nikolaus durch den „Heiligen Christ“ und verlegte die Beschenkung auf den 25. Dezember. Andernorts – wie in der reformierten Schweiz – fand die Bescherung bis ins 19. Jahrhundert am Neujahrstag statt. Mit „Heiliger Christ“ war Jesus Christus gemeint, jedoch nicht in der Personifikation des neugeborenen Jesuskindes. Über die Jahre entwickelte sich die Bezeichnung „Christkind“ und die Vorstellung als engelsgleiche Erscheinung.

Das Christkind verselbständigte sich zusehends und die Verbindung zu Jesus Christus wurde immer unklarer. In der reformierten Schweiz wurde es – entsprechend dem hier (früher) gültigen Bescherungstag – denn auch zum Neujahrskind.

Christkindleinzug InnsbruckDie engelsgleiche Darstellung hat ihren Ursprung vermutlich in weihnachtlichen Umzugsbräuchen und Krippenspielen, bei denen häufig eine Engelsschar von einem „Christkind“ angeführt wurde. Das Christkind verbreitete sich zunächst im evangelischen Deutschland. Später breitete sich der Brauch ins Rheinland, dann zusammen mit Adventkranz und Christbaum nach Bayern und Österreich aus.

Diese Entwicklungslinie wurde aber von zwei entgegenlaufenden gekreuzt: Einerseits wurde das Christkind in Nord- und in Teilen von Mitteldeutschland bei den Protestanten immer mehr vom Weihnachtsmann abgelöst, anderseits verdrängte das Christkind in der Schweiz immer mehr den zuvor hier sowohl katholischen wie auch protestantischen Nikolaus (Chlaus).

Somit finden wir heute die Situation vor, dass das Christkind hauptsächlich einerseits in mehrheitlich katholischen Gebieten wie Österreich, Bayern, den katholischen Teilen Baden-Württembergs und den Rheinlanden, anderseits aber auch in den traditionell evangelischen Regionen Frankens, Baden-Württembergs, der Pfalz und Hessens sowie in der Deutschschweiz überhaupt verbreitet ist.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist neben dem Christkind und Nikolaus zunehmend der Weihnachtsmann in Film, Fernsehen und bei der Weihnachtsdekoration anzutreffen, wohl hauptsächlich als Folge des zunehmenden US-amerikanischen Einflusses. (Quelle)

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Das Christkind hat es also heute genauso schwer, sich gegen den Weihnachtsmann zu behaupten, wie es der Christbaum gegen den Weihnachtsbaum und der Heilige Abend gegen Heiligabend haben.

Zumindest aber muss es sich nicht wie sein Konkurrent in Schokolade gießen und mit bedrucktem Stanniol umwickeln lassen, denn das ist auch nicht gerade ein leichtes Los, wie die folgende hochwissenschaftliche Abhandlung zeigt.

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Schokoladenweihnachtsmann – Eine notfallmedizinische Studie

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Die eigentliche Herkunft der Weihnachtsmänner ist unklar, sie liegt quasi im Dunkeln. Schon das periodisch massive Auftreten bereits im Herbst, sowie das schlagartige Verschwinden nach der Wintersonnenwende bedarf noch intensiver Untersuchungen. Die vorliegende Studie befasst sich mit notfallmäßigen Gesichtspunkten, wobei im Wesentlichen die traumatologischen Aspekte im Vordergrund stehen sollen.


ANATOMISCHE VORBEMERKUNGEN

chocolate-santa-claus-490825_640Die interessante Spezies „Schokoladenweihnachtsmann“ ist makroskopisch recht gut untersucht worden. Umgeben ist der Patient von einer festen Haut, welche die verschiedensten Farbnuancen aufweisen kann. Die Farbgebung als solches laesst menschenaehnliches Gesicht und Gestalt vermuten. Hinweise auf einen funktionstüchtigen Bewegungsapparat finden sich nicht. Die Extremitäten sind wie bei einer Syndaktylie verschmolzen. Die äußere Haut (Pellicula aluminica) dient dem Schutz des Individuums vor dem Unbilden der menschlichen Spezies; verhindert aber offensichtlich auch den Verlust koerpereigener Substanzen bei der Änderung des Aggregatzustandes der Körpersubstanz. Diese Grundsubstanz liegt als Exoskelett nach innen dicht der Pellicula an und umhüllt die große zentrale Vakuole, welche in ihrer Form ein getreues Abbild des Weihnachtsmannes darstellt. Die Herkunft dieser Grundsubstanz ist umstritten. Biochemisch scheinen aber Zusammenhaenge mit dem Abraum der Oetker`schen Schokoladenbergwerke zu bestehen. Der Schokoladenweihnachtsmann kommt in den verschiedensten Größen und Formen vor. Dies hat er mit den Gartenzwergen gemeinsam, denen er allerdings nur äußerlich ähnlich ist. Es wurden Exemplare von 20 – 4000 g gesehen. Über Wachstum, Nahrungsaufnahme sowie räumliche Veränderungen rätselt die Wissenschaft noch heute.TRAUMATOLOGIE
Nach der bisherigen Auffassung gibt es nur zwei klinisch relevante Traumatisierungsmechanismen:
1. Frakturen (Frakturen der Grundsubstanz)
2. Thermische Traumen (Hitzetrauma).
Die Verletzung der Pellicula scheint medizinisch bedeutungslos und bedarf keiner besonderen Therapie.FRAKTURTYPEN
1. Impressionstraumen des Kraniums
2. Impressionstraumen des Thorax
3. Impressionstraumen des Säckelchen (trotz seiner atypischen Lage ist grundsätzlich an ein urologisches Konsilium zu denken!)
4. Impressionstraumen im Fußbereich
5. Frakturen des Dents-axis (neurologisches Gutachten erstellen!)
6. Polytraumen (Patient muss unverzüglich in eine Polyklinik überwiesen werden!)Schokoweihnachtsmann 1

UNFALLMECHANISMEN
Die Welt der Menschen ist für Schokoladenweihnachtsmänner an sich als extrem feindlich zu betrachten. Eine Hyperthermisierung des Corpus kann zu irreversiblen Schäden führen. So ist bereits das Auflegen einer Kinderhand oder die Positionierung auf einem Heizkörper für das Objekt sehr gefährlich. Intensive Sonnenstrahlung hinterlässt beeindruckende  Schäden. Frakturen treten schon bei Bagatelltraumen auf. Polytraumen werden allerdings eher bei Stürzen aus größeren Höhen beobachtet.
DIAGNOSTIK
Die Pupille des Patienten hat sich nach mehreren Testserien als lichtstarr erwiesen. Es ist keinerlei Reaktion bei der Konvergenz zu bemerken. Selbst ein Ausleuchten der Augenhöhlen mittels Softlaser hat zu keiner neuen Erkenntnis beigetragen. Vor einer Inspektion der Mundhöhle muss dringend gewarnt werden, da es neben einer irreversiblen Schaedigung der Pellicula zu Gesichtsschädelfrakturen (meist Typ LeFutch II.) sowie massiven Kieferfrakturen kommen kann. Die Perkussion kann sehr aufschlussreich sein. Bei intakter Aura ist ein hypersonorer Klopfschall zu vernehmen. Bei Hitzetraumen wird der Klopfschall meist klebrig, bei Polytrauma ist er nicht zu registrieren. Eine Auskultation erscheint unsinnig und belanglos. Die Temperaturmessung des Patienten erweist sich als äußerst schwierig, da physiologische Körperöffnungen oder Hauttaschen fehlen. Somit ist es ohne Verletzung des Probanden nicht möglich, Rezeptoren einzuführen. Es gibt Untersuchungen, welche belegen, dass es sich bei dieser Spezies um Poikilotherme handeln könnte.THERAPIE
Für die klinisch relevanten Traumen ist bislang seitens der Physiotherapie keine Studie bekannt geworden. Recherchen haben keine Hinweise finden können, ob thermische Traumen mit anschließenden Gestaltsverlust erfolgreich zu therapieren sind. Frakturen des Exoskeletts sind heute noch therapieresistent. Eine Heilung im Sinne der Kallusbildung konnte leider nicht herbeigeführt werden. Eine primäre oder sekundäre Wundheilung findet nicht statt. Kleinere Fissuren können als Bagatelle unbeachtet gelassen werden, da sie den Allgemeinzustand nicht beeinträchtigen. Eine Applikation von Analgetika ist grundsätzlich kontraindiziert!
ZUSAMMENFASSUNG

Weihnachtsmann 2Grundsätzlich scheinen Traumen jeglicher Form therapieresistent und ohne Aussicht auf Erfolg. Mit der Frage, ob der Verzehr der durch grobe Gewalt lädierten Patienten der richtige Weg zur Beseitigung des Corpus Delicti ist, wird sich in nächster Zeit die Kriminologie beschäftigen. Es sind Hinweise eingegangen, dass nach der Wintersonnenwende Schokoladenweihnachtsmänner zu Schokoladenosterhasen mutieren.
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Auch Simon’s Cat hat zunächst einmal ein Problem mit dem Weihnachtsmann
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nicecat
 Sag dem Weihnachtsmann, dass ich brav war, nicht unartig!
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