Licht in dunkler Zeit

13. Dezember 2013

Fensterchen 13

Heute feiern die christlichen Kirchen

das Fest der Hl. Lucia

Lucia ist eine historische Figur aus dem 4. Jahrhundert; ihr Grab wurde in Siracusa wieder aufgefunden. 1894 fand man zudem eine Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Siracusa, die Lucias frühe Verehrung bezeugt.
Nach der Legende gelobte Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der Agatha. Ein Gebet und eine Erscheinung heilten die Mutter, die ebenfalls Christin wurde.
In einem Traumgesicht erschien die hl. Agatha der Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene, d. h. das Martyrium, voraus. Zurückgekehrt, kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung. Mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie dann eine Armen- und Krankenstation, auch die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter.
Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden. Ihren Verlobten wies Lucia nun ab, er erfuhr zudem vom Verschenken des Erbes und überantwortete Lucia dem Präfekten.
 Lucia 1Lorenzo Lotto, Altar der Hl. Lucia, Tafel: Hl. Lucia vor dem Richter, 1532
Der wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen – ähnlich der Agatha -, aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen.
Weder ein Zauberer noch rund um sie entzündetes Feuer und über sie gegossenes siedendes Öl konnten ihr etwas anhaben. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle; mit durchschnittenem Hals betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden des Christenreiches, da Kaiser Maximian gestorben und Kaiser Diokletian vertrieben sei.
Weitere Legenden berichten, dass sie sich ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr Maria noch schönere Augen wiedergegeben. Lucia starb erst, nachdem ein Priester ihr die Hostie gereicht hatte.
Bis zur gregorianischen Kalenderreform war der Luciatag (13. Dezember) der kürzeste Tag des Jahres. Darauf beruhten Bräuche vorchristlichen Ursprungs von der grausigen Lucia, die als Furcht einflößende Gestalt schlampige Mägde und ungezogene Kinder bedrohte. Die grausige Lucia trat in verschiedenen Varianten auf: als Lutzelfrau, Lussibrud, Lucienbraut, Pudelmutter, Butzenlutz, Lucka oder Lucia. Lügnern schnitt sie die Zunge ab. In der Luciennacht war es streng verboten, Brot zu backen, zu spinnen oder zu nähen. In Österreich trat Lucia in Begleitung des Nikolaus als „Budelfrau“ oder an ihrem Festtag als weißgekleidete „Lutscherl“ auf, in anderen Gegenden auch als „Schnabelpercht“.
Im Mittelalter wurden am Luciatag die Kinder beschert, der 24. Dezember wurde erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag gefeiert. Noch heute wird in Italien am Luciatag „Torrone dei poveri“ als Mahlzeit für die Armen vorbereitet: Kichererbsen werden mit Zucker gekocht, bis daraus eine feste Masse entsteht. Bei Dante im „Inferno“ ist Lucia Trägerin des himmlischen Lichtes. In Italien ist sie seit jeher eine beliebte Heilige. Lucienbräuche finden sich auch in Ungarn, Serbien und Süddeutschland: am Luciatag werden ähnlich wie am Barbaratag Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt; blühen sie nach vier Wochen auf, soll einem das Glück im kommenden Jahr hold sein.
Lucia 2
In Schweden ist der Luciatag seit mehr als 200 Jahren ein besonderer Feiertag: Die älteste Tochter im Hause stellt die Heilige dar, trägt am Morgen des 13. ein langes weißes Kleid und hat den Kopf mit einem grünen Kranz – oft aus Preiselbeeren – geschmückt, in den eine Reihe brennender Kerzen gesteckt sind. So geht sie morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister. Alle warten schon darauf, denn sie bringt das Frühstück ans Bett und die ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen, ihr Licht ist Vorbote des Weihnachtslichtes. In den Dörfern und Stadtteilen wird am Vorabend eine Lucienbraut gewählt.
In den skandinavischen Länern, besonders in Schweden, hat sich das umfangreiche Lucien-Brauchtum auch nach der Reformation erhalten. So wählt jede Schule, jeder Kindergarten, jede Universität eine Luzia, die dann singend von Haus zu Haus zieht. Auf dem Kopf hat sie einen Kranz mit brennenden Kerzen, denn die Lichtymbolik ist im winterlich dunklen Skandinavien besonders ausgeprägt.

(Quelle)

Trennlinie Eule

Aus deinen Augen strahle gesegnetes Licht wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, die den Wanderer locken, Schutz zu suchen dort drinnen vor der stürmischen Nacht.

(irischer Segenswunsch)

Weihnachten ist im katholischen Irland das wichtigste Fest im Jahr.
Strassen und Häuser werden lange vor dem Fest liebevoll geschmückt. Rote Weihnachtslaternen aufgestellt.

Mistelzweige

Nach einem gründlichen Hausputz hängen die Iren über der Eingangstür Mistelzweige auf.
Sie sollen Glück und Segen bringen. Wenn ein Mann und eine Frau sich unter dem Mistelzweig treffen, küssen sie sich.
Weihnachtsbaum und Krippe gehören in den meisten Familien zum Fest dazu.

An Christmas Eve (Heiligabend) isst man Plumpudding, Krabben, Truthahn und Räucherlachs,stellt Kerzen in die Fenster und besucht die Mitternachtsmesse.
In der Zeit kommt der irische Weihnachtsmann (Santa Claus oder auch Father Christmas genannt) mit seinem Schlitten durch die Luft geflogen und füllt den Kindern kleine Säckchen, die sie in den Kamin hängen.

Als Dank dafür stellt ihm die Familie eine kleine Pastete und einen Whiskey oder ein Bier bereit.

Ausgepackt werden die Geschenke am 25. Dezember.
Der 26. Dezember ist in Irland St. Stephens Day. An diesem Tag binden sich irische Kinder geschmückte Stechpalmenzweige ins Haar, ziehen singend als „Zaunkönig-Junge“ von Haus zu Haus und sammeln Süssigkeiten und Geld.

(Quelle)

Trennlinie Eule

Zum Anschauen und Zuhören:

Gerd Anthoff liest stimmungsvolle, unterhaltsame Weihnachtstexte

Warum man zu Weihnachten KEINE TIERE verschenken soll!

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