Das 20. Fensterchen

19. Dezember 2014

Fensterchen 20

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Der Stern

von Christina Telker

Ein Sternlein schaut vom Himmelszelt
hell strahlend in die Winterwelt.
Es denkt daran wie es einst war
vor vielen tausend Jahren gar.

Da gab es einen großen Stern
der leuchtete in nah und fern.
Er tat das Wunder allen kund,
was dort geschah zu jener Stund.

Geboren sei der Herr der Welt,
verkündigt er vom Sternenzelt.
Die Hirten sahen ihn zuerst
und sind im Stalle eingekehrt.

Sie blieben an der Krippe stehn
um sich das Kindlein anzusehn,
sie fielen auf die Knie gar
und brachten ihre Gaben dar.

Auch Caspar, Melchior, Balthasar
wurden geführt vom Stern fürwahr.
Sie brachten Weihrauch und auch Myrre
dem Kindelein zur Freud und Ehre.

Der Weihnachtsstern mit seinem Glanz,
erfüllt auch heut die Welt noch ganz.
Der kleine Stern am Himmel fern,
erinnert uns daran noch gern.

(Quelle)

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Der Stern gilt als eines der bekanntesten Symbole der Weihnachtszeit. Zurückzuführen ist das Bild auf die Sterndeuter aus dem Osten, die Weisen aus dem Morgenland, die von einem Stern zum neugeborenen Jesus nach Betlehem geführt wurden. Heute sind die Sterne aus weihnachtlich geschmückten Räumen nicht wegzudenken. Ein paar bekannte Beispiele:

Herrnhuter Stern

Herrnhuter Stern
Diese Advents- und Weihnachtssterne bestehen aus 17 viereckigen und acht dreieckigen Zacken. Die Herrnhuter Sterne werden seit 160 Jahren in Ostsachsen hergestellt.  Anfang des 19. Jahrhunderts baute ein Erzieher anlässlich eines Schuljubiläums in Herrnhut einen Stern aus Papier und Pappe und hing diesen mit einer Beleuchtung auf.
Hier findest du eine ausführliche Bastelanleitung.

 

 

 

hartensteinersternHartensteiner Stern
Dieser Stern besteht aus etwa 154 Einzelteilen. Auf einen festen Körper werden zwölf Spitzen aufgesteckt. Der Stern hat einen Durchmesser von 68 Zentimetern. Die Spitzen bestehen aus Aluminumfolie. Der Stern wird in 13 verschiedenen Farben hergestellt. Oswald Härtel eröffnete 1908 einen Laden mit Werkstatt in Hartenstein. Als Buchbindermeister reparierte er Bücher. Irgendwann kurz vor der Weihnachtszeit baute er für sich einen Stern, der fortan zum Weihnachtsschmuck in seiner Stube gehörte.

Annaberger_FaltsternAnnaberger Stern
Im Jahre 1924 erfand der Kartonagenfabrikant Karl Friedrich den zusammenlegbaren Adventsstern aus Papier, der bald als „Friedrich-Stern“ bekannt wurde. Seit 1926 ist der Faltstern patentrechtlich geschützt. Schon damals wurde er in verschiedenen Farben und Formen hergestellt. Die flacheren Sterne finden Platz in den Fensternischen und erfüllten die Räume mit ihrem weihnachtlichen Leuchten. Der Fensterstern aus Papier ist beim Kauf bereits komplett und muss nur aufgeklappt werden.

(Quelle)

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Meine Erfahrung mit dem Basteln von Weihnachtssternen reicht bis in mein einziges Kindergartenjahr zurück. Wir haben natürlich keine Herrnhuter oder Hartensteiner Sterne hergestellt, dafür jede Menge einfacher Sterne aus zerteilten und gebügelten echten Strohhalmen. Gebügelt haben wir die natürlich nicht selber, sondern nur zusammengebunden, -geklebt oder -geklammert. Meistens waren die Sterne etwas unregelmäßig und schief, aber ich bestand darauf, dass meine auf den Christbaum gehängt werden mussten. Also habe ich sie am Abend vor dem 24. Dezember vor das Fenster gelegt, damit das Christkind sie abholen und zusammen mit den himmlischen Kugeln, Kerzen, Süßigkeiten und dem Engelshaar zum Dekorieren des Christbaums verwenden konnte.

StrohsternUnd wirklich, am Heiligen Abend hingen die  Sterne an den Zweigen. Aber ein Wunder war geschehen: Sie waren nun nicht mehr unregelmäßig und schief, sondern perfekt. Einige von ihnen waren sogar von Goldstaub bedeckt, andere trugen kleine glitzernde Steinchen und wieder andere waren mit roten Bändern verziert. Das konnte nur das Christkind gewesen sein! Seit dieser Zeit habe ich zwar nie mehr Strohsterne gebastelt, aber immer, wenn ich welche sehe, muss ich an das Weihnachtsfest von 1953 denken und an die wunderbare Christbaumsternverwandlung.

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Das Lied „Weihnachtsstern“ nach einer Melodie von Antonin Dvorak

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Hier erfährst du, ob es den Stern von Bethlehem wirklich gab.

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 Euphorbia pulcherrima

Poinsettia

Als ich noch klein war, hat man sie bei uns noch nicht gesehen, die blühenden Weihnachtssterne; heute gibt es sie in den verschiedensten Farben von weiß über gelb und rosa bis dunkelrot – neulich habe ich sogar einen blauen Weihnachtsstern gesehen.
Der wissenschaftliche Name leitet sich her von Euphorbos, einem Leibarzt des Königs Juba II von Mauretanien (etwa 50 v. Chr. bis 23/24 n. Chr.) und pulcherrima bedeutet die Schönste.

Der von Gärtnern gelegentlich noch verwendete Name Poinsettie leitet sich vom früheren botanischen Gattungsnamen Poinsettia ab. Dieser Name Poinsettia ist wiederum nach dem amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Roberts Poinsett, benannt, der die Pflanze Anfang des 19. Jahrhunderts in die USA einführte.

Die großen Sterne, die für uns wie Blüten aussehen, sind in Wirklichkeit die Hochblätter. In ihrer Mitte sitzen die eigentlichen unscheinbaren kleinen grün-gelblichen Blüten.

Der Weihnachtsstern stammt aus Südamerika, hieß bei den Azteken Cuetlaxochitl (Leder-Blume) und war angeblich eine Lieblingspflanze von Montezuma II. 1804 brachte der Naturforscher Alexander von Humboldt die Pflanzenart von seiner Amerikareise erstmals nach Europa mit.

Der Weihnachtsstern ist zwar nicht so giftig, wie oft behauptet wird: Ein 25 Kilo wiegendes Kind müsste 500 Blütenblätter essen, um davon krank zu werden. Von Latex-Allergikern und Haustieren sollte man die Pflanze freilich fernhalten.

In Spanien ist die Poinsettia übrigens keine Weihnachts- sondern eine Osterpflanze.

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