Das 9. Fensterchen

8. Dezember 2014

Winterlandschaft1

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Kennst du das Land …?

Nein, ich meine nicht das Land, wo die Zitronen blüh’n und in das Goethes „Mignon“ mit ihrem Geliebten ziehen möchte, sondern ein Land, in das ich als Kind mit Freuden ziehen wollte – das Schlaraffenland. Leider habe ich den Grießbrei-Wall nie gefunden, durch den man sich essen musste, um in das Land hinein zu gelangen. So blieb mir nur das Träumen …

Wenn ich heute darüber nachdenke, bin ich froh, dass ich das richtige Schlaraffenland nie betreten konnte. Mein ganz persönliches kleines Schlaraffenland, in dem ich lebe, ist mir oft schon zu viel – das merke ich zum Beispiel, wenn ich auf die Waage steige. Den ganzen Tag auf einer grünen Wiese zu liegen, auf der mir die gebratenen Tauben (o heiliger Vegetarius!) in den Mund fliegen und ich mit Dutzenden Kuchenstücken bombardiert werde – das mag zwar verlockend klingen, aber lang hielte ich das wohl nicht aus.

Schlaraffenland Breughel

Spätestens, seit ich das Schlaraffenland-Bild von Pieter Brueghel dem Älteren kenne, kann ich einem Leben im Schlaraffenland nicht mehr viel abgewinnen – das muss ja schrecklich langweilig sein!

Schlaraffenland 2

Nicht einmal das Fashion-Schlaraffenland für Damen, das Oscar Herrfurth gezeichnet hat, würde mich so richtig locken.

Trotzdem mag ich die verschiedenen Märchen und Gedichte; die dieses Land beschreiben, wie zum Beispiel dieses von Hoffmann von Fallersleben:

Kommt, wir wollen uns begeben
Jetzo ins Schlaraffenland!
Seht, da ist ein lustig Leben,
Und das Trauern unbekannt.
Seht, da lässt sich‘s billig zechen
Und umsonst recht lustig sein:
Milch und Honig fließt in Bächen,
Aus den Felsen quillt der Wein.

Alle Speisen gut geraten,
Und das Finden fällt nicht schwer.
Gäns‘ und Enten geh’n gebraten
Überall im Land umher.
Mit dem Messer auf dem Rücken
Läuft gebraten jedes Schwein.
O, wie ist es zum Entzücken!
Ei, wer möchte dort nicht sein!

Und von Kuchen, Butterwecken
Sind die Zweige voll und schwer;
Feigen wachsen in den Hecken,
Ananas im Busch umher.
Keiner darf sich müh’n und bücken,
Alles stellt von selbst sich ein.
O, wie ist es zum Entzücken!
Ei, wer möchte dort nicht sein!

Und die Straßen aller Orten,
Jeder Weg und jede Bahn
Sind gebaut aus Zuckertorten,
Und Bonbons und Marzipan.
Und von Brezeln sind die Brücken
Aufgeführt gar hübsch und fein.
O, wie ist es zum Entzücken!
Ei, wer möchte dort nicht sein!

Ja, das mag ein schönes Leben
Und ein herrlich Ländchen sein!
Mancher hat sich hinbegeben,
Aber Keiner kam hinein.
Ja, und habt ihr keine Flügel,
Nie gelangt ihr bis ans Tor,
Denn es liegt ein breiter Hügel
Ganz von Pflaumenmus davor.

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Dieses Schlaraffenland-Gedicht und verschiedene Märchen, aber auch die Bilder hier habe ich auf dem Goetheportal gefunden

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Auf YouTube kannst du dir eines der Märchen – gelesen von Horst Frank – anhören.

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Trennlinie Stern

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Dieses Adventlied mag ich sehr gern

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…und noch ein Grund, warum man keine Tiere zu Weihnachten schenken soll 🙂

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