Drei französische Hühner oder drei Kängurus?

27. Dezember 2014

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Die zwölf Weihnachtstage, auch: die Zwölften, umspannen im christlichen Kalender den Zeitraum vom Weihnachtsabend (25. Dezember) bis zum Morgen des 6. Januar (Epiphanie) und waren in ländlichen Gegenden häufig mit Bräuchen und Sagen verbunden. Im Mittelalter war diese Zeit eine Zeit des Feierns und der Belustigung, die sich bis zur zwölften Nacht steigerte, dem traditionellen Ende der Weihnachtszeit.

Die traditionellen Rollen wurden gelockert, Herren bedienten ihre Diener, Männer durften sich wie Frauen kleiden, wie auch umgekehrt. Oft wurde ein sogenannter Herr der Unordnung als Anführer gewählt, um die Feierlichkeiten zu leiten. Manche dieser Traditionen wurden von den älteren heidnischen Gebräuchen abgeleitet, wie etwa auch die römischen Saturnalien. Manche zeigen auch in den heutigen Pantomime-Darstellungen ihre Spuren, in denen traditionell Autorität zum Gespött gemacht wird, der führende Darsteller von einer Frau gespielt wird und die ältere Dame von einem Mann.

Heute werden diese Tage besonders in Großbritannien und den Vereinigten Staaten gefeiert. Manche der Feiernden beschenken sich an jedem der zwölf Tage, und feiern sonst die ganze Zeit bis zum Dreikönigstag hindurch. In den Vereinigten Staaten ist das Anzünden einer Kerze an jedem Tag in dieser Zeit zu einer modernen Tradition geworden. Dazu gehört auch das Singen von dazu passenden Strophen aus dem berühmten Lied The Twelve Days of Christmas.

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Die Geliebte beschenkt ihren Geliebten in diesem Lied jeden Tag mit etwas anderem und zwar:

12 days of christmas

Die Bedeutung der einzelnen Präsente ist heute unklar, einige Begriffe können auch anders interpretiert werden. In einer stark umstrittenen Deutung werden religiöse Bezüge zu den Zahlen der Präsente hergestellt.

1984 hat das US-amerikanische Kreditinstitut PNC Financial Services erstmals die Kosten für den Kauf der Güter bestimmt, die in The Twelve Days of Christmas beschrieben werden. Seitdem wird die Preisentwicklung jährlich verfolgt, so dass mit dem Christmas Price Index ein Preisindex ermittelt wurde, der zwar als wissenschaftlicher Witz betrachtet wird, dessen Verlauf aber gut die allgemeine Preisentwicklung in den Vereinigten Staaten wiedergibt.

Zur Ermittlung des Weihnachtspreisindexes werden verschiedene Quellen genutzt. Für die Vögel werden die Preise in Zoohandlungen, dem Zoo von Cincinnati und dem National Aviary in Pittsburgh angefragt. Der Preis der Goldringe wird von einem Juwelier ermittelt, der Preis für den Birnenbaum basiert auf den Angeboten einer Baumschule in Philadelphia. Für die verschiedenen Musiker, Tänzer und Mägde werden die entsprechenden Tariflöhne in die Berechnung einbezogen.

Neben dem normalen Weihnachtspreisindex, in dem die Kosten für einen Birnenbaum, ein Rebhuhn, zwei Tauben, drei Hühner, usw. addiert werden, werden zusätzlich die „Wahren Kosten von Weihnachten“ berechnet, bei denen die Wiederholungen in den einzelnen Strophen berücksichtigt werden. Diese Kosten setzen sich somit aus den Preisen für insgesamt 364 Güter zusammen (12 Birnenbäume und Rebhühner, 22 Tauben, 30 Hühner, usw.).

Im Jahr 2009 stieg der Weihnachtspreisindex aufgrund der schwachen US-Wirtschaft während der Finanzkrise um moderate 1,8 %. Die größte Preissteigerung gab es für die Goldringe, da der Goldpreis im Herbst 2009 neue Rekordwerte erreicht hatte; dagegen halbierte sich der Preis für das Rebhuhn im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt erreichte der Weihnachtspreisindex im Jahr 2009 einen Wert von 21.465,56 US-Dollar, die „Wahren Kosten von Weihnachten“ betrugen 87.402,81 US-Dollar. (Eine neuere Statistik habe ich nicht gefunden).

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Dieses Lied gehört heute zu den beliebtesten englischen Weihnachtsliedern

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Eine deutsche Version hat Reinhard Mey kreiert

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Heute – am dritten Weihnachtstag – werden drei Hühner verschenkt (bei Reinhard Mey sind es drei Kängurus). Ich finde, die „deutschen“ Kängurus sind ein viel beeindruckenderes und lustigeres Geschenk als die „englischen / französischen Hühner“.

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Und da fällt mir ein kleines Känguru(h)-Gedicht von Joachim Ringelnatz ein:

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Ein Taschenkrebs und ein Känguruh

Ein Taschenkrebs und ein Känguruh,
Die wollten sich ehelichen.
Das Standesamt gab es nicht zu,
Weil beide einander nicht glichen.

Da riefen sie zornig: „Verflucht und verdammt
Sei dieser Bürokratismus!“
Und hingen sich auf vor dem Standesamt
An einem Türmechanismus.

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Traurig, traurig …

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Übrigens: So sieht mein heuriger Christbaum aus – klein, aber fein und mein

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