Vom Volksheilmittel der „Indianer“….

7. August 2014

 

Preiselbeere 1

 

Schon die indianischen Ureinwohner Amerikas wussten die herbe, tiefrote Frucht – sie wurde von ihnen Ibimi oder Sassamanesh genannt – als Lebensmittel sowie als Heilmittel zu schätzen. So bereiteten die Indianer etwa aus Cranberries (einer engen Verwandten der europäischen Preiselbeere) und Fleisch ein lange haltbares Gericht zu. Wunden wuschen sie mit Cranberry-Saft aus und legten Cranberry-Umschläge auf, um das Gift aus Pfeilwunden zu ziehen.

Nachdem die Pilgerväter 1620 in Neuengland gelandet waren, übernahmen sie von den Ureinwohnern das Wissen um die Bedeutung der Cranberries für Ernährung und Wohlbefinden und diese Frucht fand rasch Eingang in die Volksmedizin der Siedler. So gehörte es zum Wissen jeder amerikanischen Großmutter, dass Hühnersuppe mit etwas Preiselbeersaft eine Erkältung lindern kann und auch bei Blasenentzündungen hilft.

Heute ist die zuletzt genannte Heilwirkung durch wissenschaftliche Studien bewiesen.

Aber auch der Mythologie und im Volksglauben spielt die Preiselbeere ein Rolle:

In der Kalevala, einem finnischen Epos, das im 19. Jahrhundert auf der Grundlage alter Sagen einerseits und in Abwandlung des Neuen Testaments andererseits verfasst wurde, wird die Jungfrau Maria (Marjatta) durch das Essen einer Preiselbeere schwanger und gebiert daraufhin einen Sohn, der von Geburt an weise ist und sogar noch mächtiger als der große Väinämöinen, der Hauptheld des Epos.

Das grüne Blattwerk der Preiselbeere gilt als Symbol für die Ewigkeit und wurde/wird daher gern mit Rosmarin (Symbol für die Liebe) in Brautsträuße eingebunden.

In der russischen Republik Komi gibt es ein Sprichwort: „Wenn die Preiselbeerenernte reich ist, so gedeiht auch das Brot gut“.

Noch ein paar Informationen und nützliche Tipps:

Den Namen hat die Beere vom spätmittelhochdeutschen praisselper, der 1. Bestandteil kommt vom alttschechischen bruslina (vgl. tschechisch brusinka), zu altrussisch-kirchenslawisch (o)brusiti = (ab)streifen, weil die Beere sich leicht abstreifen lässt. Wenngleich hier und da auch Schreibweisen mit einem „ß“ existieren, ist lediglich die Variante mit einfachem „s“ richtig.

Viele volkstümliche Namen belegen ihre weite Verbreitung und Nutzung in Mitteleuropa, wie Kronsbeere in Nordwest-Deutschland, in West- (Tirol, Salzburg) und Südost-Österreich Grante, in Südost-Deutschland Moosbeere, auch Riffelbeere oder Grestling. Auch Klosterbeere, Grandelbeere, Steinbeere oder Prauselbeere wird sie genannt.

 

Preiselbeeren werden zur Überprüfung des Reifegrades auf eine Steinplatte fallen gelassen. Eine reife Preiselbeere springt wie ein Gummiball.

Magst du gerne Kuchen, die nicht allzu üppig und süß sind? Dann probiere doch einmal einen

 

Kürbis-Preiselbeerkuchen

Kürbis-Preiselbeerkuchen

Zutaten für ein Blech: 

  • 250 g Kürbisfruchtfleisch geputzt
  • 3 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 250 g weiche Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier
  • 350 g Mehl
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 2 EL Rosinen
  • 2 Datteln in Streifen geschnitten
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 125 ml Milch
  • 250 g Preiselbeere
  • 50 g Gelierzucker 3:1

Zubereitung:

  1. Kürbisfruchtfleisch auf der Raspel fein reiben.
  2. Butter mit Zucker und dem Salz cremig rühren.
  3. Die Eier nacheinander unterschlagen, bis eine schaumige Masse entstanden ist.
  4. Das Mehl, die Mandeln und das Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch unter die Eiercreme rühren.
  5. Zum Schluss Kürbisfleisch, Rosinen, Dattelstreifen und Zitronenschale untermischen.
  6. Preiselbeeren waschen, mit dem Gelierzucker mischen und dicht an dicht in die mit Backalufolie ausgelegte, gefettete Form geben, den Teig vorsichtig darüber auffüllen, glatt streichen und den Kuchen im vorgeheizten Backofen (180°C) ca. 1 Stunde backen.
  7. Herausnehmen, in der Form etwas abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf ein Kuchengitter stürzen, die Alufolie vorsichtig abziehen und auskühlen lassen.
  8. In Stücke geschnitten mit Minze garniert servieren. (Quelle)

 

 

 

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