Bei mir gibt’s heute keinen Spinat!

17. April 2014

Nicht, dass ich Spinat nicht mag; nein, ich gehörte zu den (wenigen?) Kindern, die nicht genug davon bekommen konnten, und auch heute noch kann ich mich für Spinat mit Bratkartoffeln und Spiegelei begeistern.

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Ein weiblicher Popeye the Sailor bin ich dadurch zwar nicht geworden, wie könnte ich auch: enthält doch das grüne Gemüse nur ein Zehntel des ihm zugesprochenen Eisens. Aber immerhin: ich bin von 1200 Gramm Geburtsgewicht bis auf über 100 Kilogramm aktuelles Lebendgewicht „gewachsen“, woran freilich nicht (nur?) der Spinat verantwortlich sein dürfte.

Warum ich heute keinen Spinat verkoche, liegt daran, dass heute Gründonnerstag ist. Und da scheint ja Spinat auf vielen Tellern serviert zu werden: als bekennende Individualistin muss da nicht auch noch ich mitmachen! Bei mir gibt’s heute Spaghetti mit Tomatensugo.

 

Was hat der Spinat eigentlich mit dem Gründonnerstag zu tun? Und wieso heißt der Gründonnerstag eigentlich so – zumindest im Deutschen?

Schlag nach bei Shakespeare Wikipedia! Da findest du folgende Erklärungsmöglichkeiten:

Der vor dem 15. Jahrhundert – nach Kluge-Mitzka um 1200 im mitteldeutschen Raum – entstandene Name Gründonnerstag beschränkt sich im Prinzip auf das deutsche Sprachgebiet und ist auch dort nur die üblichste neben mehreren anderen Bezeichnungen. Die Fügung Grüner Donnerstag ( mittelhochdeutsch grûne dunrestag oder grüene donerstac) ist bereits seit dem 13. Jh. belegt. Der lateinische Terminus dies viridium (wörtlich „Tag der Grünen“ – gemeint sind die durch Absolution von den Sünden und Kirchenstrafen Befreiten, im Sinne von „Erneuerten, Frischen“ nach Lukas-Evangelium 23,31: „grünes Holz“) war möglicherweise nicht, wie von der Sprachwissenschaft lange angenommen, das Vorbild für diese deutsche Bezeichnung, sondern scheint erst im 17. Jh. entstanden zu sein.

Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt, es konkurrieren besonders vier Thesen, die sich nicht notwendigerweise gegenseitig ausschließen müssen, da auch mehrere Faktoren bei der Entstehung des Namens zusammengewirkt haben können:

  1. Herleitung von virides („die Grünen“), den Büßern, die „dürres Holz“ gewesen waren und jetzt am antlastag, dem Tag des Kirchenbußerlasses, wieder (nach Lukas 23,31) lebendiges, „grünes Holz“ der Kirche wurden und wahrscheinlich in weißem Kleid vielleicht mit grünem Schultertuch zur Kommunion schritten.

  2. Herleitung aus der liturgischen Farbe Grün. Der heutige Farbenkanon des Römischen Ritus sieht Weiß als liturgische Farbe für den Gründonnerstag vor, dieser Farbenkanon war jedoch vor dem 16. Jahrhundert nicht verbindlich und in den Eigenriten der Diözesen vielfach abweichend geregelt. Da aus dem Gebrauch der Farbe Weiß in der Gründonnerstagsliturgie auch die Bezeichnung „Weißer Donnerstag“ entstanden ist, könnte ebenso aus regional abweichender Verwendung von Grün auch der Name Grüner Donnerstag, Gründonnerstag entstanden sein.

  3. Herleitung aus dem seit dem 14. Jahrhundert bezeugten, aber möglicherweise schon älteren Brauch, am Gründonnerstag besonders grünes Gemüse (Spinat, Grünkohl, Salate, Nesseln, junge Triebe) und grüne Kräuter zu essen.Dies steht nicht nur im Einklang mit den allgemeinen Fastenvorschriften für die Karwoche, sondern auch in Verbindung mit vorchristlichen Vorstellungen, dass dadurch die Kraft des Frühlings und eine Heilwirkung für das ganze Jahr aufgenommen werde. In einigen Regionen hatte der Gründonnerstag auch eine besondere Bedeutung für das Bestellen von Feld und Garten, als Tag der ersten Frühlingsaussaat oder als ein Tag, an dem man sich von der Aussaat oder vom Setzen oder Beschneiden der Pflanzen besonders reichen Ertrag versprach.

  4. Herleitung aus dem „Greinen“ (althochdeutsch grīnan, mittelhochdeutsch grînen, „lachend, winselnd, weinend den Mund verziehen“) der Büßer am Gründonnerstag. Aus mündlich gebrauchtem, aber schriftlich nicht bezeugtem grîn donerstac wäre in dem Fall durch volksetymologische Umdeutung Grüner Donnerstag > Gründonnerstag entstanden. Da jedoch dieser Tag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung endlich wieder zur Kommunion zugelassen, also wieder „grünendes Holz“ am Stamm der Kirche nach Lukas 23,31 waren, erscheint die Annahme eines Klagedonnerstags widersinnig.

Mehr Informationen zur Etymologie von „Gründonnerstag“ findest du hier.

 

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Einmal nicht die Version von Leonardo da Vinci. Dieses Bild stammt von Duccio di Buoninsegna.

Der Überlieferung zufolge nahm Jesus mit seinen 12 Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung das letzte Abendmahl ein. Indem er im Rahmen des Abendmahls das Brot brach und mit den anderen Teilnehmenden aus einem Kelch trank, begründete er die Eucharistie. Dieses letzte Mahl hat daher im Christentum eine ganz besondere Stellung und wurde in unzähligen Kunstwerken, Liedern und Predigten verarbeitet. Brot und Wein sind sogar zu Symbolen des gesamten Christentums geworden.

 

 

 

 

 

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