Maria durch ein Dornwald ging …

1. Dezember 2013

fensterchen 2Maria gravida aus Montefiesole

Als ich das Bild für dieses Fenster im Internet entdeckt habe, wollte ich mehr wissen, seit wann, wie oft und auf welche Weise die schwangere Mutter Jesu in der Kunst abgebildet wurde. Ich habe dazu einige Informationen gefunden:

Die Schwangerschaft Mariens wurde in der christlichen Kunst in Szenen der Kindheit Jesu thematisiert, aber auch in Einzeldarstellungen der Gottesmutter und im Zusammenhang der Eucharistie. Je nachdem, wie realistisch oder symbolisch das Bild gedacht war, wurde die Schwangerschaft nur durch den gewölbten Bauch, durch die Figur des Kindes oder durch die Buchstaben „IHS“ auf dem Bauch Mariens gekennzeichnet.

Ausgangspunkt der Darstellungen war der Lobpreis, mit dem Elisabeth die schwangere Maria begrüßte: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ (Lk 1,42). Der biblische Vers fand weite Verbreitung durch das „Ave Maria“, das seit dem 7.-8. Jahrhundert Teil der abendländischen Adventsliturgie und seit dem 13. Jahrhundert eines der wichtigsten christlichen Gebete überhaupt wurde.
Im Übrigen sind die Aussagen der Evangelien zur Schwangerschaft Mariens spärlich und wenig anschaulich. Johannes, z. B., schreibt nur: „Das Wort ist Fleisch geworden“ (1,14). Trotzdem wurde das Thema in apokryphen und mystischen Texten ausführlich dargelegt. Im apokryphen Bartholomäus-Evangelium heißt es: „O Mutterschoß, der du, im Leibe verborgen, den weithin sichtbaren Christus geboren hast!“. In der mystischen Literatur des Mittelalters führte die Identifikation mit der Gottesmutter zum Bild der „geistlichen Schwangerschaft“: „Tragt Sorge […] um den Sohn Gottes in Euch!“, mahnte ein Zisterzienserabt des 12. Jahrhunderts seine Mitbrüder.

Darstellungen der „Maria gravida“ auf Ikonen blieben ähnlich abstrakt wie die Bibelstellen: Maria hält das Kind in einer Scheibe vor der Brust, ohne Verbindung zwischen Mutter und Sohn. Der Bildtyp heißt „Platytera“ oder „Muttergottes vom Zeichen“. Er hat jedoch im Westen, mit Ausnahme von Venedig, nicht Fuß gefasst. (Quelle)

Weitere Informationen findest du im Internet zum Beispiel bei Wikipedia (no na net!) oder im Kunstlexikon von P. W. Hartmann.

Image

 

Dazu passt eines mehr liebsten Adventlieder, nämlich „Maria durch ein Dornwald ging“:

Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

Das Lied, gesungen vom Dresdner Kreuzchor, auf You Tube.

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