Denken wie Leonardo

Leonardo da Vinci

Vor einiger Zeit habe ich eine Überschrift im Internet gelesen, die mich neugierig gemacht hat: „Denken wie Leonardo da Vinci“ stand da. Der Beitrag sollte eine Anregung sein, einige der Denkmethoden des großen Universalgenies auf sich selbst anzuwenden.

Den ganzen Beitrag kannst du hier lesen.Weiter Informationen zum Leonardo-Prinzip findest du hier

Ich möchte nur einige der wichtigen Punkte aufzählen, die dir helfen könnten, auch zumindest ein wenig „leonardisch“ zu werden:

  • Curiosità bedeutet „einen unstillbaren, neugierigen Zugang zum Leben zu haben und unnachgiebig nach kontinuierlichem Lernen zu streben“.
  • Dimostrazione ist „das Bemühen, Wissen durch Erfahrung, Beharrlichkeit und der Bereitschaft aus Fehlern zu lernen zu testen“.
  • Sensazione ist „das immerwährende Verfeinern der Sinne, vor allem des Blickes, da dadurch die Erfahrungen verstärkt werden“.
  • Sfumato ist die Bereitschaft, Ambiguität, Paradoxa und Unsicherheit zu akzeptieren.
  • Arte/scienza ist „die Entwicklung einer Balance zwischen Kunst und Wissenschaft, Logik und Vorstellungskraft“.
  • Corporalità bedeutet „die Kultivierung von Anmut, Beidhändigkeit, Fitness und Gleichgewicht“
  • Connessione ist „ein Erkennen und Wertschätzen dessen, dass alle Dinge und Phänomene miteinander vernetzt sind“.

Zu jedem dieser aufgezählten Punkte findest du in dem Beitrag nützliche Anweisungen, wie du sie in die Praxis umsetzen kannst.

Einige andere nachahmenswerte Eigenschaften da Vincis könnte sein:

  • Charisma
  • Großzügigkeit
  • die Liebe zur Natur
  • die Liebe zu den Tieren
  • die Neugier eines Kindes.

Mir hat dieser Artikel einige wertvolle Anregungen gegeben. Vielleicht findest du darin auch etwas für dich.

Übrigens: Die hauptsächliche Quelle der Ideen für diesen Artikel ist das Buch

Gelb, Michael J.: Das Leonardo-Prinzip.

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Vorteile des Lesens

Lesen

Zur Zeit befinde ich mich – endlich – wieder einmal in einem wunderschönene Zustand: in dem der echten Freude am Lesen. Dabei lese ich Krimis genau so gerne wie Fachliteratur, Kochbücher  genau so gerne wie Gedichte – alles zu seiner Zeit.

Ja, das Lesen hat viele Vorteile. Einige davon hast du sicher bereits an dir selbst erfahren, einige waren dir vielleicht (wie mir) noch nicht so bewusst, einige werden dich zum Schmunzeln bringen:

  • Dir ist nie langweilig.
  • Du hast einen Filter, wenn du jemanden kennen lernst: Jemand, der auch gern liest, passt sicher besser zu dir als ein Büchermuffel.
  • Du lebst nicht nur ein – machmal recht langweiliges – Leben, sondern hunderte, zum großen Teil sehr spannende.
  • Deine Armmuskeln werden stärker durch das andauernde Halten von – möglichst dicken – Büchern.
  • Du kannst über die neuesten Filme schon reden, bevor du sie gesehen hast (ja, sogar bevor sie im Kino laufen).
  • Du hast das perfekte Zitat für alle Gelegenheiten.
  • Dein Wortschatz ist astronomisch. Dir fehlt nie der passende Ausdruck.
  • Du bist ein dankbarer Geschenke-bekommen-Typ. Mit einem Buch oder einem Büchergutschein kann man dir immer ganz leicht eine Freude machen.
  • Die vielen unterschiedlichen Menschentypen, denen du bei deiner Lektüre begegnest, geben dir vielerlei Impulse und ersetzen manchmal auch eine Therapie.
  • Kein Strom,  kein Netz, kein TV-Empfang? Bücher kannst du im Notfall auch bei Kerzenlicht lesen!
  • Vielleser schreiben besser.
  • Du hast immer Gesprächsthemen – bessere als das Wetter oder die Affären der Promis.
  • Du brauchst keine teure Deko. Regale mit Büchern sind dekorativ genug.
  • Nach einer neueren Studie verbessert Lesen die Verbindungsfähigkeit deiner Gehirnzellen.
  • Du kannst – ohne viel Geld auszugeben und ohne echte Strapazen – durch die ganze Welt reisen, und durch alle Zeiten und Kulturen – ganz ohne Zeitmaschine!

(Quelle)

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Kennst du „Europeana“?

Europeana

Zu meinen meistbesuchten Bookmarks gehört die virtuelle Bibliothek „Europeana„, die einer breiten Öffentlichkeit das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Europas von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart in Form von Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien zugänglich machen soll. Das mit Hilfe von zahlreichen Bibliotheken, Museen und Archiven erschlossene Material unterliegt keinem Copyright, so dass es für wissenschaftliche oder Bildungszwecke frei genutzt werden kann. Viele Bilder in meinem Blog (der ja auch der Bildung dient 😉  stammen zum Beispiel aus dem „Europeana“-Pool.

Ich stöbere oft gern einfach nur in der Datenbank – häufig angeregt durch den „Europeana“-Blog . So finde ich oft Dinge, nach denen ich sonst nie gesucht hätte, dich mich aber doch interessieren oder amüsieren, zum Beispiel:

  • Belgische Cartoon-Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg,
  • Originalsprachliche E-Book-Ausgaben von Weltliteratur,
  • Hutmode aus meinem Geburtsjahr (1948),
  • Katzenfotos aus den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts (sind ein paar ganz witzige dabei!),
  • Uralte Schallplatten mit Arien aus dem „Troubadour“ von Giuseppe Verdi (zum Anhören) und
  • natürlich jede Menge Eulen!

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29. März: Earth Hour

Earth Hour

Am 29. März 2014 findet ab 20:30 Uhr die Earth Hour  statt. „Earth Hour“, „Stunde der Erde“ oder auch „Licht aus“ ist der Name einer Umweltschutzaktion, die das Umweltbewusstsein erhöhen sowie Energiesparen und die Reduzierung von Treibhausgasen symbolisch unterstützen soll. Dazu sollen während der Earth Hour die Lichter ausgeschaltet werden. Zahlreiche Städte aus verschiedenen Ländern beteiligen sich an dieser Aktion. Üblicherweise wird in der Earth Hour die Beleuchtung öffentlicher Wahrzeichen und Gebäude ausgeschaltet, wie z.B. die des Kölner Doms oder des Brandenburger Tors.

Die erste Earth Hour entstand aus einer Umweltschutzkampagne des WWF Australiens, die das Ziel hatte, die CO2-Emissionen in der größten australischen Stadt Sydney innerhalb von 12 Monaten um 5 % zu reduzieren. Die Earth Hour bildete dabei den Beginn der Aktion: Am 31. März 2007 sollte durch das symbolische Ausschalten der Beleuchtung zwischen 19:30 Uhr und 20:30 Uhr Ortszeit auf die Energieverschwendung durch unnötige Beleuchtung und anderen Stromverbrauch und das Einsparpotential hingewiesen werden.

(Quelle)

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Können Sie LIEBE installieren?

Kundenberater: Können Sie LIEBE  installieren?

Kundin: Ich glaube schon. Ich bin zwar technisch nicht so begabt, aber ich bin jetzt bereit, mit der Installation zu beginnen. Was mache ich zuerst?

Berater: Als erstes öffnen Sie HERZ. Haben Sie HERZ schon gefunden?

Kundin: Ja, hab ich, aber da laufen im Moment noch mehrere Programme. Kann ich trotzdem mit der Installation beginnen?

Berater: Welche Programme laufen denn gerade?

Kundin: Moment, ich schau mal nach… Momentan laufen gerade. ALTEVERLETZUNG.exe, WENIGSELBSTACHTUNG.exe, GROLL.exe und VERSTIMMUNG.com.

Berater: Kein Problem. LIEBE wird die ALTEVERLETZUNG.exe automatisch aus Ihrem jetzigen System entfernen. Es kann zwar sein, dass sie im permanenten Speicher bleibt, aber sie wird andere Programme nicht mehr stören. LIEBE wird mit der Zeit auch die WENIGSELBSTACHTUNG.exe überschreiben, und zwar mit ihrem eigenen Modul HOHESELBSTACHTUNG.exe. Allerdings müssen Sie die GROLL.exe und die VERSTIMMUNG.com komplett löschen. Diese Programme verhindern, dass LIEBE.exe richtig installiert wird. Könnten Sie die löschen?

Kundin: Ich weiß nicht, wie das geht. Könnten Sie mir behilflich sein?

Berater: Ja, gern. Gehen Sie in Ihr Startmenü und lassen Sie VERGEBUNG.exe laufen. Das machen Sie so oft, bis die GROLL.exe und VERSTIMMUNG.com total gelöscht sind.

Kundin: Alles klar, hab ich gerade gemacht. LIEBE hat nun angefangen, sich automatisch selbst zu installieren. Ist das normal?

Berater: Ja, ist es. Sie müssten eigentlich eine Meldung erhalten, die besagt, dass LIEBE sich um das Leben Ihres HERZens willen selbst installiert. Sehen Sie eine solche Meldung?

Kundin: Ja. Ist die Installation jetzt fertig?

Berater: Ja, aber denken Sie daran, dass Sie bisher nur die Basis-Version des Programms haben. Sie müssen jetzt noch anfangen, sich mit anderen Herzen zu verbinden, damit Sie die Upgrades bekommen können.

Kundin: Huch… Ich habe schon eine Fehlermeldung! Was soll ich machen?

Berater: Was besagt die Meldung? Kundin: Da steht „FEHLER 412 – PROGRAMM LÄUFT NICHT AUF DEN INNEREN KOMPONENTEN.“ Was bedeutet das?

Berater: Machen Sie sich keine Sorgen, das ist ein weit verbreitetes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE im Set-up darauf eingestellt ist, auf externen HERZen zu laufen, aber auf Ihrem eigenen HERZ noch nicht
gelaufen ist. Das ist eins dieser komplizierten Programmierungs-Probleme, aber in normalen Worten ausgedrückt heißt das einfach: Sie müssen LIEBE auf Ihrem eigenen Gerät benutzen, bevor sie auf anderen Geräten eingesetzt werden kann.

Kundin: Ah, was soll ich also tun?

Berater: Können Sie ein Verzeichnis finden mit dem Titel „SELBSTAKZEPTANZ“?

Kundin: Ja, das habe ich hier.

Berater: Ausgezeichnet, Sie werden ja langsam ein Profi.

Kundin: Danke schön.

Berater: Bitte! Klicken Sie nun die folgenden Dokumente an und kopieren Sie sie in das „MEINHERZ“-Verzeichnis: VERGEBUNG.doc, SELBSTACHTUNG.doc, SELBSTWERT.txt und FREUNDLICHKEIT.doc. Das System wird alle Dokumente überschreiben, die in eventuellem Konflikt stehen könnten und dann damit anfangen, alle falschen Programmierungen auszubessern. Was Sie auch unbedingt von Ihrer Festplatte und aus allen Verzeichnissen löschen müssen, ist die SELBSTKRITIK.exe UND DANN müssen Sie unbedingt Ihren Papierkorb leeren, um sicherzugehen, dass diese exe auf jeden Fall weg ist und nicht wieder irgendwo auftaucht.

Kundin: Fertig. HEY! Mein HERZ fängt jetzt an, sich mit echt netten Dokumenten zu füllen. Im Moment läuft LÄCHELN.MPG auf meinem Monitor, und das System zeigt an, dass sich gerade WÄRME.com, FRIEDEN.exe und ZUFRIEDENHEIT.com selber über mein gesamtes HERZ kopieren.

Berater: Ok, in diesem Fall ist LIEBE installiert und läuft auch. Von hier aus müssten Sie nun eigentlich allein zurechtkommen. Eine Sache noch, bevor ich auflege…

Kundin: Ja?

Berater: LIEBE ist freeware. Bitte sorgen Sie dafür, dass Sie LIEBE und ihre verschiedenen Module an jeden weitergeben, dem Sie begegnen. Diese Leute werden das Programm dann wieder anderen weitergeben, und Sie werden mit der Zeit einige sehr schöne Module von den anderen zurückerhalten.

Kundin: Das werde ich tun. Danke für Ihre Hilfe.

Berater: Bitte, sehr gern geschehen.

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Pizza-Bestellung im Zeitalter der E-Card

Pizza-Kurier Danke, dass Sie Pizza-Pizza angerufen haben. Kann ich Ihre …
Kunde Guten Tag, ich möchte etwas bestellen.
Pizza-Kurier Kann ich bitte erst Ihre NIDN haben?
Kunde Meine Nationale ID Nummer, ja, warten Sie, die ist 756028723-42-97722.
Pizza-Kurier Vielen Dank, Herr Mayer. Sie wohnen in der Bahnhofsstraße 42 und Ihre Telefonnummer lautet 87-156-42. Ihre Firmennummer bei der Allianz ist 45-432-22 und Ihre Durchwahl ist -42. Von welchem Anschluß aus rufen Sie an?
Kunde Hä? Ich bin zu Hause. Wo haben Sie alle diese Informationen her?
Pizza-Kurier Wir sind an das System angeschlossen.
Kunde (seufzt) Oh, natürlich. Ich möchte zwei von Ihren Spezial-Pizzen mit besonders viel Fleisch bestellen.
Pizza-Kurier Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist.
Kunde Wie bitte??!!
Pizza-Kurier Laut Ihrer Krankenakte haben Sie zu hohen Blutdruck und sehr hohe Cholesterinwerte. Ihre Krankenkasse würde eine solche ungesunde Auswahl nicht gestatten.
Kunde Verdammt! Richtig. Gut, dass Sie mich darauf aufmerksam machen. Was empfehlen Sie denn?
Pizza-Kurier Sie könnten unsere Lightversion mit Diätkäse und Tofu probieren. Sie wird Ihnen bestimmt schmecken.
Kunde Wie kommen Sie darauf, dass ich das mögen könnte?
Pizza-Kurier Nun, Sie haben letzte Woche das Buch „Sojarezepte für Feinschmecker“ aus der Bücherei ausgeliehen. Deswegen habe ich Ihnen diese Pizza empfohlen.
Kunde Ok, ok. Geben Sie mir zwei davon in Familiengröße. Was kostet der Spaß?
Pizza-Kurier Das sollte für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder reichen. Der Spaß, wie Sie es nennen, kostet 42 Euro.
Kunde Ich gebe Ihnen meine Kreditkartennummer.
Pizza-Kurier Die haben wir doch schon …. Aber zu meinem Bedauern werden Sie bar zahlen müssen. Der Kreditrahmen Ihrer Karte ist bereits überzogen.
Kunde Ich laufe runter zum Geldautomaten und holeBargeld, bevor Ihr Fahrer hier ist.
Pizza-Kurier Das wird wohl auch nichts. Ihr Girokonto ist auch überzogen.
Kunde Egal. Schicken Sie einfach die Pizza los. Ich werde das Geld da haben. Wie lange wird es dauern?
Pizza-Kurier Wir hängen ein wenig hinterher. Es wird etwa 40 Minuten dauern. Wenn Sie es eilig haben, können Sie sie selbst abholen, wenn Sie das Geld besorgen, obwohl der Transport von Pizza auf dem Motorrad immer etwas schwierig ist.
Kunde Woher wissen Sie, dass ich Motorrad fahre?
Pizza-Kurier Hier steht, dass Sie mit den Ratenzahlungen für Ihren Wagen im Rückstand sind und ihn zurückgeben mussten. Aber Ihre Harley ist bezahlt, also nehme an, daß Sie die benutzen.
Kunde !@#%/$@&?#!“
Pizza-Kurier Achten Sie lieber darauf, was Sie sagen. Sie haben sich bereits im April 2007 eine Verurteilung wegen Beamtenbeleidigung eingefangen.
Kunde (sprachlos)
Pizza-Kurier Möchten Sie noch etwas?
Kunde Nein, danke. Oh doch, bitte vergessen Sie nicht, die beiden kostenlosen Liter Cola einzupacken, die es laut Ihrer Werbung zu den Pizzen gibt.
Pizza-Kurier Es tut mir leid, aber die Ausschlussklausel unserer Werbung verbietet es uns, kostenlose Softdrinks an Diabetiker auszugeben.
Kunde GRRRRRRRRRRRRRRRRRR.
Pizza-Kurier Wie meinen?
Kunde Kann ich Ihren Namen haben? Ich möchte mich beschweren.
Pizza-Kurier Leider Nein. Den kann ich Ihnen aus Datenschutzgründen nicht nennen. Wir nehmen das Thema Datenschutz hier sehr ernst.
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Als meine größte Stärke betrachte ich meine Neugier. Allerdings ist sie auch meine größte Schwäche. Wie das geht? Zunächst einmal muss ich erklären, was ich unter „Neugier“ verstehe bzw. besser, was ich nicht meine.

In der Wikipedia findet sich folgende Definition: … das als ein Reiz auftretende Verlangen, Neues zu erfahren und insbesondere Verborgenes kennenzulernen. Dabei unterscheidet das schlaue Online-Lexikon zwei Spielarten der Neugier(de): Neugier kann ausgerichtet sein auf permanent wechselnde Ereignisse, um dadurch eine Lust an Sensationen befriedigen zu können. Bei dieser Begriffsvariante sind emotionale und motivierende Anteile hoch. Ist die Neugier auf ein Interesse an Wissen ausgerichtet, stehen forschungs- oder verstandesmäßige Anteile im Vordergrund. Diese Form der Neugier wird auch Wissbegierde genannt (historisch Philomathie von gr. philomathía).

Die erste Variante ist bei mir mäßig stark ausgeprägt. Mir ist es nicht so wichtig, zu wissen, welche Promis gerade mit wem liiert oder im Clinch sind, ob das Auto meines Nachbarn 5000 Euro gekostet hat oder 50.000 oder ob die Haarfarbe meiner Fußpflegerin echt ist oder künstlich.

Die zweite Form – Wissbegierde in den verschiedensten Ausformungen – freilich beschreibt mich  perfekt. Das hat mir auch schon den Ruf eingetragen, ein „wandelndes Lexikon“ zu sein, etwas netter ausgedrückt, ein „Tausendsa(s)sa“ oder ziemlich böse formuliert, eine „Königin des unnützen Wissens“. Nun gut – ich kann mit all diesen Bezeichnungen leben.

Im Grunde bin ich der Meinung, dass man nie genug wissen kann. Und dass man nie weiß, ob das, was man weiß, jemals von Nutzen sein wird oder nicht. Wenn ich mir überlege, dass ich ohnehin etwa 90  Prozent von dem, was ich mir so anlese, -höre, -sehe, ohnehin schon nach kurzer Zeit vergessen habe, ist die „Ausbeute“ meiner Wissbegierde ohnehin sehr bescheiden. Vor allem aber verbindet sich bei mir die Tendenz, etwas perfekt und umfassend zu wissen/können, mit der, auf möglichst vielen verschiedenen Gebieten informiert zu sein. Und das führt dazu, dass ich bei meinder Suche nach Wissen (aller Art) vom Hundertsten ins Tausendste komme und irgendwann erschöpft aufgebe. Diese häufig gemache Erfahrung hält mich freilich nicht davon ab, mich immer wieder für etwas Neues zu interessieren.

Einen kleinen Einblick, was zur Zeit und von Zeit zu Zeit mein Interesse erregt, bekommst du in diesem Blog. Da gibt es ein paar Konstanten (Bücher, Sprache/n,  Geschichte, Computer-Skills), aber auch immer wieder wechselnde Themen. Wie zum Beispiel die des heutigen Blogeintrags!

Eule auf Buch

Türen sind „Erinnerungskiller“

Gestern ist es mir wieder einmal passiert: Ich wollte mir ein Buch aus dem Wohnzimmer holen. Zielstrebig ging ich durch die Küchentür ins Vorhaus, öffnete die Wohnzimmertür, betrat den Raum und … wusste nicht mehr, was ich da eigentlich wollte.

Nicht, dass mir etwas Vergleichbares vorher noch nie passiert wäre. Schon oft ist es mir so gegangen, wenn ich etwas aus einem anderen Raum holen oder dorthin bringen wollte. Wie oft musste ich lange nachdenken, um mich zu erinnern, was ich eigentlich wollte. Manchmal hat es mir geholfen, wenn ich wieder in den ersten Raum zurückgegangen bin, aber keineswegs immer. Ich habe mir das stets damit erklärt, ich wäre unkonzentriert gewesen, zu langsam oder es wäre mir nicht wichtig genug gewesen.

Jetzt weiß ich freilich wissenschaftlich bestätigt, dass es erstens nicht nur mir so geht und dass es zweitens eine „psychologische“ Erklärung für dieses offensichtlich weitverbreitete Phänomen gibt.

Eine US-amerikanische Studie fasst es so zusammen: “Walking through doorways causes forgetting.

Testpersonen unterschiedlichen Geschlechts und Alters mussten Dinge von einem Tisch zu einem ganz bestimmten anderen bringen. Befand sich dieser Tisch im selben Raum, gelang das in den allermeisten Fällen problemlos. Befand sich der Ablagetisch zwar auch nicht weiter entfernt, aber in einem anderen Raum, in den man durch eine Türe gehen musste, dann klappte es sehr häufig nicht.

Dieser „Türwegeffekt“ ist also völlig unabhängig davon, wie weit man gehen muss; ausschlaggebend ist, dass man durch eine Tür geht. Die Psychologen erklärten sich das zunächst damit, dass das Gedächtnis durch die Veränderung der Umgebung irritiert wurde, fanden aber heraus, dass auch eine Rückkehr in den ersten – vertrauten – Raum der Erinnerung nicht immer auf die Sprünge half. Also scheint es so zu sein, dass wir beim Gehen durch eine Tür quasi „Neuland“ betreten, was uns dazu verführt, Erinnerungen „ad acta zu legen“, wenn diese nicht wirklich existenziell wichtig sind.

Mich ärgert es zwar immer noch, wenn ich wieder einmal in einem Raum stehe und nicht mehr weiß, was ich da eigentlich will, aber zumindest denke ich nicht mehr gleich an Demenzerscheinungen – danke, ihr lieben Psychologen!

Quelle 1Quelle 2

Eule auf Buch

Weißt du, was ein „Zentangle“ ist?

Ich wusste es bis vor kurzem nicht, bis mir irgendwo dieser Begriff in die Augen sprang, ohne dass er erklärt wurde. Nun – heutzutage genügt ein kleine Google-Suche und du bekommst eine Flut an mehr oder weniger brauchbaren Informationen über dieses „Phänomen“. Da ich vermute, dass dir dieser Begriff wohl auch eher (noch) nicht bekannt sein dürfte, sehe ich es fast als meine Pflicht an, mein neu erworbenes Wissen an dich weiterzugeben.

Das zum Beispiel ist ein Zentangle – allerdings in seiner primitivsten Form:

Zentangle 1      Zentangle 2

So etwas in der Art hast du sicher auch schon einmal „produziert“, zum Beispiel bei einem längeren Telefonat oder in einem – eher langweiligen – Vortrag. Normalerweise heißt bei uns so etwas „Gekritzel“, „Wirrwarr“ und genau das bedeutet auch das englische Wort „tangle“. Das „Zen“ verweist auf die buddhistische Meditationstechnik.

Und so beschreibt ein Zentangle-Blog (ja, so etwas ist auch schon Gegenstand von speziellen Blogs!) diesen neuen Hype, der sich schön langsam von – no na net – den USA zu uns ausbreitet:

Du hast schon in der Schule gekritzelt, wenn es mal langweilig wurde? Kunstgekritzel ist eine Kunstform, in der sich einfache Muster wiederholen. Die Kritzelei geschieht bewusst, konzentriert – nicht einfach so nebenbei.
Dieses bewusste Kritzeln öffnet dir eine Welt der Kreativität, der Entspannung und Schönheit.
Es hilft dir einfach mal vom Alltag abzuschalten (Stichwort: „Yoga for your brain“), Gedanken loszulassen, die Zeit zu vergessen.
Es geht keinesfalls darum, perfekte Bilder zu kritzeln, sondern das Ergebnis und sein eigenes Ich einfach so zu nehmen wie es ist.

Auf Amazon.at/de findet man bereits zahlreiche Bücher mit Anleitungen zum „Zentanglen“  zum Beipiel dieses hier:

Zentangle 3

1 x täglich Zentangle: Die 6-Wochen-Kur für kreatives Zeichnen.

Natürlich musste ich das auch ausprobieren. Und  – dadaa! – hier ist mein erstes Zentangle (oder auch nicht):

Zentangle 4

Natürlich sind das Eulen. Auch noch ziemlich unbeholfen, wenn man sie mit wirklich kunstvollen Beispielen im Internet vergleicht:

Zentangle 5      Zentangle 6

Vielleicht willst es ja auch einmal ausprobieren?

Eule auf Buch

Brauchst du eine Therapie?

Es muss ja nicht gleich eine bei einer/m Psychotherapeuti/en um 100 Euro pro Stunde sein. Billiger und in vielen Fällen genau so hilfreich kann ein Romantherapie sein!

Das ist nicht nur der Titel eines Buches, das ich vor kurzem in die Hand bekommen habe, sondern auch der eines Blogs, der die Ideen dieses Buchs aufgreift und erweitert und verftieft.

Dieses Buch besteht aus dreierlei Inhalt, der im Buch gemischt wird:
1. Anhand verschiedener Lebenslagen und Leiden werden 253 klassische und moderne Romane vorgestellt.
Dies ist der Hauptteil des Buches. So findet man unter „Hass auf den Job“ die Buchempfehlung „die Leiden einer jungen Kassiererin“ von Anna Sam sowie „Im Bureau“ von Robert Walser. Das erste Buch wird empfohlen, damit der Leser erfährt, „was wirklich ein beschissener Job ist.“ Zur „Stabilisierung“ wird dann das Buch von Walser empfohlen, der Büromenschen vorführt, wie sie durch einen langweiligen Arbeitstag kommen. Und so findet man Lektüreanregungen zu „Kinder; unter Druck stehen, welche zu haben“ genauso wie zu „Impotenz“, „Identitätskrise“, „Liebe, unerwiderte“, „Einsamkeit“, „Prokrastination“, „Spielsucht“, „Single sein“, „Verheiratet sein“, „Sex, zu wenig“, „Sex, zu viel“, „Nörgeln, Hang zum“, „Mobbing“, „Midlife-Crisis“, „Feigheit“ usw.

2. Über 30 Leseleiden werden kurz thematisiert: Da findet man beispielsweise Tipps zu „Durchlesen, Neigung, nach der Hälfte aufzugeben“, „Buchkäufe, zwanghafte“, „Neue Bücher, von ihnen in Versuchung geführt werden“, „Überwältigt sein von der Menge der Bücher in der Wohnung“. Es folgen dann ernstgemeinte Ratschläge, die man durchaus anwenden kann. Auch hier fehlt mir jedoch das Augenzwinkern.

3. Etwa 40 Listen mit den zehn besten Büchern: So findet man die zehn besten Hörbücher (und es sind tatsächlich zehn in Deutschland erhältliche außergewöhnlich gute Hörbücher dabei). Die zehn besten Romane … zum Heulen, gegen Fernweh, für Teenager, zur Aufheiterung, für Flugreisen, für Dreißig- bis Vierzigjährige; für alle, die sehr traurig sind; bei Erkältung; um Bluthochdruck zu senken.

Eine witzige und meiner Meinung nach recht zutreffende Besprechung des Buchs findest du hier. Eine kurze Passage daraus:

Die Romantherapie will kein Medikament sein. Sie will daran erinnern, dass Leser in Büchern Zuflucht finden. Dass Romane Mut machen können oder aufmuntern. Gerade dann wenn man denkt, die Sorgen seien zu groß, um sich in Ruhe einem Buch zu widmen. Nicht umsonst fragt der im Kaninchenbau festsitzende Pu der Bär seinen Freund: „Würdest du dann bitte ein gehaltvolles Buch vorlesen, eins, das einem eingeklemmten Bären in starker Bedrängnis Hilfe und Trost spendet?“ Denn selbst in den Romanen, die mit mehr Personal und Inventar ausgestattet sind als eine Notaufnahme in der Silvesternacht, ist für eine Person immer noch Platz: den Leser. „Darin liegt die Schönheit aller Literatur“, schrieb F. Scott Fitzgerald, „Lesend wird man gewahr, dass die eigenen Bedürfnisse universelle Bedürfnisse sind und man weder einsam noch isoliert ist. Sondern dass man dazugehört.“

Übrigens: Ich habe mir bei Amazon gerade das Buch „Alles zerfällt“ von Chinua Achebe bestellt. Laut „Romatherapie“ gehört es zu den besten Romanen für Sechzig- bis Siebzigjährige. Mal schauen, wie es wirkt 😉

Eule auf Buch

Liebesbrief eines Juristen

Heute werden ja nur noch wenige Liebesbriefe geschrieben. Das Höchste ist einmal eine SMS mit der Botschaft hdl (hab dich lieb) oder eine „like“ auf Facebook. Da lobe ich mir doch diesen Brief eines – allerdings unglücklich verliebten – Juristen, der sich sogar die Mühe gemacht hat, seine Ergüsse mit den entsprechenden Paragraphen im (deutschen) Strafgesetzbuch zu belegen:

Du hast mich mit Deiner Schönheit geblendet (§ 223 StGB „Körperverletzung“)

und mich zur Liebe verführt (§ 182 StGB).

Ich war wie berauscht (§ 223a StGB „Vollrausch“ und § 316 „Trunkenheit im Verkehr“)

und ich dachte, ich müsste explodieren (§ 310b StGB „Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie“).

Ich bin Dir völlig ausgeliefert (§ 178 StGB „Sexuelle Nötigung“)

und bin nicht mehr Herr meiner selbst (§ 239 StGB „Freiheitsberaubung“).

Du hast mir meinen Verstand geraubt (§ 249 StGB)

und mein Herz gestohlen (§ 248a StGB „Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen“).

Dabei war mein Verlangen bereits abgestorben (§ 168 StGB „Störung der Totenruhe“),

doch dann bist Du in mein Leben eingebrochen (§ 124 StGB)

und hast meine Ruhe gestört (§ 125 StGB).

Doch nachdem ich völlig entflammt war (§ 308 StGB),

hast Du mich mit dem Milchmann betrogen (§ 263 StGB „Betrug“ und § 266 StGB „Untreue“)

und mir damit alle meine Lebensenergie genommen (§ 248c StGB „Entziehung elektrischer Energie“)

und das trotz all Deiner Versicherungen (§ 265 StGB).

Dabei hattest Du bei mir einen Kredit auf Lebenszeit (§ 265b StGB)!

Du hast mich einfach so beiseite geschoben (§ 326 StGB „Umweltgefährdende Abfallbeseitigung“),

spieltest aber weiterhin mit mir (§ 327 StGB „Unerlaubtes Betreiben von Anlagen“)!

Ist das Dein Lohn (§ 266a StGB „Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsgeld“)

oder hast Du etwa nur mit mir gespielt (§ 284 StGB „Unerlaubte Veranstaltung eines Glückspieles“)?

Ich weiß wirklich nicht mehr, wo mir der Kopf steht (§ 303 StGB „Sachbeschädigung“ und § 305a „Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel“)!

Du hast mein Leben vergiftet (§ 330a StGB „Schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften“)!

Gib mir mein Herz zurück (§ 290 StGB „Unbefugter Gebrauch von Pfandsachen“ und § 323b „Gefährdung einer Entziehungskur“)!

(Quelle)