Zwei Wochen war Eulinda krank …

20. Februar 2014

Welches kostbare Gut die menschliche Stimme ist, habe ich in der letzten Zeit am eigenen Körper erfahren. Eine ausgewachsene Bronchitis und Kehlkopfentzündung mit schlimmen Husenattacken hat mich zeitweilig „sprachlos“ gemacht und auch jetzt hat meine Stimme noch den Charme eines Reibeisens. Ich könnte freilich auch sagen, sie klingt so richtig schön „verrucht“. Wobei dieses Wort nichts mit „rauchen“ zu tun hat und ursprünglich eigentlich nicht einen so negativen Touch hatte wie heute. Es kommt nämlich vom mittelhochdeutschen „verruochen“ = „sich nicht kümmern, vergessen“ und bedeutete eher „sorglos“ oder „achtlos“. Also, so sorglos bin ich meiner extremen Heiserkeit allerdings nicht begegnet.

Mein Konsum von Tee aus Isländisch Moos, Malvenblättern und Eibischwurzeln hat bereits beängstigende Ausmaße angenommen. Da ich Tee fast nur trinke, wenn ich irgendwie krank bin, habe ich mich auch gleich noch viel kränker gefühlt. Auf ärztlichen Rat hin bin ich dann doch auf Antibiotika als „Hauptmedizin“ übergegangen, gurgle und inhaliere brav und lutsche Thymian- und Salbei-Bonbons, um die Stimme wieder etwas geschmeidiger zu machen.

Und weil ich ja immer alles ganz genau wissen will, habe ich natürlich herumgegoogelt und einige recht interessante und auch kuriose Fakten zu Thema „menschliche Stimme“ gefunden, die ich dir nicht vorenthalten möchte.

  • Die Tonhöhe des Grundtons der menschlichen Stimme liegt für die männliche Stimme bei etwa 125 Hz, für die weibliche bei etwa 250 Hz. Kleine Kinder haben eine Tonlage um 440 Hz.
  • Die menschliche Stimme reicht in der Regel über zwei Oktaven, das sind 24 (Halb-)Töne. Ein Tonumfang von zweieinhalb Oktaven ist schon eine Ausnahme, die Drei-Oktaven-Stimme von Maria Meneghini-Callas gilt als Phänomen und die Vier-Oktaven-Leistung der „peruanischen Nachtigall“  Yma Sumac ragt in die Kategorie des Kuriosen und Abnormen hinein.
  • Immerhin kennt die Musikgeschichte noch andere Vier-Oktaven-Soprane. Der vierzehnjährige Mozart berichtete 1770 von seiner ersten Italienreise voller Erstaunen nach Hause, er habe in Parma die gefeierte Primadonna Lucrezia Agujari gehört, die wegen ihrer Häßlichkeit „La Bastardella“ genannt wurde. Die Stimme dieser Sängerin, so schrieb Mozart, reiche vom eingestrichenen d* bis zum viergestrichenen c, und die Primadonna habe auf dem dreigestrichenen f sogar noch getrillert. Erst die Koloratur-Sopranistin der Pariser Oper, Mado Robin, schaffte in unseren Tagen wieder diese Höhe und sogar noch einen Ton mehr.
  • Beim Sprechen sind etwa 100 Muskeln im Einsatz. Diese Bewegungen müssen automatisch ablaufen.
  • Der Geburtsschrei läuft bei allen Kindern dieser Welt gleich ab und die Tonhöhe beträgt immer etwa 400 – 450 hz. (Kammerton a1)
  • Über die verschiedenen Stimmlagen informiert dieses kurze Video.
  • Belugawal Noc
    Der Belugawal Noc macht eine menschliche Stimme nach – und überrascht damit Walforscher. Denn die Meeressäuger produzieren Geräusche auf völlig andere Art als Menschen. Und so klingt das.
  • Mit der Stimme kann man Herzen brechen, aber definitiv kein Glas.

Fasching0

Goldgelb, flaumig, süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß ….

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Bei uns gibt es sie heute fast das ganze Jahr über zu kaufen, aber am besten schmecken sie doch nach wie vor im Fasching: die Faschingskrapfen, die – je nach Region – auch Berliner, Pfannkuchen, Kräppeln, Boule de Berlin oder Jelly Doughnut heißen und die es längst nicht mehr nur mit Marmelade-Füllung sondern auch mit Vanillecreme, Rosinen oder Nougat gibt.

Bereits die Römer verzehrten bei ihren Frühlings-Bacchanalien, einem dem Gott des Weinnes gewidmeten  ausschweifenden mehrtägigen Fest in Fett gebackenes Gebäck in rauhen Mengen, das sie „Globuli“ nannten und dessen Rezept bei Marcus Portius Cato („Über die Landwirtschaft“, 149 v. Chr.) überliefert ist:

„Man mische geronnene Milch mit Speltmehl und mache daraus so viele Kügelchen wie es angeht. Dann tue Fett in einen heißen Kessel, koche darin die globuli und wende sie mit zwei Kochlöffeln fleißig um; wenn sie fertig sind, nimm sie heraus und bestreiche sie mit Honig und streue Mohn darauf.“

Aber die „Erfindung“ der Krapfen geht wahrscheinlich noch weiter zurück: bereits die Ägypter bereiteten im Fett schwimmendes Gebäck zu. Eine Darstellung aus der Zeit von Pharao Ramses III. (etwa 1200 v. Chr.) zeigt zwei Personen, die mit Hilfe stabförmiger Werkzeuge in einer Pfanne über offenem Feuer ein schneckenförmiges Fettgebäck zubereiten. In einem alten ägyptischen Grab hat man krapfenähnliche kleine Kuchen entdeckt.

Ein Schmalzgebäck namens „crapho“ oder „graphon“ gab es auch bei uns bereits zur Zeit Karls des Großen. Und „Kraphenpacherinnen“ werden in alten Urkunden schon 1486 erwähnt.

Ein schwäbisches Rezept aus dem 15. Jahrhundert kennt „krumme Krapfen“ in Form eines Hufeisens. Wann diese Krapfen rund geworden sind und ihren hellen Ring um die Mitte („Ranftl“) bekommen haben, ist nicht eindeutig nachweisbar. In den Städten, vor allem auch in Wien, wurden runde, kugelförmige Krapfen jedoch bereits im Mittelalter gewerbsmäßig in öffentlichen Schmalzkochereien hergestellt.

Ordnung in der Formenvielfalt wurde erst durch die „Kochordnung“ der Stadt Wien aus dem Jahre 1486 geschaffen, in der die „Krapfenpacherinnen“ (Krapfenbäckerinnen) genaue Anweisungen fanden, wie sie ihre Arbeit zu verrichten hatten.
Der Ruf der „Krapfenpacherinnen“ war allerdings nicht immer der beste. Manche der „süßen Löchln“ oder „Mandolettis“, wie man die Backstuben damals nannte, vermieteten nämlich ihre Hinterzimmer für galante Abenteuer.

Der meistersingende Schusterpoet Hans Sachs hat 1540 sogar ein eigenes Fastnachtsspiel verfasst, das bezeichnenderweise den Titel Das Krapfenholen trägt und in die Verse mündet:

Ich hab zu Fastnacht euch hergeladen,
Daß ich euch Kuchen holt und Fladen.
Und heut mit mir wollt Fastnacht halten
Dem Brauche nach dem guten alten.

Nicht bestätigt hat sich das Gerücht, dass der Krapfen seinen Namen von der Altwiener Hofratsköchin Cäcilie Krapf hat. Trotzdem verdankt der Krapfen ihr seine Berühmtheit: die „Cillykugeln“ wurden allein im Kongressjahr 1815 zehn Millionen mal bei offiziellen Empfängen und Bällen verspeist!

Eine Salzburger Krapfenbäckerin hatte mit ihrer Tätigkeit weniger Glück: 1818 ließ sie das Krapfenfett unbeaufsichtigt. Das Fett fing Feuer und löste einen der größten Stadtbrände in Salzburg aus, bei dem ein Großteil des rechten Salzachufers, unter anderem das Schloss Mirabell, zerstört wurde.

Johann Strauß Sohn (1825 – 1899) schrieb sogar eine Polka „Im Krapfenwaldl“ aus 1869. Und im Wiener Krapfenwaldl, so will es die Sage, verkaufte ein Handwerksbursch dem Teufel für eine Schüssel Krapfen seine Seele.

Wieso war das Faschingsende die traditionelle Krapfenzeit? Als man es mit den 40 Fastentagen vor Ostern noch strenger nahm als zu unserer Zeit, musste man die angesammelten Vorräte an Butter, Eiern und Schmalz aufbrauchen, bevor man zu magerer Kost überging.

Das Backen der Faschingskrapfen fand damals am Samstag vor Fasching statt, weswegen der Tag auch als „Schmalziger Samstag“ (oder bayerisch: „schmoizana Samsda“) bezeichnet wurde. In einem großen Topf wurden Dutzende Krapfen gleichzeitig gebacken, die dann bis zum Faschingsdienstag reichen mussten.

In diesem kurzen Video erfährst du unter anderem auch, was ein „Hochsicherheitskrapfen“ ist 🙂

(Quelle 1 Quelle 2Quelle 3)

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Tanzepidemie

Im Fasching gibt es zahlreiche Bälle. Dass auf ihnen auch ausgiebig getanzt wird, ist heute offensichtlich nicht mehr so selbstverständlich. Besonders Männer erweisen sich häufig als echte Tanzmuffel.

Von einem ganz anderen, gegenteiligen Phänomen berichtet die Historie, nämlich von einer Tanzepidemie, die innerhalb kürzester Zeit unheimliche Ausmaße angenommen hat.

Im Juli 1518 begann Frau Troffea in den Straßen Straßburgs zu tanzen. Fast eine Woche lang tanzte sie allein ohne Unterbrechung. Normalerweise hätte sie längst zusammenbrechen müssen – dehydriert, verhungert, zu Tode erschöpft – aber sie tanzte und tanzte und tanzte …

Nach einiger Zeit begannen auch andere Leute zu tanzen. Die Überlieferung berichtet, dass im Verlauf eines Monats fast 400 Menschen in den Straßen tanzten – Tag und Nacht, bei jedem Wetter.

Tanzepidemie 1

Ärzte und Priester wurden konsultiert, die dieses Phänomen erklären und ihm ein Ende bereiten sollten. Ernsthafte Erklärungsversuche wurden unternommen, astrologische und übernatürliche Ursachen angeführt. In den Kirchen wurden Predigten gehalten, der Stadtrat trat zusammen, um Wege zu finden, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Die Ärzte stellten bei den Tanzenden „heißes Blut“ fest und rieten ihnen weiterzutanzen bis zum Umfallen. Der Stadtmagistrat engagierte Musiker, die die Tanzenden begleiteten.

Zahlreiche Tanzende starben, weil sie nicht aufhören wollten oder konnten.

Die Straßburger „Tanzepidemie“ von 1518 ist nicht die einzige, von der berichtet wird. In der Zeit zwischen 1300 und 1600 traten immer wieder solche Exzesse auf, einer der ältesten Berichte stammt von 1374 in Aachen.

Die Erscheinungsformen dieser „Krankheit“ variieren. Einmal tanzte man nackt, ein anderes Mal uferte die Tanzwut in Gewaltätigkeiten aus; immer freilich stoppte erst der totale Zusammenbruch das Geschehen.

Die Tanzenden wurden als Verfluchte, Besessene betrachtet, Exorzismen wurden vorgenommen. Andere Theorien nahmen Vergiftungen durch Mutterkorn als Ursache an.

Allerdings ist es auch möglich, dass die Berichte über Tanzepidemien das sind, was wir heute als „Hoax“ bezeichnen würden – eine Art „Flash-Mobs“, mit denen Aufmerksamkeit erregt werden sollte und die in den jeweiligen Berichten stark übertrieben dargestellt wurden.

Wie auch immer: die Sensationslüsternen hatten einiges zu gaffen.

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Woran merkt man, dass man vom 21. Jahrhundert jetzt schon die Nase voll hat

1.
Du versuchst beim Mikrowellenherd Dein Passwort einzugeben
2.
Du spielst seit Jahren kein Solitaire mit echten Karten mehr.
3.
Du fragst Deine Arbeitskollegen am Tisch nebenan via Email, ob sie Lust auf Bier haben und sie antworten via Email „O.K., gib mir fünf Minuten“.
4.
Du hast 15 verschiedene Telefonnummern um Deine 3-köpfige Familie zu erreichen.
5.
Du chattest mehrmals pro Tag mit einem Typen in Südamerika, hast aber dieses Jahr noch nie mit einem Nachbarn gesprochen.
6.
Du kaufst Dir einen neuen Computer und eine Woche später ist er veraltet.
7.
Der Grund, warum Du den Kontakt zu Deinen Freunden verlierst ist, weil sie keine E-Mail Adresse besitzen.
8.
Du kennst die Posttarife für eine Briefmarke nicht.
9.
Für Dich bedeutet organisiert sein, verschiedenfarbige Post-It zu besitzen.
10.
Die meisten Witze, die Du kennst, hast Du in den Emails gelesen.
11.
Du gibst den Firmennamen an, wenn Du am Abend zu Hause das Telefon abnimmst.
12.
Du drückst Zuhause die 0 um beim Telefonieren rauszukommen.
13.
Du sitzt seit 4 Jahren am gleichen Schreibtisch und hast dort für drei verschiedene Firmen gearbeitet.
14.
Das Firmenschild wird einmal pro Jahr dem Corporate Design angepasst.
15.
Das schlimmste am Computerabsturz ist der Verlust Deiner Bookmarks.
16.
Du gehst zur Arbeit, wenn es dunkel ist, Du kommst von der Arbeit wenn es dunkel ist und das auch im Sommer…
17.
Du hast ein konfigurierbares Programm, das Dir die Anzahl Tage bis zur Pensionierung berechnet.
18.
„Ferien“ machst Du seit Jahren durch Überstundenkompensation…
19.
Deine Eltern beschreiben Dich mit „er/sie arbeitet mit Computern“.
20.
Du erkennst Deine Kinder dank den Fotos auf FACEBOOK.
21.
Du hast diese Liste gelesen und dauernd genickt.
22.
Du überlegst Dir, wem Du diese Liste per Email weiterleiten kannst.
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One Response to “Zwei Wochen war Eulinda krank …”

  1. Max Siller Says:

    Liebe Sieglinde,

    ich hoffe, du bist wieder vollständig gesund, d.h., ich weiß eigentlich, dass diese Viren, unter denen wahrscheinlich auch du leidest, nicht in ein paar Tagen oder Wochen zurückweichen: Es dauert Monate (und Jahre).

    überigens herzlich gelacht (und genickt: 21. Du hast diese Liste gelesen und dauernd genickt.

    Ganz liebe Grüße und danke,

    max


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