Morgen, Kinder, wird’s was geben …

22. Dezember 2013

fensterchen 23

GG-Berlin  / pixelio.de

Der „Stall“ von Bethlehem

Der Überlieferung nach wurde Jesus in einem Stall bei Bethlehem geboren. Im Lukasevangelium wird jedoch von keinem Stall berichtet, sondern lediglich geschrieben, Jesus sei in eine Krippe gelegt worden. Daraus wurde dann gedeutet, dass eine Krippe in einem Stall steht und Jesus folglich in einem Stall geboren wurde.
Zu Zeit von Jesu Geburt hatten die Hirten jedoch keine Ställe in herkömmlichem Sinne auf den Feldern, sondern sie schlugen als Unterstände für ihre Tiere Grotten in die Felsen. Es heißt ja auch, Jesus sei in einer „Grotte“ zur Welt gekommen. Im frühen Christentum ließ Kaiser Konstantin um 333 über der vermuteten Geburtsgrotte eine Kirche bauen. Am gleichen Platz ließ der römische Kaiser Justitian I. im frühen 6. Jahrhundert die heutige Kirche erbauen, die trotz der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen fast unverändert erhalten ist. Sogar einige antike Bodenmosaiken sind noch vorhanden. Die Geburtskirche ist einer der heiligsten Orte der Christenheit.

Geburtskirche 2     Geburtskirche Grotte

Die armenischen, die griechisch-orthodoxen sowie die lateinischen (katholischen) Christen teilen sich laut einem Abkommen die Nutzung der Geburtskirche. Die griechisch-orthodoxen Christen feiern am 6. u. 7. Januar, die armenischen Christen am 19. Januar ihre Weihnachtsmessen direkt in der Geburtskirche, während der lateinische Patriarch von Jerusalem die Weihnachtsmesse am 24. Dezember nicht in der Geburtskirche zelebrieren darf, sondern auf die unmittelbar angrenzende Katharinenkirche ausweichen muss.

(Quelle)

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Ray Charles: Ein blinder Musiker wird zur Legende

Ray Charles wurde am 23. September 1930 in der Stadt Albany (US-Bundesstaat Georgia, USA) geboren und wuchs in armseligen Verhältnissen auf. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten hatten die Menschen hart zu kämpfen, um irgendwie über die Runden zu kommen. So gab es in der baufälligen Unterkunft, wo Ray Charles aufwuchs, auch kein fließendes Wasser. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte er einen schweren Schicksalsschlag zu überwinden, als er hilflos mitansehen musste, wie sein kleiner Bruder in einer Wäschewanne ertrank. Nur wenige Monate später folgte die nächste Schreckensnachricht, als Ray Charles an einem Glaukom (Grüner Star) erkrankte. Da man sich keine ärztliche Behandlung leisten konnte, erblindete er im Alter von sieben Jahren vollständig. Ray Charles musste sich nun plötzlich in einer für ihn finsteren Welt zurechtfinden, welche noch dazu von einer problematischen Rassentrennung beherrscht wurde. Schwarze wurden unterdrückt und in vielen Lebensbereichen ausgegrenzt, für den dunkelhäutigen Ray Charles waren dies keine guten Zukunftsaussichten.

Die Mutter tat alles für ihren Sohn, um ihn so selbstständig wie möglich zu erziehen. Ray Charles musste im Haushalt mithelfen und durfte sich auch außerhalb des Hauses frei bewegen, damit er lernte, mit seiner Behinderung richtig umzugehen. Ray Charles schaffte es bald durch sein feinfühliges Gehör, sich in der Umgebung orientieren zu können. Er hatte eine Vorliebe für Musik und hörte sich in nahegelegenen Kneipen immer wieder Blues-Platten an. Als ihn seine Mutter in eine Blindenschule schickte, konnte er seine musikalischen Fähigkeiten weiterentwickeln. Er lernte Klavier und Klarinette zu spielen, zudem brachte er sich das Spiel mit dem Saxophon selbst bei. Ray Charles sang auch in einem kleinen Gospelchor mit und zeigte trotz seiner Sehbehinderung unglaubliches Talent, die Musik wurde nun zu seinem wichtigsten Lebensinhalt.

Kurz vor seinem 15. Geburtstag starb jedoch unerwartet seine Mutter, welche die wichtigste Bezugsperson in seinem Leben gewesen war. Ray Charles brach daraufhin die Schule ab und versuchte, seinen Lebensunterhalt mit Musik zu verdienen, aber als dunkelhäutiger und noch dazu blinder Musiker hatte er einen schweren Stand. Immer wieder geriet er in Rassenkonflikte, wo er als Schwarzer aber ständig in der weißen Gesellschaft benachteiligt wurde. Ray Charles hatte hart zu kämpfen, er verbesserte aber seine Fähigkeiten am Klavier und auch seine Stimme beständig weiter. Er konnte kleinere Nebenjobs als Sänger ergattern und kam ab und zu bei Musikbands unter. Mit der mickrigen Gage konnte er sich aber kaum über Wasser halten und hatte oft nicht genug Geld, um sich das Essen leisten zu können.

Im Alter von 17 Jahren übersiedelte Ray Charles nach Seattle (Nordwesten USA), um seine Karriere als Musiker voranzutreiben. Bettelarm und ohne Augenlicht musste er sich nun in einer fremden Stadt zurechtfinden, aber er ließ sich dadurch nicht entmutigen. Er wusste, dass es dort Bars gab, welche die ganze Nacht offen hatten und wo er als Sänger und Pianist tätig sein konnte. Er gründete seine erste eigene Band und tourte durch die Nachtclubs, wo er sich durch sein außergewöhnliches Talent schnell einen guten Namen machte. Als die ersten Schallplatten aufgenommen wurden, kamen diese bei den Menschen so gut an, dass sie alle sehr schnell verkauft wurden. Große Plattenfirmen wurden nun auf den blinden Sänger aufmerksam und dies war der Startschuss für eine große Musikkarriere. Ray Charles sang und spielte seine Lieder mit sehr viel Gefühl, aber er war auch Perfektionist, denn es musste jede Kleinigkeit passen, genauso wie die Mitglieder in seinem Ensemble.

Ray Charles begann systematisch, seinen eigenen Musikstil zu entwickeln. Wagemutig kombinierte er Blues, Country, Rhythm & Blues und Gospelelemente wie er es für richtig erachtete und stürmte mit dieser neuen Musikrichtung die Hitparaden im ganzen Land. Er begann überall auf der Welt große Tourneen zu spielen und stieg zu einem echten Superstar in der Musikbranche auf. Zudem setzte er sich gegen die Rassentrennung ein und verlangte bei jedem Konzert, dass alle Menschen durcheinander saßen, egal ob schwarze oder weiße Hautfarbe, ohne jede Bevorzugung. Er wollte seine Musik für jeden Menschen spielen, der sie hören wollte.

Ray Charles revolutionierte mit seiner neuen Stilrichtung die gesamte Musikwelt und galt als Wegbereiter für die Soulmusik. Er schaffte es, als schwarzer Musiker zu der weißen Hörerschicht durchzudringen und ging dadurch als eine Legende in die Musikgeschichte ein.

Ray Charles starb am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren. Er weigerte sich stets, einen Blindenhund oder einen Blindenstock zu benutzen, trotzdem fand er immer den richtigen Weg.

(Quelle)

Ray Charles singt „Merry Christmas Baby“

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RUDOLPH DAS RENTIER

Im Lexikon liest man, dass ein Rentier bis zu 2 Meter lang und 1,30 Meter hoch werden kann. Es gehört zur Familie der Hirsche. Im Gegensatz zu Reh oder Rothirsch tragen hier beide Geschlechter ein Geweih. Noch vor 8000 – 15000 Jahren lebten Rentiere auch in Norddeutschland, wie man anhand von Knochen- und Geweihfunde nachweisen kann. Rentiere schließen sich zu gigantischen Herden zusammen und führen so weite Wanderungen zu neuen Futterplätzen durch. Der Lebensraum der Rentiere erstreckt sich heute über das nördliche Europa und Asien sowie das nördliche Nordamerika und Grönland. In Nordeuropa halten die Samen die Rentiere in Herden.

Rentier

Auch tiefste Temperaturen fügen den Rentieren keinen Schaden zu. Die langen Außenhaare ihres Pelzes sind hohl wie Makkaroni – eine perfekte Wärmedämmung. Die Natur schenkte auch den Weibchen aller 24 Rentier-Unterarten ein mächtiges Geweih, denn damit schaufeln sie ihr Futter aus dem Schnee: Moose, Flechten, Tundragras, manchmal auch einen Pilz. Sie ziehen schwere Schlitten, geben Fleisch und Milch, aus ihrem Fell entstehen Kleidung, Schuhe, Decken und Zelte, und das schon seit mehr als 2000 Jahren.

Ein einziges der genügsamen Tiere wurde weltberühmt: „Rudolph, the rednosed reindeer“, das angeblich rotnäsige Tier, das gemeinsam mit Artgenossen den Schlitten des Weihnachtsmannes zieht. Rudolph und seine Rentiermannschaft wurden in der Phantasie des US-Dichters Clement Clark Moore geboren. Als dessen kleiner Sohn fragte: „Wie schafft es der Weihnachtsmann, in einer Nacht alle Kinder zu beschenken?“ ersann er den netten Rentier-Burschen mit der rotgefrorenen Nase, der dem Weihnachtsmann so fleißig hilft. Als Buch wurde Rudolph in den USA ein Bestseller, als Weihnachtslied ein Welterfolg. Unzählige Kinder in den angelsächsischen Ländern haben Rudolph, das rotnäsige Rentier, ins Herz geschlossen.

Die Sache hat nur einen Haken. Während die Rentierbullen ihr Geweih nach der Brunft im Herbst verlieren, bleibt das Geweih der Kuh noch mehrere Wochen erhalten. So bekommt sie durch diese weise Einrichtung der Natur als trächtiges Weibchen Vorrang an den begehrten Futterplätzen. Wenn nun der Weihnachtsmann im Dezember mit seinen geweihtragenden Rentieren daherkommt, so kann es sich bei den Arbeitstieren nur um Weibchen handeln, denn die Männchen haben ihr Geweih längst abgeworfen. Rudolph ist daher in Wahrheit eine Rudolphine. Dies zeigt wohl, dass zur Weihnachtszeit auch bei den Rentieren die Frauen hart arbeiten.

© 2000 Rudolf Öller, Bregenz

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Der Christbaumständer
Verfasser unbekannt

Beim Aufräumen des Dachbodens – ein paar Wochen vor Weihnachten – entdeckte ein Familienvater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied „O du fröhliche“ erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam ihm ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu „O du fröhliche“ spielte. Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen.

Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur „Weihnachtsüberraschung“. Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft. Wie neu sah der Ständer aus, nachdem er auch noch einen Anstrich erhalten hatte.

Jetzt aber gleich los und einen prächtigen Christbaum besorgen, dachte er. Mindestens zwei Meter sollte der messen. Mit einem wirklich schön gewachsenen Exemplar verschwand Vater dann in seinem Hobbyraum, wo er auch gleich einen Probelauf startete. Es funktionierte alles bestens. Würde Großmutter Augen machen!

Endlich war Heiligabend. „Den Baum schmücke ich alleine“, tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. „Die werden Augen machen“, sagte er bei jeder Kugel, die er in den Baum hing. Vater hatte wirklich an alles gedacht. Der Stern von Bethlehem saß oben auf der Spitze, bunte Kugeln, Naschwerk und Wunderkerzen waren untergebracht, Engelhaar und Lametta dekorativ aufgehängt. Die Feier konnte beginnen.

Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz. Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. „Und jetzt kommt die große Überraschung“, verkündete er, löste die Sperre am Ständer und nahm ganz schnell seinen Platz ein.

Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze „O du fröhliche“. War das eine Freude! Die Kinder klatschten vergnügt in die Hände. Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: „Wenn Großvater das noch erleben könnte, dass ich das noch erleben darf.“ Mutter war stumm vor Staunen.

Eine ganze Weile schaute die Familie beglückt und stumm auf den sich im Festgewand drehenden Weihnachtsbaum, als ein schnarrendes Geräusch sie jäh aus ihrer Versunkenheit riss. Ein Zittern durchlief den Baum, die bunten Kugeln klirrten wie Glöckchen. Der Baum fing an, sich wie verrückt zu drehen.

Die Musikwalze hämmerte los. Es hörte sich an, als wollte „O du fröhliche“ sich selbst überholen. Mutter rief mit überschnappender Stimme: „So tu doch etwas!“ Vater saß wie versteinert, was den Baum nicht davon abhielt, seine Geschwindigkeit zu steigern. Er drehte sich so rasant, dass die Flammen hinter ihren Kerzen herwehten. Großmutter bekreuzigte sich und betete. Dann murmelte sie: „Wenn das Großvater noch erlebt hätte.“

Als Erstes löste sich der Stern von Bethlehem, sauste wie ein Komet durch das Zimmer, klatschte gegen den Türrahmen und fiel dann auf Felix, den Dackel, der dort ein Nickerchen hielt. Der arme Hund flitzte wie von der Tarantel gestochen aus dem Zimmer in die Küche, wo man von ihm nur noch die Nase und ein Auge um die Ecke schielen sah. Lametta und Engelhaar hatten sich erhoben und schwebten wie ein Kettenkarussell am Weihnachtsbaum. Vater gab das Kommando „Alles in Deckung!“ Ein Rauschgoldengel trudelte losgelöst durchs Zimmer, nicht wissend, was er mit seiner plötzlichen Freiheit anfangen sollte. Weihnachtskugeln, gefüllter Schokoladenschmuck und andere Anhängsel sausten wie Geschosse durch das Zimmer und platzten beim Aufschlagen auseinander.

Die Kinder hatten hinter Großmutters Sessel Schutz gefunden. Vater und Mutter lagen flach auf dem Bauch, den Kopf mit den Armen schützend. Mutter jammerte in den Teppich hinein: „Alles umsonst, die viele Arbeit, alles umsonst!“ Vater war das alles sehr peinlich. Oma saß immer noch auf ihrem Logenplatz, wie erstarrt, von oben bis unten mit Engelhaar und Lametta geschmückt. Ihr kam Großvater in den Sinn, als dieser 1914-18 in den Ardennen in feindlichem Artilleriefeuer gelegen hatte. Genau so musste es gewesen sein. Als gefüllter Schokoladenbaumschmuck an ihrem Kopf explodierte, registrierte sie trocken „Kirschwasser“ und murmelte: „Wenn Großvater das noch erlebt hätte!“ Zu allem jaulte die Musikwalze im Schlupfakkord „O du fröhliche“, bis mit einem ächzenden Ton der Ständer seinen Geist aufgab.

Durch den plötzlichen Stopp neigte sich der Christbaum in Zeitlupe, fiel aufs kalte Buffet, die letzten Nadeln von sich gebend. Totenstille! Großmutter, geschmückt wie nach einer New Yorker Konfettiparade, erhob sich schweigend. Kopfschüttelnd begab sie sich, eine Lamettagirlande wie eine Schleppe tragend, auf ihr Zimmer. In der Tür stehend sagte sie: „Wie gut, dass Großvater das nicht erlebt hat!“

Mutter, völlig aufgelöst zu Vater: „Wenn ich mir diese Bescherung ansehe, dann ist deine große Überraschung wirklich gelungen.“ Andreas meinte: „Du, Papi, das war echt stark! Machen wir das jetzt Weihnachten immer so?“

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