Das 18. Fensterchen

17. Dezember 2014

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Christrose 3a

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CHRISTROSE Lied

Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Und wenns in der Winternacht friert und schneit,
Das tut der Rose nicht weh.
Es grünt eine Hoffnung zur Weihnachtszeit,
Drinnen im Herzen still:
Dass immer und ewig so schön wie heut
Frieden werden will.
Christrose, Blume der Heiligen Nacht!
Christrose, Hast mir die Hoffnung gebracht!
Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,
Mir tut das Herz nicht mehr weh,
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.

Dichter unbekannt

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Am 4. Dezember haben im Eulinda-Advent-Blog die „Barbarazweige“ eine wichtige Rolle als Orakelpflanzen gespielt. Heute möchte ich dir eine andere Pflanze vorstellen, die schon früh zur Weihnachtszeit als Botin für gute oder schlechte Nachrichten gegolten hat: Die Christrose.

Nach einem alten volkstümlichen Brauch wird die Christrose als Orakelblume in der Weihnacht vom 24. auf den 25. Dezember verwendet.
Zwölf Knospen werden abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Jede Knospe steht für einen Monat des kommenden Jahres. Öffnen sich die Knospen über Nacht, so werden die entsprechenden Monate gutes Wetter für die Landwirtschaft bieten. Bleiben sie geschlossen, muss man mit schlechtem Wetter rechnen.

christrose  Christrose (Helleborus niger) (Tafel aus „Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz“ von Otto W.Thomé von 1885) Quelle: http://www.BioLib.de

Der Helleborus niger ist unter vielen Namen bekannt. Die Bezeichnungen „Christrose“ oder „Weihnachtsrose“ beziehen sich auf die frühe Blüte, die schon zur Weihnachtszeit erfolgen kann. Die „schwarze Nieswurz“ leitet sich zum einem von dem dunklen Rhizom ab, zum anderen von dem beißenden und reizenden Geruch der zerriebenen Wurzeln. Die „Schneerose“ oder „Lenzrose“ wird in Österreich auch als „Schneebleamal“ oder „Märzenkaibl“ bezeichnet. Weitere Namen wie „Krätzenblum“, „Schelmenwurz“, „Brandwurzel“ und „Feuerwurzel“ verweisen auf ihre Verwendung in der Volksmedizin.

Das natürliche Vorkommen der streng geschützten Pflanze ist in Deutschland auf das Berchtesgadener Land beschränkt. In Österreich ist die kalkliebende Christrose lediglich in Tirol an einigen Stellen im Raum Kufstein/Kaisergebirge verbreitet. Der Kufsteiner Hausberg Pendling wird wegen des seltenen Frühblühers touristisch beworben. Die absonnige Nord-West-Hanglage und der lichte Buchen-Tannenwald bieten optimale ökologische Voraussetzungen für die Bildung größerer Gruppen, die bis zu 25 Jahre alt werden können.

Dieses Wissen über die Christrose habe ich zum größten Teil dem Begleittext zu einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek Regensburg entnommen. Dort kannst du noch viele weitere interessante Dinge über diese Pflanze erfahren.

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Über die Christrose wird auch folgendes erzählt:

Die Weihnachtsrosen

Zwischen Ochs und Esel gebettet lag das Jesuskind im Stall auf elendem Heu. Maria im blauen Kleid wachte bei der Krippe und verträumte sich in ihr Glück. Joseph hatte die rauen braunen Hände gefaltet und betete mit murmelnden Lippen. Der Ochs brüllte: „Muh, muh, welch großer Tag!“, und der Esel rief: „Wie schön ist das Kind, j-jah!“
Die Nacht kam und es stürmte draußen und schneite und fror. Ein Flockenschleier hing manchmal vor dem großen Stern, der tief am Himmel stand. Aber sein Leuchten war so gewaltig, dass er alles mit Helle überflutete und den Stall und sein heiliges Geheimnis in lichtes Glänzen tauchte.
Es waren aus dem fernen Morgenland die drei Heiligen Könige gefahren, geritten, gezogen, gekommen. In kostbarstes Brokatgewand, in schwere Samte gehüllt, angetan mit dem Schmuck der köstlichsten Edelsteine, umknieten sie das Kind, das mit großen offenen Augen und gebreiteten Ärmchen in der Krippe lag, und brachten ihm Gold, um in ihm den König aller Könige zu ehren, und schenkten Weihrauch, der in wundersamen Gerüchen aufschwelte, um Gott in ihm zu erkennen, und sie legten allesheilende Myrrhen nieder an der Wiege für den Heiland und Menschensohn.
Und es waren aus ihren Pferchen die Hirten vom Felde gekommen und opferten ein Lämmlein und ein Zicklein, schenkten eine Taube und ein Kuhhorn, aus dem man trinken konnte, und einer brachte eine Hirtenflöte, und Ysambert, der Alte, hatte einen richtigen Holzkalender gefertigt, der die Tage und Monate anzeigte. Eine Kinderklapper zog Aloris aus seiner Hirtentasche, die hatte er selbst geschnitzt und sie machte klipp-klapp und das Jesuskind lachte und griff nach der lustigen Klapper.
Hinter den großen Hirten stand in scheuer Furcht ein kleines Hirtenmädchen in zerschlissenem Fähnchen. Es hob sich in neugieriger Andacht auf die Zehenspitzen, damit seine blauen Augen auch etwas sähen. Aber die breiten Schultern der Männer deckten schier alles zu, und so musste es zwischen den Hirtenbeinen durchgucken.
Was es da sah, war ein gar großes Erleben für das Kind, und als es das herzgoldige Kind in der Krippe erblickte, da hätte das Mädchen das Wiegenkind am liebsten an sich gedrückt und es geherzt und auf den Armen geschaukelt und ihm die allerschönsten Geschenke gebracht. Aber es hatte ja nichts zu geben, ein Kirchenmäuslein hätte eher etwas zu verschenken gehabt als dies bettelärmste Kind. Seine vom Kartoffelhacken und Reisigsuchen abgearbeiteten Hände waren leer, ganz leer. Da kamen ihm über seine Armut die bitteren Tränen.
Hoch von seinem Wolkenthron herab sah der Engel Gabriel das Mädchen in seinem Leid und er stieg vom Himmel nieder, kam unbemerkt herein in die armselige Hütte und erfragte des Kindes Kummer: „Ach, ich möchte gleich den anderen dem Kindlein in der Wiege ein Geschenk bringen und habe nichts.“
„Was möchtest du ihm denn schenken?“ fragte die milde Engelsstimme.
„Die Hirten und die Könige haben dem Jesuskind ja schon alles gebracht, was man sich nur ausdenken kann.“
„Haben sie denn wirklich nichts vergessen?“ forschte der Engel weiter, „denk einmal nach!“
Das Hirtenmädchen hatte nicht lang zu überlegen:
„Ja, wenn ich ihm Rosen bringen könnte, weiße oder rote Rosen! Das Kind hat ja nicht ein einziges Blümchen bekommen und es ist doch heut sein erster Geburtstag. Aber es ist ja tiefer Winter und der Frühling mit seinen Blumen ist noch so weit.“
Da nahm der Engel das Mädchen bei der Hand. Sie gingen hinaus aufs verschneite Feld, und es war lichte Helle um sie her. Der Engel schlug mit seinem Stab auf die Erde, und da geschah das liebliche Wunder:
Es sprossen überall kleine Blumen hervor, köstliche wilde Rosen. Aus silberweißen Kelchen, deren Blätter zarter waren als feinster Alabaster, leuchteten die Honigblätter als goldenes Kreuz wie ein Abbild des strahlenden Himmelszeichens, das überm weißen Schneefeld stand.
In seiner Schürze sammelte das arme Hirtenkind die Christrosen und lief hinein in den Stall und schüttete seinen Blumensegen aus über die Krippe und das Kind, dass es ganz in Blüten gebettet war.
Und es durfte auch, wie es sich so sehnlich gewünscht hatte, das Christkindlein in seinen Armen wiegen und herzen und das göttliche Kind drückte seine Lippen auf einige der Blüten, die rosafarben aufschimmerten wie die küssenden Lippen.
Und seither hat Weihnachten seine festlichen Rosen, die weißen und rosaroten Christrosen.

 aus Frankreich

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Thomas Hampson singt das Lied „Christrose“ von Robert Stolz

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Und jetzt noch 24 untrügliche Zeichen dafür, dass du erwachsen bist (und alt wirst):

  1. All deine Hauspflanzen leben und man kann keine rauchen.
  2. Sex in einem schmalen Bett kommt nicht in Frage.
  3. Du hast mehr Essen als Bier im Kühlschrank.
  4. Um 6:00 Uhr stehst du auf und gehst nicht zu Bett.
  5. Du hörst dein Lieblingslied in einem Aufzug.
  6. Du achtest auf die Wettervorhersage.
  7. Deine Freunde heiraten und lassen sich scheiden anstelle von „Abenteuern“ und „Schluss machen.“
  8. Du hast weniger als 130 Ferientage.
  9. Jeans und ein Pulli qualifizieren nicht mehr als „schick angezogen.“
  10. Du rufst die Polizei, weil diese %&@# Kinder ihre Musik nicht leise  machen wollen.
  11. Du weißt nicht, wann McDonalds zu macht.
  12. Deine Autoversicherung geht runter, deine Autoraten hoch.
  13. Du fütterst deinen Hund mit Hundefutter, nicht mit Überbleibseln der letzten Pizza oder McDonalds.
  14. Vom auf der Couch Schlafen kriegst du Rückenschmerzen.
  15. Du machst Nickerchen.
  16. Essen gehen und Kino ist die ganze Verabredung, nicht erst der  Anfang.
  17. Um 3 Uhr morgens frittierte Sachen zu essen würde dir Magenprobleme  machen, nicht sie lösen.
  18. Du kaufst Aspirin und Rennie in der Apotheke, nicht  Schwangerschaftstests und Kondome.
  19. Eine Flasche Wein für 3 EURO ist kein „ziemlich gutes Zeug“ mehr.
  20. Du isst Frühstückszeug zum Frühstück.
  21. „Ich kann nicht mehr so trinken wie damals“ ersetzt „Ich trinke nie  wieder so viel.“
  22. 90 % der Zeit, die Du vor dem Computer verbringst, ist für Deine  Arbeit.
  23. Du trinkst nicht mehr zu Hause, um Geld zu sparen, bevor Du  ausgehst.
  24. Wenn Du hörst, dass eine Deiner Bekannten schwanger ist gratulierst  Du und sagst nicht „Oh S….., wie ist das denn passiert?“

Bonus:

Du liest diese ganze Liste und schaust verzweifelt nach einem Zeichen, dass du NICHT so bist und kannst keins finden. Dann schickst du die Liste an ein paar alte Freunde/Freundinnen weiter, weil du weißt, sie werden sich genauso fühlen.

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Das 17. Fensterchen

16. Dezember 2014

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Fensterchen 17

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Viele Jahre lang hatte ich keinen Christbaum. Ich war der Meinung, eine auch noch so schön geschmückte Tanne oder Fichte würde an die Christbäume meiner Kindheit nicht heranreichen. Diese waren zwar nie sehr groß und auch eher einfach herausgeputzt, aber die Christbaumkugeln und -figuren glänzten mit den Kerzen und dem Engelshaar um die Wette – am hellsten aber leuchteten meine Augen vor Weihnachtsfreude. Diese habe ich – wie viele andere – irgendwann verloren und sie wollte nur ganz allmählich und zaghaft wieder bei mir einkehren.

In den letzten Jahren habe ich den Heiligen Abend mit meiner Nichte Barbara verbracht und wir haben uns jedes Mal über ein Bäumchen gefreut, mit seinen roten und goldenen Kugeln und den Strohsternen. Wenn wir die Kerzen entzündet hatten, schauten wir zu, wie sie das Zimmer in sanftes Licht tauchten und wenn wir Sternspritzer anzündeten, kam fast so etwas wie kindliche Freude auf (bei mir war allerdings auch immer ein wenig Angst vor einem Zimmerbrand dabei). Allerdings ist es mir immer schwerer gefallen, das Bäumchen, auch wenn es schon etwas kahl und zerrupft aussah, um den Dreikönigstag herum wegzuwerfen. Daher habe ich für heuer nach langem Überlegen einen künstlichen Christbaum gekauft. Im Geschäft sah er recht „echt“ aus. Hoffentlich versetzt er uns, wenn er schön geschmückt ist, auch in Weihnachtsstimmung. Sonst wird es nächstes Jahr eben doch wieder ein echter Christbaum …

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Das Christbäumchen 

Die Bäume stritten einmal miteinander, wer von ihnen der vornehmste wäre.
Da trat die Eiche vor und sagte: „Seht mich an! Ich bin hoch und dick und habe viele Äste, und meine Zweige sind reich an Blättern und Früchten.“
„Früchte hast Du wohl“, sagte der Pfirsichbaum; „allein es sind nur Früchte für die Schweine; die Menschen mögen nichts davon wissen. Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche auf die Tafel des Königs“.
„Das hilft nicht viel“, sagte der Apfelbaum, „von deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch dauern sie nur wenige Wochen; dann werden sie faul, und niemand kann sie mehr brauchen. Da bin ich ein anderer Baum. Ich trage alle Jahre Körbe voll Äpfel, die brauchen sich nicht zu schämen, wenn sie auf eine vornehme Tafel gesetzt werden. Sie machen aber auch die Armen satt. Man kann sie den ganzen Winter im Keller aufbewahren oder im Ofen dörren oder Most daraus keltern. Ich bin der nützlichste Baum!“

Weihnachtsbaum

„Das bildest du dir nur ein“ sagte die Fichte, „aber du irrst dich. Mit meinem Holz baut man die Häuser und heizt man die Öfen. Mich schneidet man zu Brettern und macht Tische, Stühle, Schränke, ja sogar Schiffe daraus.
Dazu bin ich im Winter nicht so kahl wie ihr: Ich bin das ganze Jahr hindurch schön grün.
Auch habe ich noch einen Vorzug. Wenn es Weihnachten wird, dann kommt das Christkindchen, setzt mich in ein schönes Gärtchen und hängt goldene Nüsse und Äpfel an meine Zweige. über mich freuen sich die Kinder am allermeisten. Ist das nicht wahr“?
Dem konnten die anderen Bäume nicht widersprechen.

(Wilhelm Curtmann, 1802 – 1871)

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„Eulinda Unnützes Wissen“

Das ist mein vollständiger Name. Wo immer ich etwas höre, lese oder sehe, das zu wissen bestenfalls beim „Millionenrad“ etwas bringen würde, schlagen meine Synapsen Alarm und ich speichere es in meinen Gehirnwindungen für alle Ewigkeit ab. Mein Fundus wächst nahezu täglich und ab und zu muss ich das Ganze oder zumindest einen Teil wieder von mir geben. Und was würde sich dafür besser eignen als ein Adventkalender-Blog?

Also werde ich auch heute wieder einmal ein paar „Weisheiten“ mit dir teilen und dich auch ein bisschen reicher an unnützem Wissen machen. Also, wusstest du, dass …

… die Gebärdensprache international nicht einheitlich ist? Weltweit gibt es circa 200 unterschiedliche Gebärdensprachen. So können zum Beispiel amerikanische und britische Gebärdensprachler einander kaum verstehen.

… man, wenn man in der Google Bildersuche nach „241543903“ sucht, Menschen findet, die ihren Kopf in Kühlschränke stecken? Probier es einfach einmal aus!

… in einem 150-Gramm-Becher Erdeerjogurt ungefähr eine viertel Erdbeere enthalten ist?

… sich aus den Buchstaben des Wortes „Regierung“ sich auch die Worte „Genug Irre“ bilden lassen?

… die Kinder in Island vergeblich auf den Weihnachtsmann warten? Stattdessen kommen 13 Tage lang nacheinander 13 Weihnachtsmännchen mit lustig klingenden Namen wie Pottaskefill oder Gluggagaegir. Jeden Abend legt ein anderes der kleinen Kerlchen ein Geschenk in die bereitgestellten Kinderschuhe am Fensterbrett.

Weihnachtstroll
Der Glaube an diese 13 Männchen, die Söhne des kinderfressenden Ungeheuers Grýla sind, geht auf den Glauben der Isländer an Trolle zurück. Die 13 Weihnachtstrolle hatten es Erzählungen nach früher eigentlich zur Aufgabe, unartige Kinder einzufangen und dem mütterlichen Kochtopf zuzuführen. Weil sie aber Mitleid mit den Kindern hatten, gaben sie nur vor, diese zu kochen und brachten sie wieder zu ihren Eltern zurück. Sie hatten bei ihren Ausflügen zu den Menschen auch festgestellt, dass deren Essen vor allem zur Weihnachtszeit ohnehin viel besser schmeckt als das der gehässigen Frau Mama. Sie begannen daher, Essen mitgehen zu lassen, Essenreste zu verzehren und Töpfe auszuputzen. Oft spielten sie den Menschen auch kleine Streiche.
Zum Ausgleich für den ganzen Unfug und als Dankeschön für das Essen lassen sie bei ihren Streifzügen bis heute kleine Geschenke zurück. Anfangs waren das Steine, mit denen sie die Gärten zu verschönern gedachten. Als sie aber merkten, dass die Menschen sich darüber nicht zu freuen schienen, begannen sie Spielzeuge für ihren Nachwuchs zu produzieren und dabei sind sie auch bis heute geblieben. (Quelle)

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Und last but not least: Was ist ein Schmuckeremit?

Schmuckeremiten oder Ziereremiten (engl. ornamental hermits, auch garden hermits) waren Einsiedler, die während des 18. und 19. Jahrhunderts englische Landschaftsparks bewohnten und dabei ein Anstellungsverhältnis eingingen. Schmuckeremiten lebten während einer vertraglich festgelegten Dauer in eigens eingerichteten Eremitagen und hatten sich zu bestimmten Tageszeiten sehen zu lassen, um die Eigentümer der Parks und deren Gäste mit ihrem Anblick zu unterhalten.

Schmuckeremit

Die Anforderungen an das Leben als Schmuckeremit sind aus Zeitungsannoncen bekannt. Das bekannteste Beispiel für die Anstellung eines Schmuckeremiten findet sich für Painshill Park, ein Anwesen des Landadeligen Charles Hamilton (1704–1786), das unter großen Kosten zum Landschaftsgarten mit dafür typischer Grotte, neugotischer und chinesischer Architektur, Serpentinenwegen und einem Baumhaus als Eremitage umgebaut wurde. Hamilton setzte angeblich eine Annonce aus, dass £700 verdienen würde, wer bereit war, „sieben Jahre in der Eremitage zu bleiben, wo er mit einer Bibel, einer Brille, einer Fußmatte, einem Strohsack als Kissen, einem Stundenglas als Zeitmesser, Wasser als Getränk und Nahrung aus dem Haus versehen werden sollte. Er mußte ein wollenes Gewand tragen und durfte sich unter gar keinen Umständen die Haare, den Bart und die Nägel schneiden, nicht jenseits der Grenzen von Mr. Hamiltons Besitz herumstreunen oder auch nur ein Wort mit dem Diener wechseln.

Offensichtlich wurden Interessenten nicht nur gesucht, sondern boten sich auch selbst an. In einer Anzeige aus dem Jahr 1810 ließ ein junger Mann (Schmuckeremiten hatten in der Regel ein bereits fortgeschrittenes Alter aufzuweisen) verlauten, dass er sich „aus der Welt zurückziehen und an irgendeinem Ort in England als Eremit leben möchte“ und bereit sei, sich „mit einem Edelmann oder einem Gentleman in Verbindung zu setzen, der den Wunsch hat, einen solchen Eremiten zu haben“. In Hawkstone Park, einem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert von mehr als 10.000 Besuchern besichtigten Landschaftsgarten, übernahm hingegen eine mechanische Puppe den Platz des Schmuckeremiten. Diese befand sich in einer mit Stundenglas, Schädel und Brille auf einem Tisch ausgestatteten Einsiedelei und wurde von einem Angestellten bedient, der zu ihren Mundbewegungen sprach. (Quelle)

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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes, 1596 – 1650)

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Das 16. Fensterchen

15. Dezember 2014

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Fensterchen 16

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Nur noch eine gute Woche bis Weihnachten und noch immer kein Schnee!

Aber wenn man den Wettervorhersagen glauben kann (und wer tut das nicht?), dürfen wir uns vielleicht bald ans Schneemannbauen machen – oder auch nicht …

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Dann musst du dich halt mit einem Schneegedicht begnügen …

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Im Schnee

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuss, der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

(Gottfried Keller)

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… oder dir einfach ein ganzes friedliches Heer von Schneemännern zum Aufessen machen – ganz ohne Backrohr!

Zutaten:

1 Pck. Kekse (Pfeffernüsse), weiße
1 Pck. Kekse (Doppelkekse)
1 Pck. Kekse, runde, mit Zuckerstreuseln
1 Pck. Konfekt (Dominosteine)
1 Pck. Süßigkeiten (Mikadostäbchen)
 etwas Puderzucker
 n. B. Schokolade
 etwas Wasser

So geht’s:

3 weiße Pfeffernüsse aufeinanderlegen und mithilfe eines Schaschlikspießes auf einem Doppelkeks befestigen. Die unteren beiden Pfeffernüsse mit der glatten Seite zusammensetzen, sodass eine Kugel entsteht.

Die obere mit der runden Seite darüber, Streuselplätzchen auf die flache Seite der Pfeffernuss setzen (soll die „Krempe“ vom Zylinder sein). Als Letztes den Dominostein (Zylinder) darauf spießen. Schöner sieht es natürlich aus, wenn man den Dominostein nur zur Hälfte von unten anspießt, damit man oben nicht das Loch sieht.
Nach Belieben kann man anstelle der Spieße auch Puderzuckerglasur zum Kleben nehmen, es dauert aber lange, bis die hält.

Aus Puderzucker und Wasser eine Glasur anrühren. Den Mikadostab an der Seite mit der Puderzuckerglasur festkleben und dem Schneemann aus zerlassener Schokolade ein Gesicht und Knöpfe malen.

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Und so oder so ähnlich könnte dein Schneemannheer dann aussehen:

Schneemänner aus Keksen

Wenn du deine Kreationen hübsch in Zellophanpapier verpackst, hast du lustige kleine „Mitbringsel“ auf deinen Feiertagsbesuchen.

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INSPIRATION

Ein guter Rat ist wie Schnee. Je sanfter er fällt, desto länger bleibt er liegen und um so tiefer dringt er ein.
Simone Signoret

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The King’s Singers als – nicht mehr ganz nüchterne – Christmas Carol Singers

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Das 15. Fensterchen

14. Dezember 2014

Fensterchen 15

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Gestern bin ich bei meiner Suche nach (vor)weihnachtlichen Geschichten im Internet auf einen Text gestoßen, der mich, obwohl ich nicht landläufig fromm bin, berührt und nachdenklich gemacht hat. Vielleicht geht es dir genau so, wenn du ihn liest:

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Brief an das Christkind

Liebes Christkind!

Es ist lange her, seit ich dir zum letzten Mal einen Brief geschrieben habe. Damals, ich erinnere mich noch dunkel, habe ich dir mit Bleistift und ungelenker Hand meinen weihnachtlichen Wunsch nach einer Eisenbahn anvertraut. Und schon am übernächsten Tag war dieser Brief, den ich vor das Fenster gelegt hatte, verschwunden, bei dir also angekommen. Denn tatsächlich fand ich dann in nicht mehr zu bändigender Freude unter dem Christbaum die Eisenbahn.

Heute schreibe ich dir aber nicht wegen einer Eisenbahn, sondern wegen der großen inneren Unruhe, die mich beim Aufstellen der Krippe erfasst hat. Ich war gerade dabei, den einzelnen Figuren ihren Platz zuzuweisen, da hat mich die Frage nicht mehr losgelassen: Wo wäre es leichter für dich gewesen, Mensch zu werden, in diese Welt zu kommen? Damals in Betlehem, in der Nacht, im Futtertrog in einer Höhle, auf Stroh gebettet, zwischen Ochs und Esel, unter den sorgenden Augen deiner Mutter und dem fragenden Blick Josefs? Oder heute hier bei uns? Je ernsthafter ich versucht habe, mich dieser Frage zu stellen, um so tiefer hat sie sich in mein Sinnen und Trachten gebohrt. Und ich habe auf diese Frage keine Antwort gefunden. Deshalb schreibe ich dir diesen Brief, vielleicht kannst du mir helfen, eine Antwort zu finden.

Herbergssuche

Was wäre, wenn du es dir anders überlegt hättest damals und noch 2000 Jahre gewartet hättest, um heute hier unter uns in diese Welt zu kommen? Wo wäre da ein Platz für dich, das heißt für euch, denn auf Josef und Maria dürfen wir bei aller Wertschätzung für dich bei dieser Frage nicht vergessen. Natürlich würdest du dein Kommen ganz anders einfädeln, aber so, wie ich dich kenne, würdest du wieder die Schwachen, die Letzten, die in der sozialen Rangordnung ganz unten Stehenden aussuchen. Und genau das ist das Problem. An welche Tür könnte denn Josef klopfen? Wäre in dieser Welt heute unter uns überhaupt noch ein Platz frei für euch, eine kleine Wohnung vielleicht oder ein Zimmer, ein Winkel zumindest? Und wenn sich da oder dort eine Tür öffnet, was sollte denn Josef sagen, ohne dass man ihn für verrückt hält und zum Teufel jagt? Wer wäre denn heute bereit, die Botschaft der Engel zu hören und diese Botschaft gar noch zu glauben? Hirten gibt es bei uns ja keine mehr und Schafe sind selten geworden. Würden die himmlischen Heerscharen nicht verstummen müssen vor so viel Rastlosigkeit, die uns keine Zeit mehr lässt zum richtigen Hinhören? Oder würde diese Botschaft nicht vom Gelächter der vielen klugen und vernünftigen Leute verjagt? Wer würde denn so viel unglaubwürdigen Unsinn aushalten? Wohin mit zwei so Verrückten? Zwei ist schon richtig, denn du, liebes Christkind, bist ja noch nicht geboren. In ein Obdachlosenheim, zur Caritas – die ist doch dafür zuständig – oder einfach auf die Straße, um euch eurem Schicksal zu überlassen? Aber so wie ich diese Welt kenne, würde sich letztlich doch jemand eurer erbarmen und euch hereinlassen – für eine Nacht zumindest. Aber euch das glauben, was ihr erzählt, das wäre zu viel verlangt.

War der Stall doch besser? War die Krippe doch angenehmer, das Stroh doch wärmender und der Blick von Ochs und Esel doch menschlicher? Musst du, liebes Christkind, nicht froh sein, dass es damals war und nicht heute? Obwohl die Umstände damals bei weitem nicht so sanft und rosig waren, wie die Stimmung meiner Krippe vielleicht glauben lässt. Womöglich würde Josef in seiner Not an eine Tür klopfen, heute müsste er natürlich klingeln, und die Leute beim Essen oder, was noch schlimmer wäre, beim Fernsehen stören.

Liebes Christkind, ich habe dir jetzt viele Fragen gestellt. Da ist noch eine Frage, bei der ich fast so etwas wie eine Gänsehaut bekomme: Was würde ich wirklich, so ganz tatsächlich tun, wenn Josef und Maria – und du – an meine Tür klopfen würden? Wenn es tatsächlich auf mich ankäme? Ja, was würde ich tun, wenn ich zu denen gehörte, an deren Tür Josef und Maria klopfen, um Einlass in ihrer Not zu finden? Seit Kindheit empfinde ich Ent-täuschung, Verbitterung und Vorwürfe gegen jene, die dir in unserem bekannten Weihnachtslied „Wer klopfet an?“ die Tür weisen. Habe ich da vielleicht vorschnell meinen Finger auf jemanden gerichtet?

Was würde ich tun, wenn ich heute nach dieser weihnachtlichen Feier nach Hause komme und zwei von den Strapazen der letzten Tage Gezeichnete würden mich in ihrer Not um Unterschlupf bitten? Was würde ich tun? Du hast doch hoffentlich nicht schon einmal vergeblich an meine Tür geklopft?

Mit Herzklopfen … dein (deine) ….

(Quelle)

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 Der Akinator

Ich bin normalerweise nicht von Wahrsagungen, Gedankenlesereien und Orakeln zu beeindrucken – schon gar nicht von solchen im Internet. Als ich aber durch Zufall auf den Akinator gestoßen bin und ihn gleich mehrfach herausgefordert habe, war ich doch recht beeindruckt.

Akinator’s Leidenschaft ist es, Figuren zu erraten, indem er Fragen stellt. Um mit ihm zu spielen, denke an eine Figur, echt oder erfunden, merk sie dir gut, und klicke auf „Spielen“.

Der Akinator wird fortfahren und dir eine Reihe von Fragen stellen, die du wahrheitsgemäß beantworten musst. Nach diesen Fragen wird er erraten, an wen du denkst. Der Akinator ist nicht unfehlbar, aber meine Figuren – und es waren einige recht ausgefallene dabei – hat er entweder in kürzester Zeit oder spätestens beim 2. Versuch herausgefunden.

Was ist nun das Geheimnis des Akinators? Dahinter steckt natürlich ein Programm, Limule von Elokence.com. Der verwendetete Algorithmus ist eine originelle Kreation, die natürlich geheim bleibt.

Übrigens – als ich den Akinator getestet habe, konnte er auf folgende Statistik verweisen:
548 Personen spielen gerade. 217791589 Spiele gespielt, davon 10975 heute.

Probier’s doch einfach einmal aus – du wirst sicher ebenso erstaunt sein wie ich.

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Katerweihnachten

In jedem Jahr packt mich das Grauen –
die Dosenöffner rasten aus –
um mir vier Wochen zu versauen.
Nichts stimmt dann mehr bei uns zu Haus.

Vom Januar bis zum November
öffnen sie Dosen für mein Essen,
doch dann, bis Ende vom Dezember,
passiert es oft, dass sie’s vergessen.

Sie rennen rum wie angestochen,
schleppen fast täglich Sachen an,
benehmen sich in diesen Wochen,
dass ich es kaum beschreiben kann.

Sie machen Päckchen mit viel Schleifen,
es raschelt ständig hier im Haus.
Wie soll ein Kater das begreifen?
Und bitte schön, wie hält er’s aus?!

Normal kann man das doch nicht nennen.
In ihrem Schrank fehl`n doch die Tassen!
Sie sind nicht wieder zu erkennen,
doch hilft hier nichts, man muss sie lassen.

Hab’s mal versucht, doch mit Entsetzen
schrien sie mich an, als wär’ ich taub.
Ich dürft die Päckchen nicht zerfetzen
und was ich mir denn da erlaub.

Sie hol`n sich Bäume in das Zimmer!
Ist das nicht schon Schizophrenie?!
In allen Räumen riechts dann immer
so, wie im ganzen Jahr sonst nie.

wie-deine-katze-den-weihnachtsbaum-sieht (c)

Ein Baum ist doch gemacht zum Klettern!
Selbst wenn mit Firlefanz behangen.
Nicht auszuhalten, wie sie wettern,
wenn ich grad damit angefangen.

Was soll ich daraufhin noch sagen?
Seh’ den Verrückten einfach zu,
wie sie rumwetzen und sich plagen.
Denk mir – ab Januar ist Ruh.

Im nächsten Jahr ich schwörs – ich wett,
werden sie wieder hier entgleisen.
Drum bitte, schickt mir ein Billet –
ich möchte einfach dann verreisen.

(Ruth-Ursula Westerop 1927-2010)

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Einen guten Wochenbeginn wünscht dir

Eule als Weihnachtsmann Eulinda

Das 14. Fensterchen

13. Dezember 2014

Fensterchen 14B

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Drei Kerzen werde ich heute an meinem Adventkranz anzünden. Nur noch eine steht noch „jungfräulich“ da und die darf dann am nächsten Sonntag ihr Licht und ihre Wärme verbreiten. Dann wird die Eule(nkerze) in der Mitte meines Adventkranzes ganz schön ins Schwitzen kommen …

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Der „Uradventkranz„, der 1839 von dem evangelisch-lutherischen Theologen und Erzieher Johann Hinrich Wichern im evangelischen Norddeutschland eingeführt wurde und der erst knapp hundert Jahre später auch in katholischen Gegenden zu finden war, war ein Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine weitere Kerze angezündet, an den Adventsonntagen eine große Kerze mehr, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Diese große Ausführung mit minimal 18, wenn der Heilige Abend mit dem vierten Adventssonntag zusammenfiel, bis maximal 24 kleinen, wenn Heilige Abend auf einen Samstag fiel, und vier großen Kerzen hing in der Advents- und Weihnachtszeit beispielsweise im Kirchenraum der Sankt-Michaelis-Kirche in Hamburg sowie dem Rauhen Haus.Die gelegentlich geäußerte Vermutung, der Adventskranz habe schon lange vor der Zeit von Johann Hinrich Wichern existiert, beruht auf einem Gedicht, in dem der Adventskranz beschrieben und das häufig fälschlich Matthias Claudius (1740–1815) zugeschrieben wird. Tatsächlich stammt das Gedicht von seinem Urenkel Hermann Claudius (1878–1980):

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz – welch ein Schimmer!
Und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

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Backe, backe Kuchen

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Gehörst du zu den Menschen, die spätestens am dritten Adventsonntag selbstgemachte Kekse aller möglichen Sorten schön säuberlich in schön verzierte Keksdosen gepackt haben und nun nur noch darauf achten müssen, dass diese nicht bereits vor dem Heiligen Abend „verschwinden“? Dann hast du jetzt sicher noch genügend Zeit, eine höchst dekorative Weihnachtstorte zu kreieren.

Vielleicht diese:

Pretty-Christmas-Eggnog-Cake (Quelle mit englischem Rezept)

oder doch eher eine von diesen:

magical_christmas_tree_1    (Quelle)   Christmas-Cake-Santa-1   (Quelle)

Du siehst, deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sonst musst du nur in der Google-Bildersuche whimsical Christmas cakes eingeben, dann kannst du dich von hunderten Supertorten inspirieren lassen.

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Lachen soll man auch im Advent

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Eine Blondine ruft Ihren Freund im Büro an: „Schatz, ich habe hier ein Puzzle, aber ich kann’s nicht. Jedes Teil gleicht dem anderen.“
Darauf der Freund: „Hast du eine Vorlage?“
„Ja, auf der Schachtel ist ein roter Hahn. Aber es klappt trotzdem nicht.“
Der Freund: „Reg dich nicht auf, wir versuchen es heute Abend zusammen.“
Am Abend sieht er sich die Schachtel an. Großes Schweigen. Dann sagt er: „So, jetzt packen wir die Cornflakes wieder ein und reden nicht mehr darüber!“

(Das Wort Blondine hat übrigens absolut nichts mit der Haarfarbe zu tun)

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Ein kleiner Fuchs hockt vor dem Bau. Da hoppelt der Hase vorbei und fragt: „Ist Dein Vater daheim?“
„Nein.“
„Deine Mutter?“
„Nein“
„Aber sicher Deine Geschwister?“
„Ich habe keine Geschwister.“
Da baut sich der Hase provozierend vor dem Fuchs auf: „Was is? Willste paar auf’s Maul haben?!“

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Die Waldkapelle (Autor unbekannt)

Die Frau Doktor wünschte, ihren Ferienaufenthalt in der Nähe des Fürstenwaldes zu verleben. Da sie weiß, dass der Andrang immer sehr groß ist, reist sie schon einige Tage vorher ab, um sich ein Zimmer nach ihren Geschmack auszusuchen.

Von dem Dorfschulzen begleitet findet sie ein Einzelzimmer, mietet es für ihren Aufenthalt und fährt wieder nach Hause. Dort angekommen, fällt ihr ein, dass sie vergessen hat, zu fragen, ob ein WC (gutbürgerliches Wasserklosett) vorhanden ist. Da schreibt sie an den Dorfschulzen und bittet ihn um Antwort.

Dieser zerbricht sich bald den Kopf, was wohl WC bedeuten soll. Er fragt den Pfarrer. Dieser sagt ihm, damit wäre sicherlich die Waldkapelle gemeint. Der Dorfschulze schreibt nun folgenden Brief:

„Sehr geehrte Frau Doktor!

WC ist vorhanden. Es liegt eine viertel Stunde vom Dorf entfernt, inmitten schattigen Waldes. Es ist schon wegen seiner gesunden Lage zu empfehlen. WC ist geöffnet Mittwoch und Sonntag bis zum Beginn der Dunkelheit. Es empfiehlt sich eine viertel Stunde vor Beginn da zu sein. Es sind ca. 60 Sitze und Stehplätze vorhanden. Bei schönen Wetter findet die Veranstaltung auch unter freiem Himmel statt. Sonntags empfiehlt sich der Besuch besonders, da die Sache mit Orgelbegleitung vor sich geht.

Wir werden uns erlauben, der gnädigen Frau den besten Platz zu reservieren – inmitten duftiger Pflanzen. Die Akustik ist ganz hervorragend und schon von vielen Kennern bewundert worden. Selbst der zarteste Ton ist in allen Gegenden zu hören und verbreitet ein tausendfaches Echo. Für Besucher, denen der Weg zu lang ist, ist ein Omnibus eingerichtet.“

Der Dorfschulze

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Cat%20Box

Und diese Katze macht sich vor den zwei Hunderln ganz schön zum Affen …

Das 13. Fensterchen

13. Dezember 2014

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Fensterchen 12a

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I love night lifeHeute am Abend gehe ich zur Weihnachtsfeier in meine frühere Arbeitsstelle – daher wird im Fensterchen zum 13. Dezember nicht viel zu finden sein – und das nur aus dem Internet kopiert. Aber auch Eulen brauchen mal Auslauf, äh -flug, schuhu …

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Die Geschichte vom Lametta

Weihnachten naht, das Fest der Feste
Das Fest der Kinder, Fest der Gäste
Da geht es vorher hektisch zu…..
Von Früh bis Abend keine Ruh
Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen
Hat man auch niemanden vergessen…?

So geht es mir – keine Ahnung habend –
Vor ein paar Jahren – Heiligabend –
der zu dem noch ein Sonntag war.
Ich saß grad bei der Kinderschar,
da sprach mein Weib: „Tu dich nicht drücken,
Du hast heut noch den Baum zu schmücken!“

Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Den Baum gestutzt – gebohrt – gesägt –
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne,
Zum Schluß —- ja Himmelwetta……!
Nirgends fand ich das Lametta!

Es wurde meiner Frau ganz heiß
und stotternd sprach sie: „Ja, ich weiß,
im letzten Jahr war es arg verschlissen –
Drum habe ich es weggeschmissen.
Und – in dem Trubel dieser Tage,
bei Arbeit, Müh und Plage –
Vergaß ich, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!

Die Nachbarn – links, rechts, drunter, drüber –
die hatten kein Lametta über!
Da schauten wir uns an verdrossen;
Die Läden sind ja auch geschlossen….
„Hört zu! Wir werden heuer haben
einen Baum — altdeutscher Stil,
Weil … mir Lametta nicht gefiel…“

Da gab es Heuler, Schluchzen, Tränen…
und ich gab nach den Schmerzfontänen:
„Hört endlich auf mit dem Gezeta —
ihr kriegt nen Baum – mit viel Lametta!“

Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm die Silberstreifen…!
Doch grade, als ich sucht – mein Messa –
da les‘ ich: „Hengstenberg MILDESSA“..
Es war die Sauerkrautkonserve!
Ich kombinier mit Messers Schärfe: Hier liegt die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, es ist gerettet!!!!

Schnell wurde der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht –
zum Trocknen – einzeln – aufgehängt-
und dann geföhnt, — doch nicht versengt!!
Die trocknen Streifen, sehr geblichen
mit Silberbronze angestrichen –
Auf beiden Seiten, Silberkleid!
Oh freue Dich, Du Christenheit!

Der Christbaum war einmalig schön,
Wie selten man ihn hatte gesehen!
Zwar rochs süßsauer zur Bescherung,
geruchlich gabs ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte die Wände,
dazu noch Räucherkerzen und Myrthe –
Der Duft die Menge leicht verwirrte!
Und Jemand sprach still, verwundert:
„Hier riechts nach technischem Jahrhundert!“

Ne Woche drauf! .. Ich saß gemütlich
im Sessel, laß die Zeitung friedlich,
den Bauch voll Feiertage-Reste —
es war wieder Sonntag – und Sylvester.
Es sprach mein Weib: „Du weißt Bescheid?!
Es kommen heut zur Abendzeit
Schulzes, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Sylvesterfeier…“
Wir werden leben wie die Fürsten —
es gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!!“

Ein Schrei ertönt! Entsetzt sie schaut:
„Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!!
Vergessen, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!“
Die Nachbarn links, rechts, drunter, drüber –
die hatten – leider – keines über!

Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen!!
Und so ward wieder ICH der Retter
nahm ab vom Baume das Lametta!
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab ich das Silber abgemacht.

Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!
Dann, als das Ganze sich erhitzte –
das Kraut das funkelte und blitzte –
da konnte ich nur nach oben flehen:
Laß diesen Kelch vorübergehen…!

Als später dann das Kraut serviert
ist auch noch folgendes passiert:
Als eine Dame mußte niesen
sah man aus ihrem Näschen sprießen
tausend kleine Silbersterne…
„Machs noch einmal, ich seh das so gerne..“
so rief man ringsum, hocherfreut –
die Dame wußte nicht Bescheid!

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
„Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!“
Und einer, der da mußte mal
der rief: „Ich hab ’nen Silberstrahl!“
So gabs nach dieser Krautmethode
noch manche nette Episode!

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
„Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär die Wohnung noch viel netter
hättest du am Weihnachtsbaum Lametta!!!“
Ich konnte da gequält nur lächeln
und mir noch frische Luft zufächeln.
Ich sprach – und klopfte ihm aufs Jäckchen:
„Im nächsten Jahr, da kauf ich 100 Päckchen!!“

(anonym aus dem WWW)

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Ostern oder Weihnachten

Das 12. Fensterchen

11. Dezember 2014

Fensterchen 12b

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Heute ist „ugly-christmas-sweater-day“

Im Blog „Kirschenkind“ kannst du über diesen typisch anglo-amerikanischen „Gedenktag“ folgendes lesen:

Wo genau die Tradition herrührt, kann ich nicht sagen, die UK-Version berichtet von englischen Showmastern, die diese Tradition (zunächst unironisch) in den 1980er einführten. Auf US-Webseiten wird auf die Bedeutung des Christmas Sweaters bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts verwiesen. Letzteres scheint mir ziemlich unwahrscheinlich, vielleicht meinten sie das 20. Jahrhundert? Sucht man bei Etsy, dann finden sich auch dort insbesondere Exemplare aus den 1980ern,

ugly xmas sweater 2

obwohl es natürlich auch ganz wunderbare Beispiele aus den 40ern gibt, z.B. dieses hier.

ugly xmas sweater 1

Meine erste Berührung mit dem Konzept “Ugly Christmas Sweater” war vermutlich diese Szene aus Bridget Jones, in der Renee Zellweger bei ihren Eltern (?) auf Colin Firth trifft, beide in einem Schneemann-Pullover:

Seitdem hat sich eine regelrechte Tradition um den hässlichen Pullover entwickelt mit Motto-Parties, entsprechenden Familienphotos und eben auch einem eigenen Feiertag.

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Weil wir gerade bei Kitsch sind …

Hast du deine Wohnung bereits (vor)weihnachtlich dekoriert? Nein? Dann ist es höchste Zeit!

Schließlich willst du doch zumindest in deiner Wohnung weihnachtliche Stimmung aufkommen lassen – wenn schon vor dem Fenster alles eher spätherbstlich bis vorfrühlinglich daherkommt und in dein Herz (noch) im Vorweihnachtsstress gefangen ist.

Vielleicht schaut dein Wohnzimmer ja aber schon so oder so ähnlich aus:

weihnachtszimmer 2

Dann bist bereits auf einem guten Weg! (Nun ja, mit dem Christbaum könntest du noch ein wenig warten.)

Aber nicht nur in deiner guten Stube solltest du eine weihnachtliche Atmosphäre schaffen. Es gibt wahrscheinlich auch Räume in deiner Wohnung, in denen der Weihnachts-Deko-Engel (noch) gar nicht war. Zum Beispiel im Bad. Da kannst du aber leicht Abhilfe schaffen mit

wc-deckel weihnachten

und dem passenden

klopapier-weihnachten.

Auch in der Küche kannst du noch mehr Weihnachtsstimmung aufkommen lassen und gleichzeitig dich selbst beim Kochen „verkleiden“:

als Mann so    küchenschürze weihnachten 1     als Frau so    küchenschürze weihnachten 2

Und wenn du dann in der Advent- und Weihnachtszeit dein Frühstücksei so stilvoll verpackst,

eierbecher weihnachten

hast du schon fast alles richtig gemacht. Dann musst du nur noch deine Katze (wenn du eine hast), in einen pelzigen Weihnachtsmann verwandeln:

Katze als Weihnachtsmann

Und wenn du deine Wohnung dann noch mit zu Herzen gehenden Weihnachtsliedern beschallst,

Dann hast du dir den Titel „Weihnachtsstimmungsmacher/in des Jahres“ verdient.

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Jetzt wird’s aber wieder etwas „seriöser“

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Theodor Storm: Weihnachtslied

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

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Und so feierte man Weihnachten zur Zeit Goethes:

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Schöne Musik und schöne Bilder (unter anderem Ikonen und russisch-orthodoxe Weihnachtslieder)