Das 17. Fensterchen

16. Dezember 2014

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Fensterchen 17

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Viele Jahre lang hatte ich keinen Christbaum. Ich war der Meinung, eine auch noch so schön geschmückte Tanne oder Fichte würde an die Christbäume meiner Kindheit nicht heranreichen. Diese waren zwar nie sehr groß und auch eher einfach herausgeputzt, aber die Christbaumkugeln und -figuren glänzten mit den Kerzen und dem Engelshaar um die Wette – am hellsten aber leuchteten meine Augen vor Weihnachtsfreude. Diese habe ich – wie viele andere – irgendwann verloren und sie wollte nur ganz allmählich und zaghaft wieder bei mir einkehren.

In den letzten Jahren habe ich den Heiligen Abend mit meiner Nichte Barbara verbracht und wir haben uns jedes Mal über ein Bäumchen gefreut, mit seinen roten und goldenen Kugeln und den Strohsternen. Wenn wir die Kerzen entzündet hatten, schauten wir zu, wie sie das Zimmer in sanftes Licht tauchten und wenn wir Sternspritzer anzündeten, kam fast so etwas wie kindliche Freude auf (bei mir war allerdings auch immer ein wenig Angst vor einem Zimmerbrand dabei). Allerdings ist es mir immer schwerer gefallen, das Bäumchen, auch wenn es schon etwas kahl und zerrupft aussah, um den Dreikönigstag herum wegzuwerfen. Daher habe ich für heuer nach langem Überlegen einen künstlichen Christbaum gekauft. Im Geschäft sah er recht „echt“ aus. Hoffentlich versetzt er uns, wenn er schön geschmückt ist, auch in Weihnachtsstimmung. Sonst wird es nächstes Jahr eben doch wieder ein echter Christbaum …

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Das Christbäumchen 

Die Bäume stritten einmal miteinander, wer von ihnen der vornehmste wäre.
Da trat die Eiche vor und sagte: „Seht mich an! Ich bin hoch und dick und habe viele Äste, und meine Zweige sind reich an Blättern und Früchten.“
„Früchte hast Du wohl“, sagte der Pfirsichbaum; „allein es sind nur Früchte für die Schweine; die Menschen mögen nichts davon wissen. Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche auf die Tafel des Königs“.
„Das hilft nicht viel“, sagte der Apfelbaum, „von deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch dauern sie nur wenige Wochen; dann werden sie faul, und niemand kann sie mehr brauchen. Da bin ich ein anderer Baum. Ich trage alle Jahre Körbe voll Äpfel, die brauchen sich nicht zu schämen, wenn sie auf eine vornehme Tafel gesetzt werden. Sie machen aber auch die Armen satt. Man kann sie den ganzen Winter im Keller aufbewahren oder im Ofen dörren oder Most daraus keltern. Ich bin der nützlichste Baum!“

Weihnachtsbaum

„Das bildest du dir nur ein“ sagte die Fichte, „aber du irrst dich. Mit meinem Holz baut man die Häuser und heizt man die Öfen. Mich schneidet man zu Brettern und macht Tische, Stühle, Schränke, ja sogar Schiffe daraus.
Dazu bin ich im Winter nicht so kahl wie ihr: Ich bin das ganze Jahr hindurch schön grün.
Auch habe ich noch einen Vorzug. Wenn es Weihnachten wird, dann kommt das Christkindchen, setzt mich in ein schönes Gärtchen und hängt goldene Nüsse und Äpfel an meine Zweige. über mich freuen sich die Kinder am allermeisten. Ist das nicht wahr“?
Dem konnten die anderen Bäume nicht widersprechen.

(Wilhelm Curtmann, 1802 – 1871)

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„Eulinda Unnützes Wissen“

Das ist mein vollständiger Name. Wo immer ich etwas höre, lese oder sehe, das zu wissen bestenfalls beim „Millionenrad“ etwas bringen würde, schlagen meine Synapsen Alarm und ich speichere es in meinen Gehirnwindungen für alle Ewigkeit ab. Mein Fundus wächst nahezu täglich und ab und zu muss ich das Ganze oder zumindest einen Teil wieder von mir geben. Und was würde sich dafür besser eignen als ein Adventkalender-Blog?

Also werde ich auch heute wieder einmal ein paar „Weisheiten“ mit dir teilen und dich auch ein bisschen reicher an unnützem Wissen machen. Also, wusstest du, dass …

… die Gebärdensprache international nicht einheitlich ist? Weltweit gibt es circa 200 unterschiedliche Gebärdensprachen. So können zum Beispiel amerikanische und britische Gebärdensprachler einander kaum verstehen.

… man, wenn man in der Google Bildersuche nach „241543903“ sucht, Menschen findet, die ihren Kopf in Kühlschränke stecken? Probier es einfach einmal aus!

… in einem 150-Gramm-Becher Erdeerjogurt ungefähr eine viertel Erdbeere enthalten ist?

… sich aus den Buchstaben des Wortes „Regierung“ sich auch die Worte „Genug Irre“ bilden lassen?

… die Kinder in Island vergeblich auf den Weihnachtsmann warten? Stattdessen kommen 13 Tage lang nacheinander 13 Weihnachtsmännchen mit lustig klingenden Namen wie Pottaskefill oder Gluggagaegir. Jeden Abend legt ein anderes der kleinen Kerlchen ein Geschenk in die bereitgestellten Kinderschuhe am Fensterbrett.

Weihnachtstroll
Der Glaube an diese 13 Männchen, die Söhne des kinderfressenden Ungeheuers Grýla sind, geht auf den Glauben der Isländer an Trolle zurück. Die 13 Weihnachtstrolle hatten es Erzählungen nach früher eigentlich zur Aufgabe, unartige Kinder einzufangen und dem mütterlichen Kochtopf zuzuführen. Weil sie aber Mitleid mit den Kindern hatten, gaben sie nur vor, diese zu kochen und brachten sie wieder zu ihren Eltern zurück. Sie hatten bei ihren Ausflügen zu den Menschen auch festgestellt, dass deren Essen vor allem zur Weihnachtszeit ohnehin viel besser schmeckt als das der gehässigen Frau Mama. Sie begannen daher, Essen mitgehen zu lassen, Essenreste zu verzehren und Töpfe auszuputzen. Oft spielten sie den Menschen auch kleine Streiche.
Zum Ausgleich für den ganzen Unfug und als Dankeschön für das Essen lassen sie bei ihren Streifzügen bis heute kleine Geschenke zurück. Anfangs waren das Steine, mit denen sie die Gärten zu verschönern gedachten. Als sie aber merkten, dass die Menschen sich darüber nicht zu freuen schienen, begannen sie Spielzeuge für ihren Nachwuchs zu produzieren und dabei sind sie auch bis heute geblieben. (Quelle)

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Und last but not least: Was ist ein Schmuckeremit?

Schmuckeremiten oder Ziereremiten (engl. ornamental hermits, auch garden hermits) waren Einsiedler, die während des 18. und 19. Jahrhunderts englische Landschaftsparks bewohnten und dabei ein Anstellungsverhältnis eingingen. Schmuckeremiten lebten während einer vertraglich festgelegten Dauer in eigens eingerichteten Eremitagen und hatten sich zu bestimmten Tageszeiten sehen zu lassen, um die Eigentümer der Parks und deren Gäste mit ihrem Anblick zu unterhalten.

Schmuckeremit

Die Anforderungen an das Leben als Schmuckeremit sind aus Zeitungsannoncen bekannt. Das bekannteste Beispiel für die Anstellung eines Schmuckeremiten findet sich für Painshill Park, ein Anwesen des Landadeligen Charles Hamilton (1704–1786), das unter großen Kosten zum Landschaftsgarten mit dafür typischer Grotte, neugotischer und chinesischer Architektur, Serpentinenwegen und einem Baumhaus als Eremitage umgebaut wurde. Hamilton setzte angeblich eine Annonce aus, dass £700 verdienen würde, wer bereit war, „sieben Jahre in der Eremitage zu bleiben, wo er mit einer Bibel, einer Brille, einer Fußmatte, einem Strohsack als Kissen, einem Stundenglas als Zeitmesser, Wasser als Getränk und Nahrung aus dem Haus versehen werden sollte. Er mußte ein wollenes Gewand tragen und durfte sich unter gar keinen Umständen die Haare, den Bart und die Nägel schneiden, nicht jenseits der Grenzen von Mr. Hamiltons Besitz herumstreunen oder auch nur ein Wort mit dem Diener wechseln.

Offensichtlich wurden Interessenten nicht nur gesucht, sondern boten sich auch selbst an. In einer Anzeige aus dem Jahr 1810 ließ ein junger Mann (Schmuckeremiten hatten in der Regel ein bereits fortgeschrittenes Alter aufzuweisen) verlauten, dass er sich „aus der Welt zurückziehen und an irgendeinem Ort in England als Eremit leben möchte“ und bereit sei, sich „mit einem Edelmann oder einem Gentleman in Verbindung zu setzen, der den Wunsch hat, einen solchen Eremiten zu haben“. In Hawkstone Park, einem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert von mehr als 10.000 Besuchern besichtigten Landschaftsgarten, übernahm hingegen eine mechanische Puppe den Platz des Schmuckeremiten. Diese befand sich in einer mit Stundenglas, Schädel und Brille auf einem Tisch ausgestatteten Einsiedelei und wurde von einem Angestellten bedient, der zu ihren Mundbewegungen sprach. (Quelle)

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes, 1596 – 1650)

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3 Responses to “Das 17. Fensterchen”

  1. Gitti Senoner Says:

    Liebe Sieglinde. Danke für Deine interessanten Beiträge. Soll ich Dich am Sonntag abholen? Liebe Grüße von Gitti

  2. barbara sepp Says:

    Genug Irre… ist ja passend, ha.. Unser Weihnachtsmotto heuer “ Wir haben einen BAUM GERETTET „, obwohl, ich ja ehrlich gesagt, schon noch etwas skeptisch bin, aber.. ich lass mich überraschen…☃☃☃☃, lg Barb.

  3. barbara sepp Says:

    und freu mich ♡, wollte ich noch sagen !!


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