Wer hat den schönsten Christbaum?

16. Dezember 2013

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Christbaum loben

Beim Christbaumloben oder Christbaumschauen handelt es sich um einen vor allem in Süddeutschland ausgeübten Weihnachtsbrauch. Dabei werden in der Nachweihnachtszeit (etwa vom 27. Dezember bis zum 6. Jänner) die Häuser von Freunden und Bekannten besucht und deren Christbäume ausgiebig bestaunt und über alle Maßen gelobt. Als Dank erhalten die Besucher in der Regel einen Schnaps oder ähnliches.

Meist handelt es sich beim Christbaumloben um einen Brauch, der von der entsprechenden Gruppe alljährlich ausgeübt wird und zu Weihnachten gehört wie der Christbaum an sich. So verabreden sich beispielsweise die Belegschaft eines Kleinbetriebs oder die Mitglieder einer Fußballmannschaft jedes Jahr zum gemeinsamen Loben der Bäume eines jeden Teilnehmers. Je nachdem, wie viele Leute beteiligt sind und wie viele „Stationen“ es gibt, kann sich das Loben über einen ganzen Tag hinziehen und recht feucht-fröhlich enden.

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Ein zentraler Aspekt ist das Begutachten und übertreibende Hervorheben des einzelnen Baumes. Ob Größe, Dichte oder der besonders gerader Stamm, kein Detail wird ausgelassen. Dabei ist es nicht wichtig, ob der Christbaum wirklich als schön empfunden wird. Es zählt allein die lobende Erwähnung aller Merkmale. Auch negative Eigenschaften werden meist auf ironisch übertreibende Weise beschönigt: So passt sich beispielsweise ein krummer Baum ideal dem geschwungenen Stil des Mobiliars an oder ein besonders lichtes Gewächs bringt erst die schöne Wohnzimmertapete richtig zu Geltung. Der Kreativität und Überschwänglichkeit des Lobenden sind keine Grenzen gesetzt. Besondere Aufmerksamkeit genießt der Christbaumschmuck. Ob Strohsterne, Lametta oder Kerzen, stets wird auf die Stilsicherheit und Schönheit der verwendeten Dekorationselemente hingewiesen.

Hat sich jeder Besucher ausführlich mit dem Christbaum beschäftigt und ihn über alle Maßen gelobt, ist es Aufgabe des Gastgebers, den Anwesenden etwas zu trinken anzubieten. Traditionell handelt es sich dabei um einen Obstler oder einen anderen „Klaren“, doch auch verschiedene Liköre und Brandweine kommen zum Einsatz. Dazu wird meist weihnachtliches Gebäck wie Plätzchen oder Christstollen gegessen. Anschließend geht es weiter zum nächsten Haus, nicht ohne dass sich zuvor noch einmal alle beim Gastgeber bedankt haben und ein paar abschließende lobende Worte für dessen Weihnachtsbaum gefunden haben.

Nicht selten gestaltet sich der Brauch auch als eine Art Wettbewerb, mit dem Ziel, den schönsten Christbaum zu küren. Dabei wird der Baum von den Teilnehmern nach zuvor definierten Kriterien beurteilt. Dies können beispielsweise Größe, Wuchs, Nadelfestigkeit und Symmetrie des Baumes oder Kreativität, Farbenfreude und Originalität des Baumschmucks sein. Auch Auswahl und Geschmack der angebotenen Spirituosen können in die Wertung mit einfließen. Natürlich werden auch hier die positiven Eigenschaften in den Vordergrund gerückt und ausdrücklich hervorgehoben, um eine alkoholische „Belohnung“ zu erhalten. Am Ende des Tages wird dann aus den beurteilten Bäumen der schönste gewählt und zum Sieger ernannt.

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Heinz Erhardt: Weihnachten 1944
(Als ich keinen Urlaub bekam)

Wenn es in der Welt dezembert
und der Mond wie ein Kamembert
gelblich rund, mit etwas Schimmel
angetan, am Winterhimmel
heimwärts zu den Seinen irrt
und der Tag stets kürzer wird –
sozusagen wird zum Kurztag –
hat das Christkindlein Geburtstag!

Ach, wie ist man dann vergnügt,
wenn man einen Urlaub kriegt.
Andrerseits, wie ist man traurig,
wenn es heißt: „Nein, da bedaur ich!“
Also greift man dann entweder
zu dem Blei oder der Feder
und schreibt schleunigst auf Papier
ein Gedicht, wie dieses hier:

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!
Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so…
Vielleicht gibt’s doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht grade jetzt? – Aber wo? …

(Quelle)

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Der Bratapfel
(Joachim Ringelnatz)

Verzeihen Sie, wenn ich Sie störe!
Rief ein Apfel aus der Röhre.
Was ich erlebt, das glaubt man kaum,
Ich hing an einem Apfelbaum;

Der Baum stand dicht vor einem Haus,
Dort wohnt der Bauer Nikolaus.
Da sah ich nachts beim Mondenschein,
Es stieg ein Dieb zum Fenster ein.

Ich aber, um ihn zu vertreiben,
Fiel ab und pochte an die Scheiben.
Der Dieb, der dachte bei sich „Oho!“
Er ließ das Geld im Stich und floh!

So hab ich Nikolaus beschützt,
Es hat mir aber nichts genützt.
Mit grober Hand griff mich der Bauer,
Besah mich lang und sagte:“sauer!“

Nun muss ich hier im Topfe kochen,
Mir ist das Herz schon fast gebrochen.
Das eine aber ist mir klar,
Die Menschen sind oft undankbar.

(Quelle)

Eines von vielen Bratäpfelrezepten

Zutaten für 4 Personen

  • 4 Äpfel
  • 100 g Marzipanrohmasse
  • 4 EL geriebene Nüsse
  • 3 EL Honig
  • Butter

1. Backofen auf 190°C vorheizen.

2. Äpfel waschen und mit einem Apfelentkerner die Kerne entfernen – so entstehen gleichzeitig längliche Löcher in den Äpfeln. Alternativ kann das obere Drittel des Apfels abgeschnitten werden, um es später als „Deckel“ zu benutzen.

3. Marzipan in kleine Stücke schneiden, in einer Schüssel mit Honig und den geriebenen Nüssen vermischen.

4. Äpfel mit Marzipan-Nuss-Mischung füllen und in eine feuerfeste Form setzen.

5. Je zwei Butterflocken auf einen Apfel legen und auf mittlerer Schiene 20-30 Minuten backen. Die Haut der Äpfel sollte leicht aufplatzen. Noch heiß servieren!

Tipp: Dazu passt heiße Vanillesauce oder eine Kugel Vanilleeis.

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Auflösung des Rätsels von gestern

1. Überseeischer Ausländer = Amerikaner 2. Kopfschmuck einer Stadt an der Oder = Frankfurter Kranz 3. Spekulatius
4. Abwehrreaktion eines Insekts = Bienenstich 5. Liebesknochen 6. Mamorkuchen 7. Stollen 8. Pflastersteine 9. Sandgebäck bzw. Sandkuchen 10. Zähe, runde Masse, die betrunken macht = Rumkugeln 11. Sehr holziges Gebäck = Baumkuchen 12. Körperteil von dem, der seine Schuldigkeit getan hat = Mohrenkopf (ich weiß, nicht politisch korrekt, aber wir heißt das jetzt?)
13. Plunder(stückchen) 14. Stirb-nicht-Gebäck = Lebkuchen 15. Backwaren aus scharfem Teig = Pfefferkuchen 16. Lakritzschnecke 17. Hartes Klötzchen für ein Spiel = Dominostein 18. Zärtlichkeiten eines Afrikaners = Negerküsse (siehe oben bei12!)
19. Säckchen mit leichter Luftbewegung = Windbeutel 20. Apfelstrudel 22. Süßer brauner Schubkasten = Schokolade 23. Sehr süße Erdäpfel = Marzipankartoffeln 24. Pfannkuchen (bei und heißt das Omelett) 25. Haarteil eines literaturbegabten Deutschen = Schillerlocke (ich kannte die nur als Fisch, aber es gibt sie auch als Gebäck!) 26. Wasserbewegung eines blauen Flusses = Donauwelle 27. Höriges Organ eines dicken Tieres = Schweinsohren 28. Schwarzwälder Kirschtorte.

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One Response to “Wer hat den schönsten Christbaum?”

  1. Maria Says:

    Danke dir vielmals insbesondere für den wundervollen Reim „Wenn es in der Welt dezembert / und der Mond wie ein Kamembert / …
    Der sorgt für eine SEHR fröhliche Weihnachtszeit!


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