Das 23. Fensterchen

22. Dezember 2014

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Fensterchen 23

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Am 22. Dezember um 00:03 hat der astronomische Winter begonnen. Meteorologisch gesehen hätte er bereits am 1. Dezember seinen Einzug in unseren Breiten halten sollen. Aber wo ist er denn wirklich, der alte Mann, der uns Eis und Schnee bringen und in den nächsten Monaten begleiten soll?

Nun – von mir aus kann er größtenteils bleiben, wo er ist. Wir sind es ja schon gewohnt, zu Weihnachten ein Grillfest im Garten zu feiern und die Heizung im Haus nur ein paar Stunden vor dem Schlafengehen voll aufzudrehen.

Aber irgendwie ist es doch komisch, so ganz spätherbstlich oder frühfrühlinglich durch den Dezember zu gehen. Was waren das früher für Winter, wo wir als Kinder aus dem Fenster schauen und aus vollem Herzen singen konnten: „A, a, a, der Winter der ist da“.

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Für heuer habe ich das Lied umgeschrieben:

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A, a, a, der Winter ist nicht da!

kein winter 1A, a, a, der Winter ist nicht da!
Herbst und Sommer wär’n vergangen,
doch Winter hat nicht angefangen,
A, a, a, der Winter ist nicht da!

E, e, e, es gibt kein Eis, kein‘ Schnee.
Kinder möchten Schneemann bauen,
müssen durch die Finger schauen.
E, e, e, es gibt kein Eis, kein‘ Schnee.

kein winter 2I, i, i, verkauf jetzt deine Schi!
Kauf dir lieber ’nen Bikini,
denn die Schi, die brauchst du eh nie.
I, i, i, verkauf jetzt deine Schi!

O, o, o, wie wär’n die Kinder froh!
Träumen jede Nacht aufs Neue
dass es morgen endlich schnäue*.
O, o, o, wie wär’n die Kinder froh!

kein winter 3U, u, u, jetzt weiß ich was ich tu!
Lass den Schlitten in dem Keller
Mit dem Fahrrad bin ich schneller.
U, u, u, jetzt weiß ich was ich tu!

* Eulinda-dichterisch für „schneie“

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whitechristmas

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Herbergssuche – heute

Duhuhu… Papa, in der Schule haben wir heute ein Theaterstück für Weihnachten geprobt. Es heißt die Herbergsuche und ich muss den Wirt spielen.“
„Ja da schau her, mein Sohn ein Schauspieler!“
„Wo ist eigentlich die Mama?“
„Ach, die ist oben, wir wollen doch das Zimmer vermieten und da ist vorhin ein junges Pärchen gekommen, um es sich anzusehen.“
„Und, bekommen die das Zimmer?“
„Auf gar keinen Fall!“
„Weshalb denn nicht, Papa?“
„Weil es Türken sind!“
„Na und…?“
„Weil…, Türken sind…, Türken haben eben…, Türken können eben nicht…, na ja, ich mag halt einfach keine Türken unter meinem Dach haben!
Aber wir wollten nicht ganz so unhöflich sein und haben ihnen das Zimmer einfach nur mal gezeigt, damit die mal sehen, wie schön und sauber man hierzulande wohnt!

Herbergssuche 2
Aber erzähl lieber von eurem Theaterspiel, was musst denn da sagen?“
„Ich muss ganz laut durch die Tür zu Maria und Josef rufen:
Los, zieht weiter, ihr könnt hier nicht wohnen!“
„Da musst du aber schön laut und deutlich sprechen, damit dich die Zuhörer auch alle gut verstehen können!“
„Du, Papa, weshalb haben die Wirtsleute damals Maria und Josef eigentlich nicht aufgenommen?“
„Na ja, wie war das eigentlich damals…? Maria und Josef waren halt ganz einfache Leute…, fremd, kamen aus einem anderen Land…, arm und bisschen abgerissen, haben anders geredet…, na ja…, die waren eben einfach ganz anders als die anderen alle!“
Der Junge schaute den Vater mit ganz großen Augen fragend an:
„Waren denn Maria und Josef auch Türken?“ …..
…und verzog sich daraufhin schweigend in sein Zimmer. (Quelle)

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Herbergssuche 3

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Wolfgang Ambros: Weihnachten wie immer

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