Das 15. Fensterchen

14. Dezember 2014

Fensterchen 15

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Gestern bin ich bei meiner Suche nach (vor)weihnachtlichen Geschichten im Internet auf einen Text gestoßen, der mich, obwohl ich nicht landläufig fromm bin, berührt und nachdenklich gemacht hat. Vielleicht geht es dir genau so, wenn du ihn liest:

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Brief an das Christkind

Liebes Christkind!

Es ist lange her, seit ich dir zum letzten Mal einen Brief geschrieben habe. Damals, ich erinnere mich noch dunkel, habe ich dir mit Bleistift und ungelenker Hand meinen weihnachtlichen Wunsch nach einer Eisenbahn anvertraut. Und schon am übernächsten Tag war dieser Brief, den ich vor das Fenster gelegt hatte, verschwunden, bei dir also angekommen. Denn tatsächlich fand ich dann in nicht mehr zu bändigender Freude unter dem Christbaum die Eisenbahn.

Heute schreibe ich dir aber nicht wegen einer Eisenbahn, sondern wegen der großen inneren Unruhe, die mich beim Aufstellen der Krippe erfasst hat. Ich war gerade dabei, den einzelnen Figuren ihren Platz zuzuweisen, da hat mich die Frage nicht mehr losgelassen: Wo wäre es leichter für dich gewesen, Mensch zu werden, in diese Welt zu kommen? Damals in Betlehem, in der Nacht, im Futtertrog in einer Höhle, auf Stroh gebettet, zwischen Ochs und Esel, unter den sorgenden Augen deiner Mutter und dem fragenden Blick Josefs? Oder heute hier bei uns? Je ernsthafter ich versucht habe, mich dieser Frage zu stellen, um so tiefer hat sie sich in mein Sinnen und Trachten gebohrt. Und ich habe auf diese Frage keine Antwort gefunden. Deshalb schreibe ich dir diesen Brief, vielleicht kannst du mir helfen, eine Antwort zu finden.

Herbergssuche

Was wäre, wenn du es dir anders überlegt hättest damals und noch 2000 Jahre gewartet hättest, um heute hier unter uns in diese Welt zu kommen? Wo wäre da ein Platz für dich, das heißt für euch, denn auf Josef und Maria dürfen wir bei aller Wertschätzung für dich bei dieser Frage nicht vergessen. Natürlich würdest du dein Kommen ganz anders einfädeln, aber so, wie ich dich kenne, würdest du wieder die Schwachen, die Letzten, die in der sozialen Rangordnung ganz unten Stehenden aussuchen. Und genau das ist das Problem. An welche Tür könnte denn Josef klopfen? Wäre in dieser Welt heute unter uns überhaupt noch ein Platz frei für euch, eine kleine Wohnung vielleicht oder ein Zimmer, ein Winkel zumindest? Und wenn sich da oder dort eine Tür öffnet, was sollte denn Josef sagen, ohne dass man ihn für verrückt hält und zum Teufel jagt? Wer wäre denn heute bereit, die Botschaft der Engel zu hören und diese Botschaft gar noch zu glauben? Hirten gibt es bei uns ja keine mehr und Schafe sind selten geworden. Würden die himmlischen Heerscharen nicht verstummen müssen vor so viel Rastlosigkeit, die uns keine Zeit mehr lässt zum richtigen Hinhören? Oder würde diese Botschaft nicht vom Gelächter der vielen klugen und vernünftigen Leute verjagt? Wer würde denn so viel unglaubwürdigen Unsinn aushalten? Wohin mit zwei so Verrückten? Zwei ist schon richtig, denn du, liebes Christkind, bist ja noch nicht geboren. In ein Obdachlosenheim, zur Caritas – die ist doch dafür zuständig – oder einfach auf die Straße, um euch eurem Schicksal zu überlassen? Aber so wie ich diese Welt kenne, würde sich letztlich doch jemand eurer erbarmen und euch hereinlassen – für eine Nacht zumindest. Aber euch das glauben, was ihr erzählt, das wäre zu viel verlangt.

War der Stall doch besser? War die Krippe doch angenehmer, das Stroh doch wärmender und der Blick von Ochs und Esel doch menschlicher? Musst du, liebes Christkind, nicht froh sein, dass es damals war und nicht heute? Obwohl die Umstände damals bei weitem nicht so sanft und rosig waren, wie die Stimmung meiner Krippe vielleicht glauben lässt. Womöglich würde Josef in seiner Not an eine Tür klopfen, heute müsste er natürlich klingeln, und die Leute beim Essen oder, was noch schlimmer wäre, beim Fernsehen stören.

Liebes Christkind, ich habe dir jetzt viele Fragen gestellt. Da ist noch eine Frage, bei der ich fast so etwas wie eine Gänsehaut bekomme: Was würde ich wirklich, so ganz tatsächlich tun, wenn Josef und Maria – und du – an meine Tür klopfen würden? Wenn es tatsächlich auf mich ankäme? Ja, was würde ich tun, wenn ich zu denen gehörte, an deren Tür Josef und Maria klopfen, um Einlass in ihrer Not zu finden? Seit Kindheit empfinde ich Ent-täuschung, Verbitterung und Vorwürfe gegen jene, die dir in unserem bekannten Weihnachtslied „Wer klopfet an?“ die Tür weisen. Habe ich da vielleicht vorschnell meinen Finger auf jemanden gerichtet?

Was würde ich tun, wenn ich heute nach dieser weihnachtlichen Feier nach Hause komme und zwei von den Strapazen der letzten Tage Gezeichnete würden mich in ihrer Not um Unterschlupf bitten? Was würde ich tun? Du hast doch hoffentlich nicht schon einmal vergeblich an meine Tür geklopft?

Mit Herzklopfen … dein (deine) ….

(Quelle)

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 Der Akinator

Ich bin normalerweise nicht von Wahrsagungen, Gedankenlesereien und Orakeln zu beeindrucken – schon gar nicht von solchen im Internet. Als ich aber durch Zufall auf den Akinator gestoßen bin und ihn gleich mehrfach herausgefordert habe, war ich doch recht beeindruckt.

Akinator’s Leidenschaft ist es, Figuren zu erraten, indem er Fragen stellt. Um mit ihm zu spielen, denke an eine Figur, echt oder erfunden, merk sie dir gut, und klicke auf „Spielen“.

Der Akinator wird fortfahren und dir eine Reihe von Fragen stellen, die du wahrheitsgemäß beantworten musst. Nach diesen Fragen wird er erraten, an wen du denkst. Der Akinator ist nicht unfehlbar, aber meine Figuren – und es waren einige recht ausgefallene dabei – hat er entweder in kürzester Zeit oder spätestens beim 2. Versuch herausgefunden.

Was ist nun das Geheimnis des Akinators? Dahinter steckt natürlich ein Programm, Limule von Elokence.com. Der verwendetete Algorithmus ist eine originelle Kreation, die natürlich geheim bleibt.

Übrigens – als ich den Akinator getestet habe, konnte er auf folgende Statistik verweisen:
548 Personen spielen gerade. 217791589 Spiele gespielt, davon 10975 heute.

Probier’s doch einfach einmal aus – du wirst sicher ebenso erstaunt sein wie ich.

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Katerweihnachten

In jedem Jahr packt mich das Grauen –
die Dosenöffner rasten aus –
um mir vier Wochen zu versauen.
Nichts stimmt dann mehr bei uns zu Haus.

Vom Januar bis zum November
öffnen sie Dosen für mein Essen,
doch dann, bis Ende vom Dezember,
passiert es oft, dass sie’s vergessen.

Sie rennen rum wie angestochen,
schleppen fast täglich Sachen an,
benehmen sich in diesen Wochen,
dass ich es kaum beschreiben kann.

Sie machen Päckchen mit viel Schleifen,
es raschelt ständig hier im Haus.
Wie soll ein Kater das begreifen?
Und bitte schön, wie hält er’s aus?!

Normal kann man das doch nicht nennen.
In ihrem Schrank fehl`n doch die Tassen!
Sie sind nicht wieder zu erkennen,
doch hilft hier nichts, man muss sie lassen.

Hab’s mal versucht, doch mit Entsetzen
schrien sie mich an, als wär’ ich taub.
Ich dürft die Päckchen nicht zerfetzen
und was ich mir denn da erlaub.

Sie hol`n sich Bäume in das Zimmer!
Ist das nicht schon Schizophrenie?!
In allen Räumen riechts dann immer
so, wie im ganzen Jahr sonst nie.

wie-deine-katze-den-weihnachtsbaum-sieht (c)

Ein Baum ist doch gemacht zum Klettern!
Selbst wenn mit Firlefanz behangen.
Nicht auszuhalten, wie sie wettern,
wenn ich grad damit angefangen.

Was soll ich daraufhin noch sagen?
Seh’ den Verrückten einfach zu,
wie sie rumwetzen und sich plagen.
Denk mir – ab Januar ist Ruh.

Im nächsten Jahr ich schwörs – ich wett,
werden sie wieder hier entgleisen.
Drum bitte, schickt mir ein Billet –
ich möchte einfach dann verreisen.

(Ruth-Ursula Westerop 1927-2010)

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Einen guten Wochenbeginn wünscht dir

Eule als Weihnachtsmann Eulinda

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One Response to “Das 15. Fensterchen”

  1. barbara sepp Says:

    Ja.. der Brief berührt mich auch.. und.. macht mich nachdenklich.. was würde ich tun..


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